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Wunstorf Grundschule Luthe: Container soll stinkenden Pavillon ersetzen
Umland Wunstorf

Wunstorf: Grundschule Luthe soll statt im Pavillon in Containern unterrichtet werden

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18:07 28.10.2019
Im Pavillon-Anbau der Grundschule Luthe (hinten links) stinkt es in den Klassenräumen. Quelle: Rita Nandy
Luthe

Eltern und Schülern an der Grundschule Luthe stinkt es gewaltig. Die Geruchsbelästigung im Pavillon ist seit Jahren bekannt. Geändert hat sich bisher nichts. Nun haben die Politiker des Ortsrates Luthe in ihrer Sitzung einstimmig gefordert, dass die Kinder kurzfristig in Containern unterrichtet werden sollen. Sie wollen nicht warten, bis die Grundschule zu einer Ganztagsschule umgebaut wird. „Die Haare meiner Kinder haben immer gerochen“, erinnert sich auch Ortsratsherr Andreas Lange (CDU).

Experten raten von Nutzung ab

Eltern hatten eine Stellungnahme bei der Europäischen Gesellschaft für Gesundes Bauen und Innenraumhygiene in Auftrag gegeben. Diese kommt zu folgendem Schluss: „Die hohe soziale Toxizität durch den anhaftenden Geruch stellt daher einen dringlichen Handlungsbedarf dar, darf sich nicht an allgemein toxischen Grenzwerten orientieren, da sie gerade bei Kindern auch zu einer sehr hohen psychischen Belastung führen kann und grundsätzlich in der geschilderten Intensität niemandem zugemutet werden kann. Wir raten daher aus soziologischen Gründen dringend von einer Nutzung dieser von Schülern als stinkende Klassenzimmer bezeichneten Räumen ab.“

Fachleute sehen Gesundheitsrisiko

Die Raumluftmessung auf Holzschutzmittel habe zwar nur eine geringe Konzentration von giftigem PCP (Phenylcyclohexylpiperidin) ergeben, dennoch sehen die Fachleute ein erhebliches Gesundheitsrisiko. Wer empfindlich ist, bei dem können auch niedrigste Konzentrationen beispielsweise zu Kopfschmerzen führen. Massives Lüften könnte die Raumluft verbessern, ersetze aber keine Sanierung. Es könne im Winter aber auch zu verstärkten Erkältungen von Lehrern und Schülern führen.

Eltern fordern schnelle Lösung

Die Stellungnahme basiert auf Messungen aus dem Jahr 2017. Die Gutachter konnten damals keine Schimmelbelastung feststellen. Die gemessenen Werte an Formaldehyd, Holzschutzmittel PCP und Chloraromaten ergaben keine Notwendigkeit zu handeln. Ein von den Eltern eingeschalteter Bauberater hat festgestellt, dass es sich bei dem Stoff, der den Geruch verströmt, um Chloranisol handelt. Das könnte von den Holzbauteilen stammen oder aus damit behandelten Stoffen. „Wir Eltern fordern eine schnelle Lösung, nämlich eine sofortige Sperrung der Räume und Container“, sagte Nina Köhler-Zielinski. Die Mutter hatte sich an Schule, Eltern und Ortsrat gewandt und damit die Sache angestoßen.

Stadt Wunstorf prüft Möglichkeiten

„Wir prüfen, was an kurzfristigen Vorhaben möglich ist. Dazu gehören eine Aktivkohle-Tapete und eine Belüftungsanlage“, sagte Stadtsprecher Alexander Stockum. Eine Containerlösung sieht die Verwaltung eher kritisch. „Dazu braucht es einen geeigneten Standort und Anschlüsse“, machte Stockum deutlich. Ein Neubau sei erst möglich, wenn eine Ganztagsbetreuung beschlossen sei. Bislang habe die Schule aber noch keinen Antrag gestellt.

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