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Wunstorf Steinhuder Fischer werfen Nabu unsachliche Kampagne vor
Umland Wunstorf

Wunstorf: Fischerverein vom Steinhuder Meer wirft Nabu unsachliche Kampagne vor

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16:00 10.01.2020
Der Vorsitzende des Fischervereins Detlef Hodann (rechts) leert mir Freyfischer Stephan Weil im August 2018 eine Reuse bei dem traditionellen Fischzug. Quelle: Sven Sokoll
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Steinhude

Nach der scharfen Kritik des Nabu-Landesverbandes an der Stellnetzfischerei am Steinhuder Meer hat der Fischerverein dem Naturschutzbund vorgeworfen, schon seit zwei Jahrzehnten einen massiven Kampf gegen die Fischerei zu führen. „Keine Form der jahrhundertealten Fischerei am Steinhuder Meer ist hierbei den Nabu-Funktionären bisher recht gewesen“, schreibt der Vorsitzende Detlef Hodann in einer Stellungnahme. Und das, obwohl der Natur- und Artenschutz sich am Steinhuder Meer mit der extensiven Fischerei positiv entwickele.

Er erinnert an die Auseinandersetzungen um die Kormoranbestände am Steinhuder Meer, um den verhinderten Bau eines Fischereibetriebs am Hagenburger Kanal, den Hechtbesatz, den Schutz für die Otter, das winterliche Befahren des Sees und um die Fangmethoden mit Aalschnüren, Zugnetzen, Reusen und jetzt Stellnetzen. „Stets wurde der Weg über die Öffentlichkeit und die Ministerien gewählt, um uns so öffentlichkeitswirksam zu schädigen und gleichzeitig die eigene Organisation gut in das Scheinwerferlicht zu stellen.“

Fischer sprechen von Einzelfall

Hodann bedauert, dass der Nabu nicht das Gespräch gesucht oder sich an gemeinsamen Fachdiskussionen beteiligt habe. Denn fachlich seien die Vorwürfe in der Regel meist unzureichend und überzogen.

Der Nabu-Landesvorsitzende Holger Buschmann hatte in dieser Woche insbesondere die Region Hannover dafür kritisiert, dass sie der Stellnetzfischerei im November 2019 eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausgestellt hat. Zu der Methode betont der Vorsitzende, dass sich nur in einem Fall Vögel im Netz eines Mitglieds verfangen hatten. Wahrscheinlich sei bei dem niedrigen Wasserstand eine Stellnetzwand zu hoch aufgestellt gewesen. Bei dieser Methode wird ein Netz senkrecht im Wasser postiert, und die Fische verfangen sich bei dem Versuch hindurchzuschwimmen.

Stellnetze sind nach einer Aufnahme der Ökologischen Schutzstation bei dem Vorfall im November 2018 nahe der Badeinsel aufgestellt. Quelle: ÖSSM

Fischer und Region haben Thema intensiv betrachtet

„Der Fischerverein hat sich der Thematik intensiv angenommen und hat zusammen mit der zuständigen Naturschutzbehörde, der Region Hannover, Regelungsinhalte zur Stellnetzfischerei, für die Zukunft vereinbart“, betont Hodann. Dabei hätten die Parteien sich vor allem mit dem notwendigen Vogelschutz auseinandergesetzt.

Die Region hat bestätigt, dass die Stellnetze nach den eingeholten Expertisen verträglich seien, wenn die Fischer sich an die Regularien halten. Hodann bestreitet auch die Nabu-Behauptungen, dass Stellnetze auf einer Länge von fünf Kilometern aufgestellt werden, und dass sich Wasservögel in großer Zahl in den Netzen verheddern und ertrinken.

Verein wünscht sich sachliche Diskussion

Mit Unverständnis reagieren die Fischer darauf, dass der Naturschutzbund jetzt Zugnetze als bessere Alternative vorschlage. „So waren es doch die örtlichen Nabu-Funktionäre, die noch vor wenigen Jahren den Zugnetzeinsatz als vogelschädlich für das Steinhuder Meer bezeichneten.“ Daraufhin habe ein Fischereibetrieb sich ganz vom See zurückgezogen. Bei dieser Methode wird ein großes Netz durch das Wasser gezogen, um die Fische zu fangen.

So funktioniert ein Zugnetz, hier eine Aufnahme vom Maschsee. Quelle: Ralf Decker

Hodann bittet darum, künftig möglichst in sachliche Diskussionen einzusteigen, um gemeinsam Lösungen zu suchen. Für ihn ist eine Binnenfischerei auch deshalb eine Lebensmittelgewinnung mit Zukunft, weil sie vergleichsweise wenig CO2 erzeuge.

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Von Sven Sokoll

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