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Wunstorf Kinderarzt Theo Rohe leistet Hilfseinsatz in Nairobi
Umland Wunstorf

Wunstorf: Kinderarzt Theo Rohe leistet Hilfseinsatz in Nairobi

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17:09 01.08.2019
Mit dem Rucksack war Kinderarzt Theo Rohe bei seinem Hilfseinsatz in Nairobi als German Doctor erkennbar. Quelle: Rita Nandy
Wunstorf

Sein Mut hat sich gelohnt: Mit einer Fülle an neuen Erfahrungen und Erlebnissen ist Kinderarzt Theo Rohe von seinem Hilfseinsatz im Slum von Nairobi zurückgekehrt. Sechs Wochen war er dort ehrenamtlich für die Organisation German Doctors im Einsatz.

60 Prozent der Bewohner Nairobis leben in Slums

„Es war meine erste Fernreise“, berichtet Rohe, der vor zwei Jahren seine Praxis an eine Nachfolgerin übergeben hat. Den Wunsch im Ausland zu helfen, habe er schon länger gehabt. Doch bisher habe es zeitlich nie gepasst, erzählt der 67-Jährige. „Es ist eine sinnvolle Aufgabe. Es gibt einem ein positives Gefühl.“ Die ersten zwei Wochen seines Aufenthaltes seien heftig gewesen. „60 Prozent der Einwohner Nairobis leben in Slums – auf schätzungsweise fünf bis zehn Prozent der Fläche.“

Die Familien wohnten in knapp zehn Quadratmeter großen Wellblechhütten, gemauerten Unterkünften oder Hochhäusern. Dort gebe es keinen Wasser- und Stromanschluss. Ihren Lebensunterhalt verdienten die Bewohner durch kleine Verkaufsstände oder auch die Bewachung von Wohnhäusern und Einkaufszentren. „Wenn man durch den Slum geht, wundert man sich aber, wie gut gekleidet die Leute sind“, berichtet Rohe. Doch oftmals sei es deren einzige Kleidung. Was ihm noch aufgefallen ist: „Ich habe das Gefühl, sie sind zufriedener als die Leute hier.“

Ärzte behandeln täglich 400 Patienten

Kranke, die in das 1997 gegründete Gesundheitszentrum Nairobis kommen, hätten nicht so hohe Erwartungen, berichtet der Arzt. Sie seien einfach dankbar, dass ihnen geholfen werde. Mit seinen vier Kollegen habe er täglich rund 400 Patienten behandelt, sagt Rohe. Zum Team gehörten außerdem noch 80 kenianische Mitarbeiter. Die Kinder litten am häufigsten an Husten, Schnupfen und Fieber, relativ oft an Tuberkulose, Aids und Malaria – dabei sei Nairobi offiziell malariafrei. Doch die Slumbewohner besuchten ihre Familie in den Dörfern und brächten von dort die Krankheit mit. Die Kinder würden, wenn die Eltern nicht da sind, aus Sicherheitsgründen oft in den Hütten eingeschlossen, hat Rohe beobachtet.

Was ihn erstaunt habe, sei der Vitamin D-Mangel bei den Kindern. Wenn die Jüngsten unterernährt sind, wird die gesamte Familie in das Ernährungsprogramm des Gesundheitszentrums aufgenommen. Zudem gehören Labor, Apotheke und Ultraschallgerät zur Ausstattung. 200 Schillinge (etwa 1,80 Euro) müssen Erwachsene für die Erstversorgung bezahlen, Kinder unter fünf Jahren wird kostenlos geholfen.

Kinderarzt plant erneuten Hilfseinsatz

Von seinem Aufenthalt bringt der Wunstorfer die Erkenntnis mit, dass mit relativ einfachen Mitteln relativ viel erreicht werden kan. Daher habe er sich erneut für einen Hilfseinsatz in Nairobi für das nächste Jahr beworben. Und dann kann er seine Patienten gleich mit einem freundlichen „Jambo“ begrüßen. „Hallo“ ist eines der Wörter, das er auf Kiswahili gelernt hat.

Für sechs Wochen war Kinderarzt Theo Rohe für die Organisation German Doctors in Nairobi ehrenamtlich im Einsatz. Mit vier Kollegen hat er täglich rund 400 Patienten behandelt.

Von Rita Nandy

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