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Wunstorf Freyfischerin Karasch wird dieses Jahr nicht mehr aktiv
Umland Wunstorf

Wunstorf: Steinhuder Freyfischerin Christine Karasch wird nicht aktiv

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17:00 08.08.2020
Im vergangenen Jahr hat die neue Freyfischerin Christine Karasch (Dritte von rechts) gemeinsam mit Vorgänger Stephan Weil (Zweiter von links) an der Eröffnung des Steinhuder Fischerkreidags teilgenommen. Mit dabei sind Detlef Hodann (Fischerverein, von links), Landtagsabgeordnete Wiebke Osigus, Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt und Willi Rehbock (SMT). Quelle: Sven Sokoll
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Steinhude

Die Regionsdezernentin Christine Karasch wird in diesem Jahr nicht mehr in ihrem neuen Amt als Steinhuder Freyfischerin aktiv. Eigentlich hätte sie jetzt im Sommer ihr Recht wahrnehmen sollen, auf Fischzug auf dem Steinhuder Meer zu gehen. Nach Angaben von Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt liegen aber zumindest für dieses Jahr alle Aktivitäten wegen der Corona-Pandemie auf Eis. Im Herbst wolle die Stadt mit den weiteren Partnern besprechen, wie es im nächsten Jahr weitergeht.

Mit Fischerverein, Werbegemeinschaft und Steinhuder Meer Tourismus GmbH hatte die Stadt Karasch als Nachfolgerin von Minister Stephan Weil ausgeguckt. Sie ist als Nachfolgerin von Axel Priebs seit 2018 bei der Region unter anderem für die Naherholung und den Umweltschutz zuständig. Mit der Auswahl wollten die Akteure honorieren, dass sie nach ihrem Amtsantritt neue Gesprächsfäden geknüpft hat. „Mit ihr hat sich in der Regionsverwaltung offenbar einiges in Richtung Problemlösung verändert“, sagte SMT-Geschäftsführer Willi Rehbock im Februar.

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Bei einem Fischermahl am 19. März sollte Karasch in Schweers Harms Fischerhus eigentlich die Amtskette übernehmen. Doch dann begann die Corona-Pandemie in Deutschland und auch diese Veranstaltung wurde vorerst abgesagt, wie so viele andere.

Freyfischer werden seit 1988 wieder ernannt

Der Titel des Freyfischers stammt eigentlich aus den Zeiten der Fürsten von Schaumburg-Lippe. Wer so ausgezeichnet wurde, durfte ohne Abgaben Fische im Steinhuder Meer fangen und bei einem Torfstich Brennmaterial im Moor zu gewinnen.

1988 ernannten Werbegemeinschaft und Fischerverein erstmals wieder Freyfischer der neuen Zeit. Sie amtierten zunächst ein Jahr lang und sollten so den Lohn dafür bekommen, dass sie sich besonders für das Steinhuder Meer eingesetzt hatten. Der damalige Umweltminister Werner Remmers wurde der erste Titelträger. Das Fischermahl bei der Ernennung nutzten die Steinhuder aber auch immer dazu, ihre Sorgen in Verbindung mit dem Binnensee anzusprechen.

Seit 2000 amtieren die Freyfischer nun jeweils zwei Jahre lang. Doch nach Landwirtschaftsminister Gert Lindemann, der 2012 sein Amt antrat, legten die Partner eine Denkpause ein. Dann wollten sie den Werbeeffekt für das Meer wieder nutzen und bekamen Unterstützung von der SMT und der Stadt. Und für den Neustart gelang es, mit Stephan Weil erstmals einen amtierenden Ministerpräsidenten zu gewinnen. Er ging 2018, dem Jahr seiner Ernennung, auch auf Fischzug und stach dann im August 2019 Torf.

Von Sven Sokoll