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Wunstorf Sigmundshall: K+S gibt Startsignal für Nahrungsforschung
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Wunstorf: Sigmundshall: K+S gibt Startsignal für Nahrungsforschung

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17:04 28.11.2019
Stefanie Wegener und Jan-Michael Dierkes zeigen die Versuchsanlage zur Mikroalgen-Produktion. Quelle: Sven Sokoll
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Vor mehr als 100 Gästen haben Verantwortliche des K+S-Konzerns am Donnerstag dafür getrommelt, ihr neues Innovationszentrum gemeinsam zu entwickeln. Wo bis zum vergangenen Jahr noch Kalisalz abgebaut worden ist, sollen bei Sigmundshall künftig neuartige Beiträge geleistet werden, die Welternährung sicherzustellen. Platz macht das Unternehmen dafür schon frei.

Der K+S-Vorstandsvorsitzende Burkhard Lohr sagte bei seiner Begrüßung, dass bei der stark steigenden Weltbevölkerung die Agrarflächen nicht mehr ausreichen werden, um bei der bisherigen Wirtschaftsweise alle Menschen satt zu bekommen – zumal viele Teile der Erde unter Dürren leiden. Wirtschaft, Wissenschaft, Staat und Nichtregierungsorganisationen müssten zusammenwirken, um neue Ideen zu entwickeln. „Und dies soll ein Ort für eine solche Zusammenarbeit werden“, kündigte Lohr an.

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Minister freut sich, dass K+S Chance nutzen will

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann betonte in seiner Einführungsrede: „Derzeit ist das Thema Klima schon hochaktuell. Aber auch die Welternährung wird weiter in den Fokus rücken.“ Althusmann begrüßte es, dass K+S mit seinem Konzept versuchen will, aus dem notwendigen Strukturwandel eine Chance zu machen.

Bei einer Auftaktveranstaltung hat K+S am Donnerstag zur Zusammenarbeit aufgerufen.

Als eine der großen Herausforderungen bezeichnete der Minister es, den Anteil der tierischen Produktion am Eiweiß von bisher 70 Prozent zu drücken, weil dafür zu viel von der knappen landwirtschaftlichen Fläche benötigt wird. Dabei gibt es schon viele Überlegungen, alternative Eiweißspender wie zum Beispiel Algen zu nutzen. Dazu kommt die Aufgabe, die Nahrungsmittelproduktion zu digitalisieren und damit so effektiv wie möglich zu gestalten. Dazu müssten aber auch die technischen Rahmenbedingungen wie die Mobilfunkanbindung stimmen, bei der Deutschland noch zu viele Defizite habe.

Mikroalgen werden schon gezüchtet

Andreas Gransee und Jan-Michael Dierkes, Verantwortliche für denn Innopark, stellten die Gedanken dahinter vor. Sie betonten, dass K+S nach 120 Jahren Düngerproduktion jetzt im Prinzip den gleichen Weg fortsetzt: „Wir sind Pflanzenernährer, deshalb können wir uns gut weiter damit beschäftigen“, sagte Dierkes.

Sigmundshall kann nach den Worten Dierkes einen voll funktionsfähigen Standort bieten, an dem viel Dinge ausprobierten werden können. „Wir könnten sogar auch unter Tage Mikroalgen züchten, das wären extrem gute Bedingungen“, sagte er. Dazu kämen sehr motivierte Mitarbeiter, die ein neues Kapitel für Sigmundshall aufschlagen wollen.

In der vergangenen Woche hat K+S erst eine Pilotanlage für Mikroalgen eingerichtet, die in Lebensmitteln zum Beispiel als Färb- und Bindemittel eingesetzt werden. „So sind Algen zum Beispiel das einzige natürliche Blau, das man etwa auch in Weingummi nutzen kann“, sagte Spezialistin Stefanie Wegener. In der Anlage müssen die Parameter regelmäßig mit viel Technik kontrolliert werden, damit das Gemisch nicht umkippt.

Als Blickfang vor dem Tor steht mittlerweile ein Container mit einem sogenannten Aquaponik-System. Es stellt einen geschlossenen Kreislauf aus Fischhaltung und Pflanzenproduktion dar.

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Von Sven Sokoll

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