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Wunstorf Gerichtsentscheidung stoppt Bau der Kinderpsychiatrie
Umland Wunstorf Gerichtsentscheidung stoppt Bau der Kinderpsychiatrie
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18:01 22.02.2019
So soll die neue Kinder- und Jugendpsychiatrie aussehen. Quelle: Klinikum Region Hannover
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Wunstorf

Ein Urteil des Oberverwaltungsgericht Lüneburg lässt den Bau der neuen Kinder- und Jugendpsychiatrie stocken. Anders als beim Verwaltungsgericht Hannover haben Anwohner dort mit einem Eilantrag Erfolg gehabt. Sie wohnen direkt an der Lärmstrecke und fürchten, dass der Neubau den Schall zusätzlich auf ihr Grundstück reflektieren wird. Die Lüneburger Richter haben gefordert, das Klinikum Region Hannover (KRH) als Bauherr müsse an der Stelle Schallschutz auf die Fassade aufbringen. Die Baugenehmigung der Stadt, gegen die die Nachbarn vorgegangen sind, hatte das nicht vorgesehen.

„Grundsätzlich ist die Entscheidung für uns schwer nachvollziehbar“, sagte KRH-Sprecher Steffen Ellerhoff. Nach den sorgfältigen Planungen und den Entscheidungen der ersten Instanz habe das Klinikum mit einem positiven Ergebnis gerechnet. „Die dringend benötigte Krisenstation kann vor diesem Hintergrund vorerst nicht umgesetzt werden“, sagte er bedauernd.

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KRH und Stadt suchen eine Lösung

Das Klinikum prüft jetzt, wie sie jetzt aus dieser Situation herauskommen kann. „Wir befinden uns in einem engen Abstimmungsprozess mit der Stadt“, betonte Ellerhoff. Für den dortigen Baureferatsleiter Robert Lehmann ist klar: „Es wird eine deutliche Verzögerung geben, wie lange ist noch offen.“ Für ihn ist der Fall wieder ein Beispiel dafür, wie wichtig der Lärmschutz in Wunstorf mit seinen stark genutzten Eisenbahnstrecken und dem Autoverkehr ist.

Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie nutzt derzeit veraltete Gebäude auf dem Psychiatrie-Gelände und braucht mehr Platz. Deshalb wurde der Neubau mit zweieinhalb Geschossen und einer Fläche von 2800 Quadratmetern geplant. Das Land beteiligt sich mit 6,9 Millionen Euro und hat darüber schon 2017 einen Förderbescheid überreicht. Das Klinikum geht davon aus, noch einmal zwei Millionen aus eigenen Mitteln beisteuern zu müssen.

Zu Verzögerungen war es aber auch schon deshalb gekommen, weil die ersten Ausschreibungen zu hoch waren, Während des Baus soll die Kinder- und Jugendpsychiatrie als erster Nutzer in die Ausweichstation ziehen, die in der früheren Krankenhausküche eingerichtet wurde.

Von Sven Sokoll