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Wunstorf Lufttransportgeschwader präsentiert A400M in neuer Außenstelle Lechfeld
Umland Wunstorf

Wunstorf LTG 62 präsentiert Flugzeug A400M in neuer Außenstelle Lechfeld

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18:22 22.11.2019
Die Wunstorfer A400M kehrt von einem Rundflug auf den Flugplatz Lechfeld zurück. Quelle: Sven Sokoll
Wunstorf/Lechfeld

Ein bisschen hatte es den Charakter eines Familienausflugs zu den neuen, angeheirateten Verwandten in Süddeutschland. Das Lufttransportgeschwader (LTG) 62 hatte Wunstorfer Kommunalpolitiker und Pressevertreter eingeladen, mit einer A400M zum Flugplatz Lechfeld in Bayern mitzufliegen. Dort wird in den nächsten Jahren eine Lufttransportgruppe aufgestellt, die dem Wunstorfer Geschwader unterstellt wird. Das hatte die damalige Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei ihrem Besuch in Wunstorf zu Jahresbeginn mitgeteilt.

Neue Passagierabfertigung ist Treffpunkt

die auf dem Fliegerhorst neu gebaut worden ist

In der neu gebauten Passagierabfertigung werden die nächsten Flüge angezeigt. Quelle: Sven Sokoll

Es ist noch recht düster, als sich die Passagiere in den Bus setzen, der auf das Vorfeld fährt. Nach einer Sicherheitseinweisung und dem Verteilen von Notfallplänen, Gehörschutz und Spuckbeuteln an Bord bereiten sich im Flugzeug 54+09 alle auf den Start vor. Die Sitzplätze sind bequem, doch die Gurte aus vier Teilen erfordern etwas Koordinationsgeschick.

Unterhalten ist an Bord möglich

Die Passagiere sind angeschnallt für den Start. Quelle: Sven Sokoll

Als die Nebelsuppe am Boden überwunden ist, fällt auch mehr Licht durch die wenigen Fenster. Allerdings bleibt der Laderaum auch nach der Startphase deutlich geneigt, „aus aerodynamischen Gründen“, wie Geschwader-Pressesprecherin Doris Lammers erklärt. Wer lauter spricht, kann sich aber gut unterhalten.

Die Mitflieger dürfen im Wechsel auch einen Blick nach vorn ins Cockpit werfen. Gut ist die Sicht aber auch in 23.000 Fuß Höhe (etwa 7000 Meter) nicht. Um 10.10 Uhr schnallen sich alle wieder an, um eine sanfte Landung mitzuerleben. Das Airbus-Flugzeug parkt passenderweise vor einer Halle, in der eine Privatfirma Airbus-Teile montiert.

Lechfeld wirkt wie Geisterflughafen

Der Flugplatz Lechfeld ist bisher immer für Kampfflugzeuge genutzt worden. Quelle: Sven Sokoll

Die Entscheidung für einen zweiten A400M-Standort ist gefallen, weil der Fliegerhorst Wunstorf nur für 40 dieser Maschinen gebaut ist. Deutschland hat aber 53 Maschinen bei Airbus bestellt, um das Projekt zu sichern. Ein Weiterverkauf ist gescheitert. Nun sollen zehn Maschinen also in der Nähe von Augsburg stationiert werden, um ab 2028 als Teil einer multinationalen Lufttransportgruppe eingesetzt zu werden. „Es ist gut, einen Plan B zu haben“, sagt Kommodore Bette. Die Bundeswehr will dafür 600 neue Stellen in Bayern schaffen und muss 170 Millionen Euro in den Standort investieren, damit die Maschinen dort betrieben werden können.

Eine Wunstorfer Delegation fliegt mit einer Airbus A400M zur künftigen Außenstelle des Geschwaders.

Mehr Stellen in Wunstorf für den Übergang

Bette erwartet derzeit nicht, dass die Lechfelder Maschinen zur Wartung nach Wunstorf kommen werden. „Aber wir werden schon versuchen, Bereiche wie das Training in Wunstorf zu konzentrieren.“ Fest steht schon, dass die Flugzeuge ab Nummer 41 vorerst auch von Wunstorf aus operiert werden, bis das Lechfeld so weit ist. Dafür sind zeitweise 70 Dienstposten eingeplant. Weil nicht immer alle Flugzeuge tatsächlich in Wunstorf sind, hofft das Geschwader, zunächst Platzreserven nutzen zu können und will später dann auf den Flughafen Langenhagen zurückgreifen.

Noch unsicher ist, wann die zusätzlichen Flugzeuge kommen werden. Gerade erst hat die Bundeswehr Airbus die Nummern 32 und 33 zurückgegeben, weil Schrauben an Propellern locker waren. „Da muss die Industrie jetzt erst ihre Hausaufgaben machen“, sagt Bette.

Politiker wollen im Kontakt bleiben

In einem Runden Tisch mit Kommunalpolitikern aus der bayerischen Region berichten die Wunstorfer Gäste, welche Erfahrungen sie mit dem A400M gemacht haben. In einem Rundflug bekommen dann auch die Gastgeber einen Eindruck von dem Flugzeug.

Auf dem Rückflug lobte Eberhardt die Luftwaffe für ihr transparentes Vorgehen in diesem Fall. „Ich habe aber festgestellt, dass es zum Lärm im Lechfeld noch größere Befürchtungen gibt, offenbar weil es ein Jet-Standort war.“ Wunstorfs Ortsbürgermeister Thomas Silbermann fand die Veranstaltung auch gelungen und berichtete: „Wir wollen in Kontakt bleiben.“ Die Politiker aus dem Lechfeld haben eine Einladung nach Wunstorf bekommen.

Kurz vor der Auestadt geht die Sonne unter, was für ein paar beeindruckende Bilder sorgt. Schließlich setzen Kratz und Bette die Maschine im Dunkeln problemlos auf die Landebahn auf, sodass der Flugtag nach dem Parken enden kann.

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Von Sven Sokoll

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