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Wunstorf Heilende Klänge in Großenheidorn
Umland Wunstorf

Wunstorf/Großenheidorn: Heilsames Singen mit Jochen Bockholt seit zehn Jahren

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13:59 08.05.2019
Jochen Bockholt bietet seit zehn Jahren heilsames Singen an. Quelle: Marleen Gaida
Großenheidorn

Bevor es losgeht, reicht Jochen Bockholt einen kleinen Leinensack mit Steinen herum. Jeder Teilnehmer in seinem Kurs Heilsames Singen nimmt sich einen heraus und hält ihn in den Händen. In dem wöchentlichen Seminar soll es um zwanglose Stimmarbeit gehen, aber vor allem um Heilung. Tönen, summen, mit seinem Mund melodisch Vokale formen, das alles soll die Verbindung mit dem eigenen Körper steigern und das seelische und psychische Gleichgewicht fördern. Bockholt macht zu Beginn des Kurses im Bordenauer Weg 12 klar: „Das hier ist keine Leistungsgruppe. Wir befinden uns jenseits vom Müssen.“

Mit indianischen Lauten loslassen

Zu Beginn ist auch Raum für das persönliche Befinden. Wie es den Teilnehmern heute geht, will der Kursleiter wissen. Anke sagt: „Ich bin müde und schlapp vom Nachtdienst, aber ich wollte unbedingt hierher kommen.“ Und Silke verrät: „Eigentlich muss ich am Montag immer arbeiten, aber heute habe ich frei und bin froh hier zu sein.“ Nach jedem Satz wedelt die Gruppe die Worte symbolisch mit einer fließenden Handbewegung weg, dazu geben die Teilnehmer dreimal einen indianischen Laut von sich, das klingt wie: „hau, hau, hau“.

Jochen Bockholt erklärt den Teilnehmern wie sich das Singen auf den Körper auswirkt. Quelle: Marleen Gaida

Jochen Bockholt bietet seit zehn Jahren Heilsames Singen an

Es solle nichts verdrängt werden, sagt Bockholt. Alles dürfe da sein – Emotionen gelte es zu akzeptieren, erklärt der 54-Jährige. Bockholt ist von der heilenden Wirkung des Singens überzeugt. Im Kurs geht es immer wieder darum, sich selber zu spüren. Im Kreis aufgestellt geben die Teilnehmer sich einer angeleiteten Atemübung hin. Hände auf den Bauch, Augen geschlossen. „Wie lebendig bist du hier rein gekommen und wie lebendig fühlst du dich jetzt?“ fragt Bockholt.

Er weiß, dass in seine Kurse auch Teilnehmer mit Depressionen und Erschöpfungszuständen kommen. Aber mit Krankheit und Tod hat der ehemalige Miele-Ingenieur aus Poggenhagen Erfahrung. An Krankenhäusern musiziert er auch mit schwer- und sogar sterbenskranken Menschen. In ein paar Wochen singt er mit Patienten in der MHH, die sich einer Strahlentherapie unterziehen müssen. Seiner Ansicht nach wirkt Singen wie ein Medikament – mindestens unterstützt es den Heilungsprozess. „Je mehr du in deinem Körper zu Hause bist, desto weniger kann Krankheit einziehen“, erklärt er den Teilnehmern während einiger Dehnübungen.

Jochen Bockholt bietet seit zehn Jahren heilsames Singen an. Quelle: Marleen Gaida

Bockholt ist überzeugt, das Singen die Vitalität fördere und Freude auslöse. Und sagt: „Singend hat man immer wieder seine eigene Hausapotheke dabei.“ Serotonin, Dopamin und weitere Hormone werden beim Tönen produziert. Der Musiker stimmt auf seiner Gitarre das Lied „Shalom“ an, während die Teilnehmer einen Kreis bilden und sich an die Hände fassen. Gemeinsam wiegen sie sich im Takt der jüdischen Klänge und lassen sich ganz einfach auf den Moment ein – im Hier und Jetzt in Großenheidorn.

Heilsames Singen mit Jochen Bockholt ist immer montags von 10 bis 11.30 Uhr im Bordenauer Weg 12, Großenheidorn. Die Kosten betragen 15 Euro pro Einheit oder 40 Euro monatlich im Abonnement. Der Einstieg ist jederzeit möglich. Informationen erhalten Interessierte bei Jochen Bockholt unter Telefon (05032) 901 89 38 oder auf der Webseite www.heilsames-singen-hannover.de.

Von Marleen Gaida

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