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Wunstorf Kunstverein eröffnet Ausstellung von Jürgen Moldenhauer
Umland Wunstorf

Wunstorf: Kunstverein eröffnet Ausstellung von Jürgen Moldenhauer

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18:53 29.09.2019
Kurator Ingolf Heinemann (links) und Künstler Jürgen Moldenhauer stehen bei der Vernissage zwischen Kunstwerken des Bremers. Quelle: Sven Sokoll
Wunstorf

Der Kunstverein Wunstorf hat am Sonntag mit „Raumgreifend“ seine dritte Ausstellung im Jahr seines 35-jährigen Bestehens eröffnet. „Sie ist, wie der Name versprochen hat, wirklich raumgreifend geworden“, sagte die Kunstvereinsvorsitzende Karin Ellert. Der Bremer Künstler Jürgen Moldenhauer hat sich mit seinen Objekten aus Metall, Beton, Glas und Drucken den Raum der Abtei erobert, weil die genaue Zusammenstellung sich teilweise erst vor Ort im Ausstellungsraum entwickelt hat.

In seiner Einführung gab Kunstvereinsgeschäftsführer Ingolf Heinemann einen sehr lebendigen Eindruck von einem Besuch bei Moldenhauer in Bremen. Erst war er irritiert, dass das Navigationsgerät ihn zu einem Kohlekraftwerk führte. Doch dann stellte sich heraus, dass er richtig war, wenn er an Block C klingelte. „Hier steht tatsächlich ein Kunstkraftwerk neben einem Kohlekraftwerk“, sagte er. Dabei habe wohnen und arbeiten bei Moldenhauer eine enge Verbindung.

Unter dem Titel „Raumgreifend“ zeigt Jürgen Moldenhauer Objekte in der Wunstorfer Abtei. Quelle: Sven Sokoll

Stahlfalter testet Grenzen aus

Die erste Frage, die Heinemann für sich beantworten wollte, war: „Warum um alles in der Welt faltet jemand Stahl?“ Er lernte, dass das nicht grenzenlos funktioniert. Zur Vorbereitung fertigt Moldenhauer Holzmodelle, aus denen anschließend noch Druckplatten werden. Wenn die Metalle kalt gebogen sind, bearbeitet der Künstler die Oberflächen – manchmal auch sehr experimentell: „Dann kleidet er eine Faltung zum Beispiel in Schweinchenrosa.“ Auf jeden Fall ist Heinemanns Eindruck, dass der schwere Stahl durch die Faltung sein Gewicht optisch verliere. Einige Stahlplatten mit Löchern werden in der Ausstellung jeden Tag neu angeordnet und aufgenommen, sodass bis zum Ende noch eine Fotoserie dazu entsteht.

Neben Stahlplatten spielt auch der dünne Draht eine wichtige Rolle in Moldenhauers Werk. Er biegt ihn in einer schier endlosen Serie und füllt so zusehends in Form einer dreidimensionalen Skulptur den Raum. Und das sehr individuell; so ist in Wunstorf jetzt „Raum 6“ entstanden, also die sechste Variation dieses Kunstwerks.

Geigerin spielt bei Vernissage experimentell

Einen „Blick dahinter, darunter und hinein“ als kritische Dimension der Arbeit erkennt Heinemann bei den Objekten aus Beton und Glas. Auch wenn das Glas zunächst wie eine makellose Oberfläche für den Beton wirkt, ist es doch auch brüchig und lässt somit daran denken, dass sich im Beton Fremdkörper eingelagert haben können, die möglicherweise kaschiert werden sollen.

Am Kunstwerk, bei dem eine farbgetränkte Kugel freies Spiel hat, experimentiert auch Geigerin Lenka Zupková mit den Klängen einer Kugel. Quelle: Sven Sokoll

Auch die Geigerin Lenka Župková agierte bei der Vernissage „raumgreifend“ und an wechselnden Stellen der Ausstellung. Am Ende positionierte sie sich neben einem Kunstwerk, bei dem eine farbgetränkte Kugel auf einer Mitfahrt in Moldenhauers Wagen Spuren auf dem Weiß hinterlassen hat. Dort ließ die Musikerin passend auch eine Kugel rollen und paarte diesen Klang mit dem ihrer Violine. Heinemann würde sich wünschen, dass ein solches seismografisches Werk auch auf einer Fahrt nach Wunstorf entstehen würde. Moldenhauer dankte am Ende der Vernissage den Aktiven des Kunstvereins für ihre große Unterstützung.

Die Ausstellung „Raumgreifend“ in der Wunstorfer Abtei, Wasserzucht 1, ist bis zum 20. Oktober dienstags, mittwochs, donnerstags und sonnabends von 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Am letzten Öffnungstag steht Moldenhauer unter dem Titel „Auf einen Kaffee“ zu Gesprächen über seine Kunst bereit. Mehr über den Kunstverein unter www.kunstverein-wunstorf.de.

Der Bremer Künstler Jürgen Moldenhauer hat sich mit seinen Werken die Abtei für seine Ausstellung „Raumgreifend“ erobert.

Von Sven Sokoll

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