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Wunstorf Stiftskirche wird ab März ein Jahr lang saniert
Umland Wunstorf

Wunstorf: Stiftskirche wird ab März ein Jahr lang saniert

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16:56 29.11.2019
Bauleiter Oliver Gruba (Mitte) sieht sich mit Klaus-Peter Netz (von links), Thomas Gleitz, Volker Milkowski und Ludwig Büsing von der Gemeinde in der Stiftskirche um. Quelle: Sven Sokoll
Wunstorf

Die Stiftskirche wird ab März nächsten Jahres umfangreich saniert. Die Stiftskirchengemeinde profitiert davon, dass sich die Klosterkammer Hannover als Eigentümerin des Gebäudes darum kümmert und auch den größten Teil der Kosten trägt. Allerdings kann die Gemeinde Wunstorfs größte Kirche dadurch voraussichtlich ein Jahr lang nicht nutzen.

„Wir haben uns die Renovierung lange gewünscht“, betonte der Vorsitzende des Kirchenvorstands, Ludwig Büsing. Nun hat es rechtzeitig vor der 1150-Jahr-Feier geklappt, die Stadt und Stift mit dem Schwerpunkt vom 18. bis 20. Juni 2021 gemeinsam feierlich begehen wollen.

Gemeinde weicht in Stadtkirche aus

Während der Arbeiten an der Hauptkirche will die Gemeinde weitgehend in die Stadtkirche ausweichen. Weil diese kleiner ist, sind zum Beispiel für die Konfirmation für das nächste Jahr statt der gewohnten zwei gleich fünf Termine geplant. Und das Forum Stadtkirche wird sein Veranstaltungsprogramm einschränken müssen.

Die Stiftskirche in Wunstorf soll saniert werden. Quelle: Sven Sokoll

„Ich hoffe sehr, dass wir die Stiftskirche zu Weihnachten 2020 zumindest provisorisch wieder benutzen können“, sagte Pastor Thomas Gleitz. Diese Hoffnung nahm Bauleiter Oliver Gruba ihm aber weitgehend, allen ist das Risiko von Verzögerungen bewusst. Insgesamt 2500 Besucher kommen zu den Weihnachtsgottesdiensten, dafür wird die Gemeinde über andere Alternativen nachdenken müssen. Sein Kollege Volker Milkowski lenkt seine Hoffnung jetzt auf Ostern 2021.

3-D-Scanner hat Kirche erfasst

Die Klosterkammer rechnet mit Ausgaben von 800.000 Euro, wovon sie 100.000 Euro schon ausgegeben hat. Unter anderem für statische Untersuchungen, Probeflächen für die spätere Bearbeitung, aber auch für eine komplette Erfassung des Gebäudes mit einem 3D-Scanner. Nachdem im Frühjahr Turm und Dachstuhl gereinigt wurden, durchleuchtete dieses Gerät das Gebäude, von dem nun ein virtuelles Modell vorliegt. Die Vertreter der Gemeinde waren fasziniert, als sie davon einige Ausdrucke ansahen.

Klaus-Peter Netz (von links), Bauleiter Oliver Gruba, Volker Milkowski, Thomas Gleitz und Ludwig Büsing sehen sich ein gescanntes Bild der Stiftskirche an. Quelle: Sven Sokoll

Gruba berichtete: „Die letzte große Renovierung war 1967/1968, in dieser Form sehen wir das Gebäude deshalb vor allem technisch bis heute.“ Die Gemeinde freut sich vor allem auf die Möglichkeit, jetzt die Akustik und die Beleuchtung verbessern zu können. Diesen Teil der Kosten wird die Gemeinde selbst tragen müssen, hofft aber, dafür Spender in der Stadt zu finden.

Struktur aus 19. Jahrhundert bleibt erhalten

Das letzte Mal ist die Kirche von 1853 bis 1859 umgebaut worden, als die gotischen Elemente dem Zeitgeist entsprechend gegenüber den romanischen Elementen zurückgedrängt wurden. Aus dieser Zeit stammt auch weitgehend die Inneneinrichtung. Auf dieser Basis will die Klosterkammer weiter arbeiten. „Die Gestaltung ist ja insgesamt gelungen, und es ist auch besonders, etwas in dieser Gesamtheit erhalten zu haben“, sagte Gruba.

So geht es außer der Erneuerung der Elektroanlage darum, die Flächen im Innenraum zu überarbeiten. Dafür muss ein großes Gerüst in der Kirche ausgestellt werden. Der Putz muss an vielen Stellen von einem wasserdichten Anstrich befreit werden, damit die Feuchtigkeit aus den Gemäuern austreten kann. Die offenen Steine werden gereinigt.

Auch in der Umgebung der Kirche soll sich einiges verändern. Quelle: Sven Sokoll

Auch außen wird sich etwas tun, Kirche und Stadt reden darüber, Lampen wie jene in der Innenstadt auch auf dem stellenweise recht dunklen Stiftshügel zu installieren. Für mehr Barrierefreiheit soll am Südeingang eine Rampe entstehen. Und auch über einen Austausch des groben Kopfsteinpflasters laufen Gespräche.

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Von Sven Sokoll

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