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Wunstorf Zu viel Nitrat und Phosphat: Land will das Düngen am Steinhuder Meer neu regeln
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Wunstorf/Neustadt: Zu viel Nitrat und Phosphat: Land Niedersachsen will das Düngen am Steinhuder Meer neu regeln

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13:59 12.09.2019
Für das Düngen im Bereich des Steinhuder Meeres sind neue Regeln geplant (Symbolbild). Quelle: dpa
Steinhude

Ein Abkürzungs-Ungetüm hat die Region rund um das Steinhuder Meer am Mittwoch in die Schlagzeilen gerückt. So sieht es aus: NDüngGewNPVO. Dahinter verbirgt sich die Niedersächsische Verordnung über düngerechtliche Anforderungen zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigung durch Nitrat oder Phosphat.

Worum geht es? In einem Satz: Weil im Steinhuder Meer ein zu hoher Anteil an Phosphat gemessen wurde, legt die Landesregierung Bauern strengere Regeln für das Düngen auf, die ohnehin mit der Verschärfung der Düngeverordnung zu kämpfen haben. Der Entwurf für die neue Verordnung wird jetzt drei Monate in Verbänden diskutiert, bevor das Kabinett in Hannover die endgültige Fassung der Verordnung beschließt. Das soll Mitte November so weit sein, bis dahin dürfte es noch Diskussionen geben.

EU fordert mehr Schutz

Die Landesregierung hat sogenannte Gebietskulissen definiert, in denen die Werte für Phosphat (im Oberflächenwasser) und für Nitrat (im Grundwasser) zu hoch sind. Die neue Verordnung soll dafür sorgen, dass über die Landwirtschaft weniger Nährstoffe in Gewässer geschwemmt werden. Hintergrund: Die Europäische Union (EU) pocht darauf, dass Deutschland Umweltvorgaben einhält, die schon vor Jahren in Brüssel festgelegt worden sind. Auf dem Thema lastet seit einiger Zeit politischer Druck, weil die EU für den Fall der Nichtbefolgung Deutschland hohe Strafen androht.

Zur Phosphat-Gebietskulisse gehört auch das Steinhuder Meer, als einer von acht niedersächsischen Seen. Landesweit umfasst diese Kulisse ein Gebiet von 35.000 Hektar, das ist ein Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Zu der Region, die von der neuen Verordnung erfasst wird, gehören das Steinhuder Meer und seine Uferbereiche, besonders betroffen sind Bereiche im Südwesten, im Südosten und im Norden des Steinhuder Meeres.

Wasserqualität leidet unter Nährstoffen

Die Qualität des Wassers im sehr flachen Steinhuder Meer wird schon seit Langem durch ein Übermaß von Nährstoffeinträgen belastet, die auf die Landwirtschaft zurückgehen. Sie sickern nach Auskunft des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz über das Grundwasser, aber auch über Zuflüsse ein. Vor allem im Sommer ist es in den vergangenen Jahren verstärkt zu Algenblüten gekommen. Sie beeinflussen Fauna und Flora,trüben außerdem den Badespaß am Steinhuder Meer, das im Sommer viele Touristen unter anderem zur Badeinsel in Steinhude zieht.

Was die Reduzierung des Phosphateinsatzes angeht, legt die Verordnung der Landesregierung den Landwirten vor allem drei Maßnahmen auf. Erstens müssen sie den Wirtschaftsdünger analysieren, bevor sie ihn auf die Felder bringen, um noch präziser düngen zu können. Zweitens müssen sie für sieben (statt wie bisher für sechs) Monate Wirtschaftsdünger und Gärreste lagern, um deren Einsatz flexibler steuern zu können und drittens „auf hoch und sehr hoch versorgten Böden“ die Düngung mit Phosphat reduzieren, damit dessen Anteil im Boden dauerhaft sinkt.

Übergangsfristen vorgesehen

Für zwei der Maßnahmen hat die Landesregierung Übergangsfristen vorgesehen. Die Reduktions-Vorschrift gilt ab Anfang 2021, die Lager-Vorschrift ab Mitte 2021. Ob die Bauern die neue Verordnung nach ihrer Verabschiedung einhalten, soll dann die Landwirtschaftskammer Niedersachsen überwachen.

Von Arne Boecker

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