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Wunstorf Baustopp: Schaumbeton in der Lütjen Deile muss nachgearbeitet werden
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Wunstorf-Steinhude: Baustopp: Schaumbeton in der Lütjen Deile muss nachgearbeitet werden

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20:41 25.11.2019
Der Schaumbeton in der Straße Lütjen Deile in Steinhude ist brüchig. Quelle: Sven Sokoll
Steinhude

Vorläufiger Baustopp an der Lütjen Deile: Das Pilotprojekt mit Schaumbeton im Untergrund der neuen Fahrbahn der Steinhuder Straße ist nicht so gelungen, wie sich die Planer das gewünscht haben. Nun sind die Stadt und die beteiligten Baufirmen dabei, die nächsten möglichen Schritte zu diskutieren.

Große Unebenheiten beim Abfräsen

Am 28. Oktober hatten Spezialisten aus den Niederlanden begonnen, erstmals in Wunstorf den flüssigen Schaumbeton in den ausgehobenen Untergrund der Straße fließen zu lassen. Nach dem Aushärten entstanden beim Abfräsen große Unebenheiten. „Die Oberfläche gleicht jetzt einer Mondkraterlandschaft“, sagt Stadtsprecher Alexander Stockum. Deshalb sind die nächsten geplanten Schritte derzeit unmöglich.

Wasseranteil war vielleicht zu hoch

Die Gründe dafür, dass der Versuch schiefgegangen ist, sind noch nicht ganz klar. „Möglicherweise war der Wasseranteil zu hoch“, sagte Stockum. Besonders enttäuscht ist die Bauverwaltung, dass sie eigens auf die erfahrene Firma aus den Niederlanden zurückgegriffen hat, die als Subunternehmer einer hiesigen Baufirma tätig war. Nach zwei Tagen an der Lütjen Deile hat die Fachfirma auch den Untergrund für den neuen Uferweg zwischen Hafenstraße und Ferienpark-Gelände erstellt, aber mit einer anderen Mischung. Dort sind noch keine Probleme aufgetreten.

Der Schaumbeton in der Straße Lütjen Deile in Steinhude ist brüchig. Quelle: Sven Sokoll

Ein Berater, der das Projekt Schaumbeton für die Stadt begleitet hat, hat in den vergangenen Tagen eine Lösungsmöglichkeit erarbeitet. Demnach soll die vorhandene Schicht in einer noch zu bestimmenden Tiefe abgefräst werden. Darauf würde dann eine neue Schicht von Schaumbeton gegossen. Ein Vlies dazwischen soll die Schichten voneinander trennen und so die Stabilität vergrößern. Außerdem hat die Stadt die Universität Hannover eingeschaltet. Experten von dort sollen Materialproben nehmen und den Sanierungsvorschlag des Gutachters bewerten.

Mehrkosten sollen vermieden werden

„Wir wollen auf jeden Fall Mehrkosten für uns und die Anlieger vermeiden“, betont Stockum. Letztere müssen, da die Straße erstmals ausgebaut wird, 90 Prozent der Kosten tragen. Die Stadt sieht zunächst die Firmen in der Pflicht der Gewährleistung. Mit einer Verzögerung ist nun aber auf jeden Fall zu rechnen. „Wir wollen jetzt auf keinen Fall zulasten der späteren Qualität irgendwelche Schnellschüsse“, sagt Stockum.

Auch in Kanal ist Beton gelaufen

Mit dem Schaumbeton ist zudem noch eine zweite Panne passiert. Weil ein Gullydeckel während des Einleitens nicht wie erforderlich abgedeckt war, ist durch ihn etwas in den öffentlichen Schmutzwasserkanal geflossen und ausgehärtet. Das führt dazu, dass an der Stelle derzeit der Durchfluss gestört ist und deshalb jetzt regelmäßig ein Fahrzeug der Stadtentwässerung das Schmutzwasser abgepumpt. Der Beton kann aber offenbar ohne größere Probleme demnächst abgefräst werden, um für freien Durchfluss zu sorgen.

Die Stadt war auf den Schaumbeton gekommen, weil in der ersten Ausschreibung mit konventionellen Techniken die Kosten mit 1,3 Millionen Euro zu hoch lagen. Ein hoher Faktor dafür war die Entsorgung des Torfs im Boden nahe dem Steinhuder Meer. Schaumbeton ist mit seinen Lufteinschlüssen leichter, sodass der Boden dafür jetzt weniger tief ausgehoben werden muss. Bei der zweiten Ausschreibung sanken die Kosten um rund 500.000 Euro.

2017 hatte die Stadt bereits einen neuen Fahrradweg an der Lütjen Deile als Teil des Steinhuder-Meer-Rundwegs freigegeben. Zuvor hatten Radfahrer und Fußgänger sich oft gegenseitig behindert.

Von Sven Sokoll

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