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Wunstorf Politik diskutiert über K+S-Pläne zu Flutung und neuen Anlagen
Umland Wunstorf

Wunstorf: Politik diskutiert über K+S-Pläne zu Flutung und neuen Anlagen bei Sigmundshall

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08:03 09.02.2020
Eine Pipeline zum Schacht Kolenfeld ist für die Stadt die beste Methode, die Grube zu fluten. Quelle: Sven Sokoll
Wunstorf

In den politischen Gremien wird in den nächsten Wochen das frühere Kalibergwerk Sigmundshall in Bokeloh eine größere Rolle spielen. Der K+S-Konzern als Eigentümer hat beim Landesamt für Bergbau und Energie zwei Betriebspläne dazu eingereicht, wie er sich die weitere Entwicklung über Tage und in der Grube vorstellt. Die Stadt kann zu den Plänen jetzt eine Stellungnahme abgeben.

Über Tage ist der Prozess noch vergleichsweise einfach. Die Firma K+S will alte Produktionsanlagen abreißen, die sie nach dem Ende der Kalisalzproduktion nicht mehr benötigt. Sie will Platz für neue Anlagen zu machen und experimentiert unter anderem mit innovativen Verfahren der Nahrungsproduktion.

Die Stadt begrüßt das. Rechtlich werden diese Areale dann aber nicht mehr unter das Bergrecht fallen und müssen umgewidmet werden. „Nähere Regelungen zu einer Nachnutzung bleiben dann einem Bebauungsplanverfahren vorenthalten“, schreibt die Stadt.

K+S macht in Sigmundshall Platz für neue Aktivitäten. Quelle: Sven Sokoll

Stadt begrüßt Verzicht auf Lastwagen

Unter Tage strahlen die Planung stärker auf die Umgebung aus. Das Unternehmen muss zwar zunächst die Anlagen ausbauen und die Hohlräume verfüllen. Doch K+S hat angekündigt, schon ab Mitte nächsten Jahres auch zu fluten, und zwar zunächst die unterste Ebene.

Der Konzern nutzt das als Chance, salzhaltiges Wasser aus seinen anderen Werken zu entsorgen. Um auch auf die notwendigen Volumen zu kommen, soll aber auch der Mittellandkanal als Wasserquelle dienen. So stellt sich die Frage, wie die Flüssigkeiten dann in die Tiefe befördert werden.

K+S hatte zunächst erwogen, den Schacht Kolenfeld mit Lastwagen anzufahren, davon aber abgelassen. „Wir begrüßen, dass ein Transport mit Lastwagen jetzt nicht mehr vorgesehen ist“, schreibt die Stadt dazu an das Landesamt. Stattdessen werden andere Wege geprüft. Der einfachste wäre, die Bahntrasse zum Bokeloher Schacht zu nutzen. Geprüft wird aber auch eine Pipeline zum Schacht Kolenfeld, die in Haste nach einem Bahntransport oder am Mittellandkanal bei einem Schiffstransport befüllt werden könnte.

Bokeloh und Mesmerode beraten zuerst

Diese Variante wäre aus der Sicht der Stadt die beste. Insgesamt fordert sie: „Der Transport der benötigten Wässer soll umwelt- und anliegerschonend geschehen.“ Immerhin wird die Verfüllung rund 15 Jahre dauern. Je nach dem Ergebnis werden aber auch noch weitere Genehmigungsverfahren folgen müssen.

Die Ortsräte Bokeloh und Mesmerode beschäftigen sich mit der Stellungnahme in ihren Sitzungen, die beide am Donnerstag, 13. Februar, um 19 Uhr beginnen. Die Bokeloher tagen in der Pausenhalle der Grundschule, die Mesmeroder bei der Schützengesellschaft. Auch die Planung für die gemeinsame Feuerwache wird in den Sitzungen fortgesetzt.

K+S-Vertreter berichten dann in einer gemeinsamen Sitzung des Ortsrates Wunstorf mit dem Bauausschuss am Donnerstag, 20. Februar, ab 18 Uhr in der Pausenhalle des Hölty-Gymnasiums.

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Von Sven Sokoll

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