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Wunstorf Nähgruppe aus Großenheidorn überreicht Kissen
Umland Wunstorf Nähgruppe aus Großenheidorn überreicht Kissen
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17:22 16.10.2018
Von links: Sakaria Welio und Sozialpädagogin Schekiba Akbari überreichen an Wunstorfs Bürgermeister Eberhardt die selbstgenähten Kissen. Quelle: Marleen Gaida
Wunstorf

Das Sitzkissen für den Bürgermeister ist etwas dicker gepolstert, deswegen seien es 21 Sitzkissen und „ein besonderes“ erklärt die Nähgruppe der Flüchtlingsunterkunft Großenheidorn am Dienstagnachmittag der Stadtverwaltung bei der offiziellen Übergabe im Ratsaal.

Seit letztem Jahr besteht in der Einrichtung ein Nähkurs für Flüchtlinge aus dem Ort, der von der Sozialpädagogin Schekiba Akbari geleitet wird. Die Pädagogin ist auch gelernte Schneiderin und gibt in dem mittwochs stattfindenden Treffen, ihr Wissen gerne an die Teilnehmer weiter. „Es geht darum, etwas über Nähtechnik zu lernen. Ich helfe auch gerne bei Sachen weiter, die die Flüchtlinge von zu Hause mitbringen.“ Aktuell ist die Gruppe mit zwei weiteren Schneidern mit Fachpersonal sehr gut aufgestellt. Sakaria Welio, der 2015 aus Syrien nach Großenheidorn kam, hat diesen Beruf in seinem Heimatland gelernt. In der Flüchtlingsunterkunft reparierte er erst einmal alle Nähmaschinen. Mittlerweile wohnt der aus Aleppo stammende Mann mit seiner Familie in einer eigenen Wohnung in der Ortschaft. Etwas schüchtern, aber dennoch glücklich sitzt der Syrer am Mittwochnachmittag mit den Integrationslotsinnen, den freiwilligen Helferinnen aus der Unterkunft, im Ratssaal des Rathauses. „Ich freue mich, es ist ein schöner Tag heute“, sagt er und ein kleines Lächeln huscht über seine Lippen.

Magdalena Fuhrmann ist eine der vielen freiwilligen Helferinnen aus Großenheidorn. Für die 69-Jährige war sofort klar, dass sie helfen möchte. „Meine Familie ist damals aus Breslau geflüchtet. Daher kann ich mich gut in die Lage der Menschen versetzen.“ Sie habe damals aus der Zeitung von der Nähgruppe erfahren und freue sich über die vielen neuen Kontakte, die sie dadurch schließen konnte. „Das soziale Zusammensein ist die Basis des Kurses. Aber wir bieten auch Hausaufgabenhilfe für Groß und Klein an.“ Vor allem genieße die Rentnerin das gemütliche Beisammensein mit den anderen Teilnehmern.

Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt fand warme Worte für die ehrenamtlichen Helfer: „In Großenheidorn geht es sehr harmonisch zu. Ich danke Ihnen, für dieses Projekt.“

Zurzeit wohnen in der Flüchtlingsunterkunft in Großenheidorn 21 alleinstehende Frauen und ein Neugeborenes. Die Frauen stammen aus vielen verschiedenen Nationen, darunter Iran, Irak, Simbabwe, dem Sudan und Syrien.

Von Marleen Gaida

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