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Wunstorf Neujahrsempfang: LTG 62 hofft auf schnelle Firmen-Ansiedlung
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Wunstorf: Neujahrsempfang: LTG 62 hofft auf schnelle Wartungsfirmen-Ansiedlung an Fliegerhorst Wunstorf

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19:18 12.01.2020
Beim Neujahrsempfang spielt zum Abschluss die Oberstufenband des Hölty-Gymnasiums. Quelle: Sven Sokoll
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Wunstorf

In der voll besetzten Halle des Ausbildungszentrums hat das Lufttransportgeschwader 62 am Freitag seinen Neujahrsempfang begangen. Kommodore Ludger Bette beschäftigte sich in seiner Rede mit den aktuellen politischen Spannungen an den Rändern Europas, die Besorgnis erregen.

„Ich nehme einen überparteilichen Konsens darüber wahr, dass Europa in die Lage versetzt werden muss, eigenständige Antworten auf politische Verwerfungen in seinem nahen und nächsten Umfeld zu geben.“ Bei den Einsätzen der Bundeswehr, die Gewalt in der Nachbarschaft eindämmen sollen, hätten sich die A400M-Flugzeuge aus Wunstorf als Rückgrat bewährt, vor allem nachdem in den vergangene Monaten noch weitere Fähigkeiten hinzugekommen sind.

Soldaten wurden aus dem Irak ausgeflogen

Aus dem Irak haben die A400M einen Teil des Bundeswehrkontingents am Dienstag ausgeflogen. Weitere Flüge können folgen. „Die A400M hat sich in diesem anspruchsvollen Kontext sehr bewährt. Dennoch sind wir noch nicht am Ziel“, sagte Bette.

Das Geschwader wünscht sich, dass die Industrie im eigenen Gebäude künftig auch Wartungen in Wunstorf vornehmen kann, es gibt aber noch viel Klärungsbedarf. „Ich bleibe aber zuversichtlich, dass das gelingen wird“, betonte der Oberst. Bisher war die Firma Airbus dafür als Partner im Gespräch gewesen.

Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt (links) und Kommodore Ludger Bette sind die Redner beim Neujahrsempfang. Quelle: Sven Sokoll

Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt sagte dazu später: „Wir freuen uns, dass die Industrie würdigt, dass wir in diesem Punkt sehr professionell aufgestellt sind.“ Aber die Bürokratie der Bundeswehrverwaltung oder des Verteidigungsministeriums seien leider nicht so schnell, wie man sich das erhofft.

Geschwader bekommt einen Preis

Mit Freude kündigte Kommodore Bette auch an, dass das Geschwader im Februar den Prinz-Heinrich-Preis als bester Verband im Bereich des Lufttransportkommandos bekommen wird. Doch auch aus dem Systemzentrum 23 gab es positive Neuigkeiten, denn auch sein Standort auf dem Fliegerhorst mit rund 300 Arbeitsplätzen ist jetzt gesichert. Im vergangenen Jahr hat die Sanierung seiner Anlagen begonnen, die sich in diesem Jahr noch fortsetzen wird.

Bette freute sich auch, dass 2019 wieder mehr Gäste den Fliegerhorst besucht und so ihr Interesse dokumentiert haben. Auch Musik aus Wunstorf war bei dem Empfang wieder zu hören: Schüler des Hölty-Gymnasiums unterhielten die Gäste, und zwar das Orchester und zwei Bands.

Weitere Betriebskita-Plätze entstehen

Bei seinem Rück- und Ausblick sprach Bürgermeister Eberhardt auch über den Bau der Nordumgehung, für den das Oberverwaltungsgericht noch einige Nachbesserungen gefordert hat. „Ich gehe davon aus, dass ich den Abschluss eher als Pensionär erleben werde“, sagte er. Auch bei den rund 40 unterschiedlichen Bebauungsplänen, an denen die Stadt gerade arbeitet, zeige sich: „Das Planungsrecht muss erheblich verkürzt werden.“

Beim Neujahrsempfang ist die Halle des Ausbildungszentrums voll. Quelle: Sven Sokoll

Der Bau eines Betriebskindergartens auf dem Fliegerhorst stößt bei der Bundeswehrverwaltung auf Widerstände. Eberhardt versprach deshalb, zumindest außerhalb der Kaserne in Wunstorf weitere Plätze für die Kinder der Beschäftigten zu schaffen.

Stadt will auch ohne Notstand für das Klima etwas tun

Über einen Kita-Notstand wegen fehlender Erzieher und Plätze will Eberhardt aber nicht sprechen, ebenso wie er den Notstandsbegriff beim Thema Klima nicht mag. In beiden Fällen gehe es einfach darum, konkret an vielen Stellen an den notwendigen Lösungen zu arbeiten. „Wir müssen auch aufpassen, dass wir nicht den gesellschaftlichen Frieden gefährden.“

Beim Neujahrsempfang spielt zum Abschluss die Oberstufen-Band des Hölty-Gymnasiums. Quelle: Sven Sokoll

Er warnt vor Denkverboten und würde deshalb über eine längere Laufzeit vom Atomkraftwerken nachdenken, auch wenn er kein glühender Fan davon sei: „Die Politik muss Antworten finden, um zu einer schnellen CO2-Reduzierung zu kommen.“

In Wunstorf will die Stadt in diesem Jahr nicht nur mehr Bäume Pflanzen, sondern auf dem Baubetriebshof eine weitere Solarstromanlage installieren und dies künftig auch bei allen städtischen Neubauten. Auch zwei Fahrradtürme am Bahnhof sollen den Umstieg auf klimaschonende Verkehrsmittel fördern.

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Von Sven Sokoll

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