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Wunstorf So will das Fischer- und Webermuseum nostalgische Töne vor dem Vergessen retten
Umland Wunstorf

Wunstorf: Fischer- und Webermuseum in Steinhude vertont Ausstellung

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18:41 30.10.2019
Wie klingt ein pfeifender Wasserkessel? Museumsleiterin Verena Walter-Bockhorn und Praktikant Jonas Theye machen Ausstellung im Steinhuder Fischer- und Webermuseum hörbar. Quelle: Rita Nandy
Steinhude

Ein pfeifender Wasserkessel, eine ratternde Nähmaschine oder das Kratzen einer Feder über das Papier: Die Ausstellung im Fischer- und Webermuseum bietet seinen Besuchern nun ein ganz besonderes Hörerlebnis. Praktikant Jonas Theye hat Exponate mit Tönen hinterlegt. Durch Anscannen eine QR-Codes mit einem Smartphones können die Geräusche abgespielt werden.

Praktikant macht Ausstellung hörbar

„Was für Töne finden wir im Museum?“ Dieser Fragestellung ist Theye gemeinsam mit Museumsleiterin Verena Walter-Bockhorn nachgegangen. In jedem Zimmer der Einrichtung am Neuen Winkel hängen nun Zettel mit einem QR-Code. Die Idee entstand, als der Politik- und Geschichtsstudent mit seinem Hochschulseminar die Weimar-Ausstellung besucht hat, erzählt Walter-Bockhorn. 2015 starteten Museen unter anderem mit der Aufnahme von historischen Industrietönen. In England seien Museen schön länger vertont, erläutert Theye: Durch Geräusche nehme der Besucher seine Eindrücke mit mehreren Sinnen auf.

Geräusche vor dem Vergessen retten

Und im Fischer- und Webermuseum gibt es allerhand zu hören. In der Küche röhrt die Kaffeemühle, der Eintopf köchelt, der Teekessel pfeift, die alte Küchenuhr tickt und das Feuer prasselt im Holzofen. In der guten Stube klappert die alte Rechenmaschine, durchdringend klingelt das Telefon. „Es sind durchaus auch ohrenbetäubende Geräusche zu hören“, sagt die Museumsleiterin. Dazu zählten beispielsweise die mechanischen Webstühle.

Damit Besucher auch weiterhin in Ruhe durch die Ausstellung gehen können, gibt es eine Vertonung nur auf Abruf und nicht als Dauertöne. Walter-Bockhorn möchte mit diesem Angebot auch Geräusche, wie beispielsweise das Klingeln eines alten Telefons, vor dem Vergessen retten. Das Klangerlebnis werde zu einer Dauereinrichtung und auch bei weiteren Ausstellungen fortgesetzt. Die derzeitigen Töne können sich Besucher auch auf dem Youtube-Kanal des Fischer- und Webermuseums anhören.

Weimar-Ausstellung endet am 17. November

Die gut besuchte Weimar-Ausstellung läuft noch bis zum 17. November. „Von den Besuchern haben wir durchweg positive Resonanz erhalten“, sagt die Museumsleiterin. Diese hätten sie als lehrreich, informativ und umfangreich bezeichnet. Viele Erwachsenengruppen haben sich durch die Ausstellung führen lassen. Einige Besucher scheinen jedoch nichts aus der Geschichte gelernt zu haben. An einer Reichtstagswahl zur Ausstellung beteiligten sich 63 Personen. Nach der SPD (31 Stimmen) gehören die rechten Parteien zur zweitstärksten Gruppierung. „Das finde ich schon schockierend“, sagt Walter-Bockhorn. Ein Teilnehmer habe ein Hakenkreuz auf den Stimmzettel gemalt. Sieben Stimmen entfielen auf die NSDAP, eine auf die Deutschnationale Volkspartei.

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Von Rita Nandy

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