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Wunstorf Männerkreis der Stiftskirche entwickelt Radfahrkonzept für die Stadt
Umland Wunstorf

Wunstorf: Serie zum Radfahren: Männerkreis der Stiftskirche fordert radikales Umdenken

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19:12 08.08.2019
Der Männerkreis der Stiftskirchengemeinde möchte Wunstorf fahrradfreundlicher machen. Für die Entwicklung eines Konzeptes suchen Pastor Thomas Gleitz (links) und Reinhard Bruns noch Mitstreiter. Quelle: Rita Nandy
Wunstorf

Der Männerkreis der Stiftskirchengemeinde möchte die Verkehrssituation für Fußgänger und Radfahrer in Wunstorf verbessern. Dafür sei ein radikales Umdenken notwendig, sagen Mitglied Reinhard Bruns und Pastor Thomas Gleitz. „Autofahren muss so unattraktiv werden, dass die Leute aufs Fahrrad umsteigen“, fordert Gleitz. Dafür müssten aber auch die Rahmenbedingungen stimmen.

Wie diese aussehen könnten, damit beschäftigt sich der Männerkreis. Zudem möchte er noch weitere Mitstreiter ins Boot holen. Ein erstes Treffen mit Interessierten ist für Donnerstag, 29. August, 19.30 Uhr, im Gemeindehaus an der Stiftsstraße geplant. Ihr Anliegen haben die Männer erstmals beim gut besuchten Gemeindefest vorgestellt.

Serie zum Thema Radfahren

Wunstorf ist eine fahrradfreundliche Stadt mit zahlreichen Radlern. Um Autofahrer zum Umsteigen auf das Fahrrad zu bewegen, muss sich jedoch noch einiges ändern. In einer losen Serie beleuchten wir verschiedene Aspekte des Fahrradfahrens, geben Sicherheitstipps und machen Vorschläge für eine Radtour. Reinhard Bruns vom Männerkreis und Stiftspastor Thomas Gleitz schildern ihre Visionen für ein fahrradfreundlicheres Wunstorf.

Es gibt kein durchgängiges Radwegenetz

Bei einer Tagung hatte sich der Männerkreis für das Thema entschieden. Es passe zum Leitmotiv der Stiftskirche, Bewahrung der Schöpfung, erläutert Bruns. „Was brauchen Leute, um zu Fuß zu gehen oder Rad zu fahren?“, fragt Gleitz. In fahrradfreundlichen Städten wie Münster habe der Radfahrer Vorrang. Wenn noch Platz ist, komme der Autofahrer. In Wunstorf ist es umgekehrt, wie sich beispielsweise an der Sölterkreuzung zeigt. „An vielen Stellen werden Radfahrer als mobile Verkehrsbremsen eingesetzt“, kritisiert der Pastor.

Wenn sich zwei Autos an der Barnestraße begegnen, müssen sie auf den Fahrradschutzstreifen ausweichen. Zudem gebe es kein durchgängiges Radwegenetz. Eine Verbindung fehle beispielsweise von Blumenau zur Neustädter Straße. Und warum nicht einfach am Bahnhof 50 Autoparkplätze wegnehmen und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder schaffen? Der passionierte Radfahrer weiß aber auch, dass es für Politiker nicht einfach ist, unpopuläre Entscheidungen gegen Autofahrer zu treffen. „Das kostet Wählerstimmen.“

Einbahnstraßenring schafft Platz für Radfahrer

Eine Chance für mehr Fahrradfreundlichkeit biete die geplante Nordumgehung, sind sich Bruns und Gleitz sicher. Daher möchte der Männerkreis bis zur Realisierung sein fertiges Konzept vorlegen. „Man muss jetzt anfangen zu denken“, sagt Gleitz. Die große Vision wäre ein Einbahnstraßenring für die Innenstadt. Barnestraße und Südstraße hätten dann ausreichend Platz für breite Fahrradstraßen. Dabei gelte es, zahlreiche Punkte zu bedenken. Wichtig sei, dass die Idee von vielen getragen werden müsse.

Als positives Beispiel für fahrradfreundliche Städte nennt Bruns Stockholm. Dort wurden zunächst Radschnellwege geschaffen. Dies führte zu 20 Prozent weniger Autoverkehr. Zudem seien dann die Preise fürs Parken erhöht und eine Citymaut eingeführt worden. Die Höhe der Maut sei tageszeitabhängig, ergänzt Gleitz. Breite Radfahrspuren seien für Wunstorf wichtig. „Man ist mit dem Fahrrad in Wunstorf immer schneller als mit dem Auto.“ Wenn er zum Superintendenten nach Neustadt fahre, bewege er sich lieber 20 Minuten, als die gleiche Zeit im Auto zu sitzen.

Weitere Teile in dieser Serie waren:

So funktioniert die botanische Radtour per Smartphone in Luthe

Politiker wollen Radwege in der Stadt verbessern

Stadt sieht für Radfahrer Mängel im Ortskern

Tourentipp: Mit dem Rad vom Bahnhof zur Badeinsel am Steinhuder Meer

An vielen Stellen ist Radfahren gefährlich

Von Rita Nandy

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