Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wunstorf „Denken Sie zunächst an sich“: Wunstorfer Frauen holen sich Tipps zur Altersvorsorge
Umland Wunstorf

Wunstorf: Rentenvortrag in der Abtei interessiert viele Frauen

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:39 27.10.2019
Referentin Ursula Oelbe zeigt in der Abtei Frauen einen Weg zur besseren Rente. Quelle: Rita Nandy
Wunstorf

Bei dieser weiblichen Problemzone zählen nicht die Kalorien, sondern jeder Euro. Dies zeigte der sehr gut besuchte Vortrag „Rente - eine typisch weibliche Problemzone“ von Versicherungs- und Finanzmaklerin Ursula Oelbe.

Durchschnittsrente beträgt 653 Euro

Die Mehrzahl der Zuhörerinnen – auch einige Männer saßen im Publikum –hatte schon einmal einen Blick auf ihre Renteninformation geworfen. Dieser dürfte bei vielen ernüchternd ausgefallen sein. Während Männer im Durchschnitt 1130 Euro Altersrente erhalten, beziehen Frauen nur 653 Euro, berichtet Oelbe. Die Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover zähle für die Region Hannover derzeit knapp 130.000 Rentnerinnen und 96.000 Rentner, teilte Pressesprecher Wolf-Dieter Burde auf Anfrage mit. Beide Experten warnen Frauen davor, die Ehemänner als ihre Altersabsicherung zu betrachten. „Jede dritte Ehe wird geschieden“, gab Oelbe zu bedenken.

Finanzexpertin ist Anhängerin der Riester-Rente

Eine typisch weibliche Erwerbsbiographie sieht wie folgt aus: Fünf bis zehn Jahre arbeiten Frauen Vollzeit. Es folgen zwei Kinder und eine Familienpause. Dem schließen sich 25 Jahre Teilzeit an. Um für das Alter abgesichert zu sein, stellte die Finanzexpertin ein Drei-Säulen-Modell vor. Zur ersten Schicht gehören die gesetzliche Altersvorsorge und Rürup-Rente, zur zweiten eine Riester- oder Betriebsrente sowie zur dritten eine private Vorsorge. „Ich bin eine glühende Anhängerin der Riester-Rente“, verrät Oelbe. Die Vorteile des staatlich geförderten Modells: Der Mindestbeitrag liegt nur bei 5 Euro monatlich, für kindergeldberechtigte Kinder gibt es einen Zuschlag, und die Rente ist auf Ehepartner vererbbar. Dabei hält sie für Frauen noch einen Tipp parat: „Wenn Sie sich um Vorsorge kümmern, nehmen Sie sich in den Fokus. Denken Sie nicht, was passiert, wenn Sie nicht mehr da sind.“

Recht auf Entgeltumwandlung

Je nach Alter, Familienstand, Jahreseinkommen und Anzahl von Kindern liegt die Förderquote bei Riester-Verträgen bei den von Oelbe genannten Beispielen zwischen 31 und 93 Prozent. Diese hohe Quote erreicht eine Mini-Jobberin, am 1.1.1982 geboren, bei einem Jahreseinkommen von 5400 Euro (5 Euro monatlicher Beitrag). Auch eine Entgeltumwandlung für die betriebliche Altersvorsorge lohnt sich. Wenn bei Steuerklasse V, vom 1424,75 Euro hohen Brutto-Monatseinkommen 50 Euro für die betriebliche Altersvorsorge umgewandelt werden, beträgt der Nettoeinsatz nur 16,67 Euro. „Sie habe ein Recht auf Entgeltumwandlung“, betont die Fachfrau. Sie war von der großen Resonanz auf ihren Vortrag überrascht.

Die Gleichstellungsbeauftragte Sandra Werner (von links), Ingrid Erfling (Landfrauen) und Gabriele Witten-Neubert (VHS Hannover-Land) sowie Referentin Ursula Oelbe freuen sich über eine sehr gut besuchte Veranstaltung. Quelle: Rita Nandy

Veranstalterinnen sind zufrieden

Zur Freude der Organisatorinnen – der Gleichstellungsbeauftragten Sandra Werner, Ingrid Erfling von den Landfrauen und Gabriele Witten-Neubert (VHS Hannover-Land) – fanden 64 Besucher den Weg in die Abtei. „Wir sind echt zufrieden. Der Vortrag war sehr gut“, lobte Werner. Ihr Fazit: Man müsse sich frühzeitig mit dem Thema auseinandersetzen. Aber mit 50 Jahren sei es auch noch nicht zu spät.

Wie haben Sie fürs Alter vorgesorgt?

Heike Schnepel (62) Kolenfeld, Altenteilerin: „Rente bekomme ich noch nicht. Ich habe auch durch betriebliche Altersvorsorge vorgesorgt. Durch die Pflege von Angehörigen geht Geld in die gesetzliche Rentenversicherung. Frauen sollten diese Möglichkeit viel mehr in Anspruch nehmen. Ich möchte ihnen Mut machen.“ Quelle: Rita Nandy
Helga Hornburg (58) Wunstorf, Vorruhestand: „Ich komme aus der Branche, bin noch bei der Allianz angestellt. Ich habe mit einer betrieblichen Altersvorsorge, Riester-Rente, Aktienfonds und privater Rente gut vorgesorgt. Ich habe zwei Söhne, deshalb habe ich einen Riestervertrag gemacht.“ Quelle: Rita Nandy
Ingrid Walther (57 Jahre) Wunstorf, Buchhalterin: „Ich mache Riester und habe eine Betriebsrente. Nach dem Vortrag werde ich jetzt noch einen privaten Vertrag abschließen. Man denkt oft an diese Sachen nicht, aber man muss sich ganz früh kümmern. Ich habe einige Sparverträge aufgelöst. Da habe ich nicht so richtig drüber nachgedacht.“ Quelle: Rita Nandy

Von Rita Nandy

Der Rat soll am 13. November die Änderungen zu den Straßenausbaubeiträge beschließen. Die genauen Regelungen hat die Verwaltung jetzt vorgelegt. Erst sollen die Sätze sinken, dann werden sie ausgesetzt und Mitte 2020 abgeschafft.

26.10.2019

Das Amazon-Verteilzentrum in Wunstorf-Luthe hat seinen Betrieb aufgenommen. Vertreter des Onlinehändlers stellten ihr Unternehmen jetzt im Ortsrat Luthe vor. Die Politiker sorgen sich derweil um den zunehmenden Verkehr.

25.10.2019

Zum letzten Mal hat die Wunstorfer Tafel am Freitag einen Mittagstisch angeboten, weil sie nicht mehr so viele Lebensmittel bekommt. Die Besucher bedankten sich für das Engagement in den vergangenen zwei Jahren.

25.10.2019