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Wunstorf Premiere: A400M ist als fliegende Tankstelle im Einsatz gegen den IS
Umland Wunstorf

Wunstorf: Premiere: A400M ist als fliegende Tankstelle in Jordanien im Einsatz

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13:38 12.07.2019
Zwei Kampfflugzeuge nähern sich der fliegenden Tankstelle, die die Tankvorrichtung ausgefahren hat. Quelle: Albert Tugendheim
Wunstorf

 Erstmals ist ein Bundeswehr-Transportflugzeug vom Typ A400 M unmittelbar an einem Auslandseinsatz der Bundeswehr als Tankflugzeug für Jets beteiligt. Der Kommodore des Wunstorfer Lufttransportgeschwaders 62 (LTG 62), Ludger Bette, verabschiedete am Freitagmittag zwei Piloten und 20 Soldaten in den Einsatz nach Jordanien. Dort unterstützt die Bundeswehr bei der Aktion Counter Daesh den Kampf gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS). Bette sagte, es sei „ein großer Tag“ für das Lufttransportgeschwader – schließlich sei noch keine andere Nation für Tankeinsätze in der Luft mit dem A400 M gerüstet. Er dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz.

Luftbetankung ist sehr gefragt

Geübt haben die Piloten die Tankeinsätze vorab ausführlich, in bestimmten Luftkorridoren haben sich viele Jets schon betankt. 50 Tonnen kann ein A400 M-Transporter an Bord nehmen. Davon kann er an Jets soviel abgeben, wie er nicht selbst benötigt. Alle der 30 Maschinen, die inzwischen auf dem Fliegerhorst stationiert sind, sind für Luftbetankungen ausgerüstet. Zehn Crews stehen bereit. Es sind nur zwei Piloten für das Manöver nötig. Sie führen die Betankung von Jets in der Luft von ihrem Cockpit aus und überwachen über Monitore den Vorgang. Die Luftbetankung sei „ein hoch gefragtes Gut“, sagte Bette. Zwei Tankflüge seien bisher pro Woche erledigt worden, die Soldaten nun bereit für echte Einsätze.

Zum ersten Mal wird eine Luftransportmaschine vom Typ A400 M als Tankflugzeug in einem Auslandseinsatz eingesetzt. Von Wunstorf aus geht es nach Jordanien.

Eine anspruchsvolle Aufgabe

Einer der Piloten, die nach Jordanien abheben, ist Maik Drescher. „Die Luftbetankung ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die Königsdisziplin“, sagte er. Bei den bisherigen Betankungen habe es keine Probleme gegeben. Seit einem Jahr fliegen die LTG-Piloten diese Manöver im Übungsflugbetrieb. Aus den Jetverbänden gebe es positive Resonanz. „Wir freuen uns auf den Einsatz“, sagte er und ist sich darin mit Pilot Hans Gerisch einig. Zwei Wochen werden sie in Jordanien bleiben. „Es ist wichtig, dass wir jetzt auch Einsätze fliegen“, sagte Drescher.

Mit dieser Vorrichtung werden die Jets in der Luft betankt. Quelle: Albert Tugendheim

Betanken bei Tempo 600

Die Betankungen in der Luft sind bei verschiedenen Geschwindigkeiten möglich. Um die 600 Stundenkilometer ist das höchste Tempo, und es erfordert auch die höchste Konzentration. Zu der Vorstellung der Betankungsmöglichkeiten, die als Demonstration auch über Wunstorf zu sehen waren, war am Freitag auch der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, erwartet worden. Er konnte jedoch nicht an der Verabschiedung der Soldaten teilnehmen: Gerhartz saß in Mali fest, weil sein Rückflug storniert worden war – von der zivilen Air France.

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Von Albert Tugendheim

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