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Wunstorf Steinhuder Museum eröffnet Weimar-Ausstellung
Umland Wunstorf

Wunstorf: Steinhuder Museum eröffnet Weimar-Ausstellung

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00:18 18.05.2019
Auch Politik und Soziales spielen in der Ausstellung eine Rolle. Quelle: Sven Sokoll
Steinhude

Wenige Tage nach dem Beginn der Weimar-Ausstellung in der Wunstorfer Stadtkirche ist am Mittwoch auch der Teil im Steinhuder Fischer- und Webermuseum eröffnet worden. Neben Steinhuder Besonderheiten wie dem boomenden Tourismus und Wassersport erfahren die Besucher von den zwölf Tafeln aber auch, dass auch soziale Herausforderungen auf die Kommunalpolitiker warteten und auf welche Weise schließlich die Nationalsozialisten die Macht übernahmen.

„Dank viel Mund-zu-Mund-Propaganda haben wir viele Leihgaben bekommen, darunter auch Fotos“, sagt Museumsleiterin Verena Walter-Bockhorn. Die Förderung der Schaumburger Landschaft und des Heimatvereins hatten ermöglicht, dass der Student Lukas Bartels für das 2016 initiierte Gemeinschaftsprojekt auf die Suche nach Material aus der Zeit von 1918 bis 1933 gehen konnte. Nun ist alles in Form gebracht worden.

Nun läuft auch der Ausstellungsteil im Steinhuder Fischer- und Webermuseum.

In der Anfangszeit musste die damalige Gemeinde sich mit den Folgen der Inflation auseinandersetzen, 1921 wurde sogar eigenes Notgeld gedruckt. Bei 2000 Einwohnern waren in Steinhude Ende der zwanziger Jahre rund 450 Arbeiter in der Industrie beschäftigt, vor allem in der Lederfabrik, der Stuhlfabrik Thiele und den Webereien. Ihre Unterbringung war zunächst sehr beengt, die Gemeinde bemühte sich, ihre Situation mit finanziellen Hilfen oder günstigen Pachtparzellen zu verbessern.

Das Plus an Freizeit will genutzt werden

Das gesetzliche Recht auf Freizeit trägt dann stark zu Steinhudes Entwicklung nach dem ersten Weltkrieg bei. Während viele Wohlhabendere versuchen, sich ein Stück Ufer für ein Wochenendhaus zu sichern, kommen immer mehr Ausflügler für einen Besuch, um sich über das Meer fahren zu lassen oder zu baden. Segelvereine etablieren sich, schon damals bildet sich auch ein Vorläufer der heutigen Wettfahrtvereinigung, die die ersten Regatten organisiert.

Eine Festschrift von 1933 nach 25 Jahren des damaligen Fürstlichen Schaumburg-Lippischen Seglervereins ist eines der Objekte zum Wassersport. „Ich habe sie zufällig von einer Neustädterin bekommen“, sagt Jürgen Engelmann, der nicht nur der Ortsgemeinschaft des Heimatvereins vorsteht, sondern auch Segler ist. Doch auch andere Sportarten gewannen an Zulauf: So wurde 1919 ein Fußball-Club gegründet.

Nachdem die Sozialdemokraten zuvor die bestimmende Kraft im Gemeinderat gewesen waren, rückten 1933 nach der Machtübernahme in Berlin dann fünf Nationalsozialisten in das Gremium, der Steinhuder SPD-Vorsitzende Heinrich Ohlhorst kam in Schutzhaft. So endete die Zeit der ersten Demokratie.

Walter-Bockhorn plant zur der Ausstellung noch eine Dokumentation, die nicht nur die Tafeln abbildet, sondern auch weitere Ergebnisse der Recherchen festhält. Zu vielen Themen ist erstmals in den Quellen gearbeitet worden, so dass es schade wäre, das nicht der Nachwelt zu erhalten. Kurz vor der Ausstellung ist auch noch größerer Bestand von alten Gemeinderatsprotokollen wiederentdeckt worden, aus denen die Forscher viele hilfreiche Informationen bekommen konnten.

Die Ausstellung im Fischer- und Webermuseum, Neuer Winkel 8, ist bis zum 31. August dienstags bis sonntags von 13 bis 17 Uhr zu sehen. Führungen können unter Telefon (0 50 33) 55 99 oder info@steinhuder-museen.de vereinbart werden.

Von Sven Sokoll

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