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Wunstorf Airbus-Ansiedlung: Stadt will mit Bebauungsplan-Verfahren beginnen
Umland Wunstorf

Wunstorf: Planverfahren soll Airbus-Ansiedlung ermöglichen

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00:17 03.06.2019
Vor einige Wochen wurden die Ackerflächen um das Baugrundstück auf Kampfmittelrückstände aus dem Weltkrieg untersucht. Quelle: Kathrin Götze
Großenheidorn/Klein Heidorn

Airbus soll in den nächsten Jahren die Möglichkeit erhalten, direkt am Fliegerhorst Wunstorf die dort stationierte Flotte seiner Transportflugzeuge des Typs A400M zu warten. Mit dem Ziel, das Baurecht zu schaffen, sollen in der nächsten Woche zunächst die Ortsräte aus Großenheidorn und Klein Heidorn über die Pläne sprechen.

Die Flotte der Maschinen beim Lufttransportgeschwader 62 wird auf 40 Maschinen anwachsen. Damit genug Platz für die detaillierten C-Check-Kontrollen vorhanden ist, will das Bundesamt für Ausrüstung der Bundeswehr diese Wartungsdockplätze bis Ende 2026 schaffen. Das Amt hat den Hersteller deshalb aufgefordert, ein Angebot für den Standort Wunstorf zu entwickeln. Airbus soll dort die vorgeschriebenen detaillierten Inspektionen in eigener Verantwortung ermöglichen.

So soll das Wartungszentrum zwischen Großenheidorn und dem Fliegerhorst aussehen Quelle: Stadt Wunstorf

Airbus hat daraufhin Flächen rund um den Fliegerhorst gesucht, die dafür in Frage kommen könnten. In einer Machbarkeitsstudie wurden zwei Standorte näher untersucht: einer zwischen dem Flugplatz und Großenheidorn, der andere im Bereich Stiefelholz, nördlich des Frachtweges. Im Ergebnis wären beide geeignet. Mehrere Gründe sprechen derzeit aber vor allem für das Areal bei Großenheidorn.

Grün soll als Puffer wirken

Dort hat die Stadt die notwendigen Flächen schon fast aufgekauft, um sie dann an Airbus weiter zu geben. Der Konzern hat jetzt auch schon beantragt, einen Bebauungsplan für das rund 13 Hektar große Gebiet zu erstellen. Dafür muss auch der Flächennutzungsplan geändert werden. Das künftige Areal bis an die Regionsstraße 332 heran soll sich so an den Fliegerhorst anschließen, dass es praktisch ein Teil davon wird und zum Beispiel keine eigene Zufahrt benötigt.

40 Maschinen des Typs Airbus A400M sollen in Wunstorf stationiert werden. Quelle: Sven Sokoll

Nachdem das Projekt bekannt geworden war, waren an die Planer schon einige Fragen aus den Ortsräten herangetragen worden, auf die sie in der Beschlussvorlage schon erste Antworten geben. So wurde gewünscht, das Ortsbild nicht so stark zu beeinträchtigen und dafür erst Boden auszuheben, bevor neu gebaut wird. Das ist nicht geplant, doch die Verwaltung betrachtet den Abstand zu den Großenheidorner Wohnbereichen als ausreichend groß und will außerdem einen Grünstreifen und einen Wall als Puffer schaffen. Derzeit soll die Halle 38 Meter hoch werden, doch das kann sich im Verfahren noch verringern.

Triebwerkstest werden verboten

Auch Lärm war befürchtet worden. Die Stadt will mit Airbus vereinbaren, dass Triebwerke auf dem Gelände nicht getestet werden dürfen. Das Unternehmen will die Flugzeuge auch mit Schleppern in die Halle ziehen, so dass die Rotoren dafür nicht laufen müssen. Insgesamt hat ein Lärmgutachten ergeben, dass die Anwohner von den Geräuschen nicht unzulässig belastet werden.

Untersucht wurde auch, ob das Verkehrsnetz in der Umgebung an die zusätzlichen Fahrten angepasst werden muss. Bei den drei bisher untersuchten Kreuzungen ist das nicht der Fall. Dazu gehört aber nicht die Kreuzung der Regionsstraßen 331 und 332 am Großenheidorner Ortseingang, nach der die Politik gefragt hatte. Deshalb will die Verwaltung das noch untersuchen lassen.

Die Ortsräte Klein Heidorn und Großenheidorn beraten über den Beginn des Planverfahrens am Mittwoch, 5. Juni, ab 19.30 Uhr im Großenheidorner Gasthaus Küker, Dorfstraße 12. Anschließend wird der Ortsrat Großenheidorn allein weiter tagen und dabei unter anderem über die Parkprobleme an der Strandallee sprechen.

Von Sven Sokoll

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