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Wunstorf Helma-Wohnviertel: Planung vor Abschluss
Umland Wunstorf

Wunstorf: Planung für Helma-Wohnviertel kommt zu Ende

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00:18 06.06.2019
So soll der Bereich zwischen Plantagenweg (links) und König-Ludwig-Straße aufgeteilt werden. Quelle: Helma Wohnungsbau
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Wunstorf

Bis zur Ratssitzung am 19. Juni sollen die politischen Gremien das große Wohnbauprojekt zwischen dem Plantagenweg und der König-Ludwig-Straße planerisch zu eine Abschluss bringen. Das frühere Gärtnereigelände liegt seit längerer Zeit brach, nun hat die Firma Helma Wohnungsbau aus Lehrte den Plan dafür entwickelt und will rund 90 Wohneinheiten schaffen. Auch eine Kita soll entstehen.

In der letzten Runde der Beteiligung haben Bürger noch einmal kritisiert, dass die Bebauung ihnen zu massiv sei. Die Stadt weist aber darauf hin, dass der bestehende Bebauungsplan aus den Siebzigerjahren eine weitaus größere Bebauung in bis zu acht Etagen vorsah. Dabei hätte die Verwaltung den Begriff „Fremdkörper“ auch gelten lassen. Der neue, überarbeitete Plan lässt aber nur noch vier Geschosse zu, die sich damit besser in die Umgebung einfügen sollen. Gebäude mit Flachdächern dürfen 13 Meter hoch werden, Satteldächer bis 17,50 Meter. Wegen der Kritik ist die Grenze der Bebauung um zwei auf jetzt sieben Meter Abstand von der Grundstücksgrenze gerückt worden. „Damit wird dem Nachbarschutz ausreichend Rechnung getragen“, ist die Ansicht die Stadt.

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Stadt: Projekt passt zum Ziel Nachverdichtung

„Es kann auch nicht davon ausgegangen werden, dass die genannte Fläche weiterhin brach liegt“, heißt es in einer Erwiderung. Das Plangebiet liegt günstig in der Nähe der Infrastruktur und entspricht genau dem städtischen Ziel, Flächen im Inneren des Stadtgebiets zu bebauen, statt am Rand neue Flächen zu erschließen.

Kritiker haben auch befürchtet, dass die zusätzliche Bebauung und die Kita zu zusätzlichem Verkehr führt, den das Straßensystem so nicht meistern kann. Auch die Zahl der Stellplätze wurde als zu gering eingeschätzt, die nach Ansicht der Verwaltung ausreichen. Auch für den Verkehr erwartet sie keine zu großen Belastungen.

Das Gebiet wird keine durchgängige Erschließungsstraße bekommen, sondern zwei Sackgassen mit Wendehammer vom Plantagenweg und von der König-Ludwig-Straße aus. In der Mitte werden nur Fußgänger und Radfahrer zwischen den beiden Teilen wechseln können.

Ortsrat Wunstorf diskutiert als erstes Gremium

Aus einer Eigentümergesellschaft an der Graf-Ludolf-Straße kam der Wunsch, die Lebensbaum-Hecke auch nach dem Bau als Grenze zu erhalten. Die Stadt weist darauf hin, dass sie dazu im Bebauungsplan nichts festgesetzt hat. Der Investor wolle das aber prüfen. „Zudem steht es auch den Nachbarn frei, eine neue Hecke oder neue Einfriedungen auf ihrem Grundstück zu errichten“, betont die Bauverwaltung.

Ein Nachbar hat außerdem befürchtet, dass das Bauprojekt den Rettungsweg zu seinem Grundstück behindert. Die Stadt weist aber darauf hin, dass seine Anliegerstraße mit einer Breite von vier Metern breit genug sei und auch bisher die Rettungsfahrzeuge nicht über das Nachbargrundstück fahren müssen, sodass sich für ihn nichts ändere.

Über den Bebauungsplan diskutiert zunächst der Ortsrat Wunstorf in seiner öffentlichen Sitzung am Mittwoch, 5. Juni, ab 18 Uhr im Rathaus.

Von Sven Sokoll