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Wunstorf Hilfsnetzwerk für Familien startet mit großem Zuspruch
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Wunstorf: Netzwerk für Familien "Gut aufwachsen in Wunstorf" startet mit großem Zuspruch

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18:36 21.11.2019
Eine gut besuchte Auftaktveranstaltung zur Gründung des Netzwerkes Gut aufwachsen in Wunstorf – Frühe Hilfe – Frühe Chancen: Beim Markt der Möglichkeiten können sich die Besucher informieren. Quelle: Rita Nandy
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Wunstorf

Das Netzwerk Gut aufwachsen in Wunstorf – Frühe Hilfen – Frühe Chancen soll den Austausch von Institutionen fördern, die im Kinder- und Jugendbereich aktiv sind. Wie sehr dies von den beteiligten Institutionen gewünscht ist, zeigte das große Interesse zum Auftakt. Etwa 180 Besucher waren am Mittwochabend in die Aula der Otto-Hahn-Schule gekommen.

Region unterstützt Netzwerk mit 20.000 Euro

Dafür gab es auch ein großes Lob von Andrea Hanke, Dezernentin für Soziale Infrastruktur der Region Hannover. „Ich bin überwältigt, wie viele in Wunstorf bereit sind, sich für diese Idee zu engagieren. Sie sind wichtig, damit das Netzwerk funktionieren kann“, sagte Hanke in ihrer Begrüßungsrede. Um die Energie nicht verpuffen zu lassen, unterstütze die Region Hannover das Wunstorfer Netzwerk mit jährlich 20.000 Euro. Für spezielle Projekte könnte zusätzliches Geld beantragt werden. Die frühen Hilfen richten sich an werdende Eltern und Familien mit Kindern bis sechs Jahren.

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Markt der Möglichkeiten

Was für Angebote es bereits in Wunstorf gibt, darüber konnten sich die Teilnehmer beim Markt der Möglichkeiten informieren. So stellten sich unter anderem die Familien- und Erziehungsberatungsstelle, das Familienservicebüro, der Diakonieverband, die Jugendhilfestation, freie Träger der Jugendhilfe und die Frühförderung vor. Auch die Region Hannover präsentierte ihre Förderprojekte. Als Schule sei es wichtig zu wissen, was für Ansprechpartner es gebe, sagte Förderschullehrerin Jannine Schäfer von der Grundschule Großenheidorn. Sie sieht vor allem Handlungsbedarf beim Übergang der Kinder von der Kita in die Schule. Sie möchte gern eine Vertreterin der heilpädogischen Frühförderung an die Schule einladen.

Kräfte müssen gebündelt werden

„Die Veranstaltung ist sehr gut organisiert. Es ist gut, dass man von Stand zu Stand gehen kann“, lobt die Logopädin Susanne Bodmann. Reges Interesse herrschte beispielsweise am Stand von Elke Pietzsch von der Schwangerschaftsberatung. Diese gebe es seit 22 Jahren, doch noch immer sei sie nicht allen bekannt. Um ihr Angebot vorzustellen, hat die Einrichtung eine Broschüre mit Informationen für werdende Eltern zusammengestellt. Die Beratung sei anonym und kostenlos. Praktische Hilfe nach der Geburt und im ersten Lebensjahr bietet beispielsweise die Diakonie mit ihren Angeboten Wellcome und Bin da an. Die Besucher wollten beispielsweise wissen, wie die Ehrenamtlichen begleitet werden, erzählte Koordinatorin Janet Breier. Sie findet ein Netzwerk wichtig: „Wir müssen die Kräfte bündeln und voneinander profitieren.“

Kein Kind soll durchs Netz fallen

Wie schnell eine Familie auf Hilfe angewiesen sein kann, erlebte kürzlich Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt. Seine Schwiegertochter musste nach der Geburt von Zwillingen auf die Intensivstation. Sein Sohn habe nicht gewusst, was zu tun sei, berichtete Eberhardt. Die Hebamme habe geholfen. Die Stadt habe Anfang 2019 mit der Region einen Vertrag geschlossen. „Auch in Wunstorf soll kein Kind durchs Netz fallen.“

Die Lenkungsgruppe übernimmt die kontinuierliche Arbeit des Netzwerkes. Moderatorin Corinna Dröge (rechts) führt durch die Veranstaltung. Quelle: Rita Nandy

Familienstadtplan soll Auskunft geben

In der Region gibt es bereits zwölf Netzwerke. Im nächsten Jahr sollen noch zwei hinzukommen, berichtet Marion Schumann vom Koordinierungszentrum Frühe Hilfen – Frühe Chancen der Region. Sie rät dazu, dass die Politik regelmäßig über die Arbeit informiert wird. Ein Vertreter sollte der Lenkungsgruppe angehören, die die Arbeit kontinuierlich fortsetzt. Als Nächstes soll ein Familienstadtplan erstellt werden, der unter anderem Einrichtungen und Kinderärzte aufführt.

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Von Rita Nandy