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Wunstorf THW verabschiedet Wolfgang Wehrhahn nach 15 Jahren
Umland Wunstorf

Wunstorf: THW-Ortsbeauftragter Wolfgang Wehrhahn feierlich verabschiedet

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16:54 09.07.2019
Wolfgang Wehrhahn und seine Frau Beate. Quelle: Marleen Gaida
Wunstorf

Ehre, wem Ehre gebührt: Etwa 150 geladene Gäste und Kameraden sind am Sonntagnachmittag zu der Überraschungsfeier für Wolfgang Wehrhahn zum Hallengelände in die Bahnhofstraße gekommen. Nach 15 Jahren verabschiedet er sich aus dem Amt des Ortsbeauftragten des THW Wunstorf. Einen Nachfolger gibt es noch nicht. Aber der Wunsch nach mehr Zeit für Frau, Familie und Hobbys bestand bei Wehrhahn schon länger.

Die grummelige Art bleibt in Erinnerung

Die Liste der Gäste war lang und die der Redner auch. Genau 16 Laudationen hatte die Überraschungsverabschiedung für Wehrhahn am Sonntagnachmittag vorgesehen. Darunter waren viele prominente Redner wie der Staatsminister und CDU-Bundestagsabgeordnete Hendrik Hoppenstedt und die SPD-Landtagsabgeordnete Wiebke Osigus, die bei der Feierlichkeit in der ersten Reihe saßen.

Etwa 150 Gäste haben am Sonntagnachmittag in der Halle des THW den Abschied von Wolfgang Wehrhahn gefeiert.

SPD-Bundestagsabgeordnete Caren Marks grüßte per Videobotschaft aus Berlin und CDU-Bürgermeister Christian Grahl ebenso per Bildschirm aus Garbsen. Marks lobte: „Sie haben immer guten Kontakt zur Bundespolitik gehalten.“ Und Hoppenstedt sagte: „Die Ära Wehrhahn neigt sich dem Ende zu.“ Ihm werde vor allem Wehrhahns unnachahmliche und stets etwas grummelige Art in Erinnerung bleiben.

Feier wurde heimlich organisiert

Organisiert hatte die Feier in aller Heimlichkeit Wehrhahns Stellvertreter Sebastian Brock. Wehrhahn und seine Ehefrau, die in einem THW-Oldtimer von zu Hause abgeholt wurden, zeigten sich von dem Festakt sichtlich gerührt.

15 Jahre lang hat Wehrhahn die Geschicke des THW in Wunstorf gelenkt, sich vor allem intensiv um die Nachwuchsförderung gekümmert und Aktivitäten mit den anderen Kameraden nie vernachlässigt. Gemeinschaftssinn waren dem 64-Jährigen stets wichtig. Insgesamt 45 Jahre war er Mitglied des Technischen Hilfswerks und wird der Organisation auch zukünftig mit Rat zur Seite stehen. Nur eben nicht mehr in leitender Funktion.

Das Interview: Dank allein ist die Verpflegung

Eine Ära geht zu Ende: 45 Jahre ist er Mitglied im THW und 15 Jahre war er als Ortsbeauftragter in Wunstorf tätig. Die HAZ/NP-Lokalredaktion hat bei Wolfgang Wehrhahn nachgefragt, was ihn all die Jahre angetrieben hat.

Herr Wehrhahn, 150 Personen haben sich zusammengefunden, um Sie aus ihrem Amt zu verabschieden. Wie fühlte sich das an?

Ich wusste von dieser Überraschungsfeier nichts. Ich fühle mich sehr geehrt.

Warum haben Sie sich 1974 dazu entschieden, Mitglied im THW zu werden?

Ich hatte gerade meine Ausbildung zum Chemielaboranten beendet. Die Bundeswehr wäre eine Option für mich gewesen, aber wäre ich zum Militär gegangen, hätte ich meine Stelle aufgeben müssen. Da ich das nicht wollte, bin ich beim THW in Hannover vorbeigegangen, dort habe ich damals gelebt. Wenn man sich damals zehn Jahre für eine THW-Mitgliedschaft verpflichtete, wurde man von der Wehrpflicht befreit. Das habe ich gemacht.

Und was war Ihre Motivation?

Ich habe mich schon immer für Technik interessiert. Und außerdem war die Tätigkeit eine willkommene Abwechslung zum Alltag.

Das THW hilft bei Großlagen, wenn die örtliche Feuerwehr allein nicht mehr ausreicht. Was waren bundesweite Einsätze, die Ihnen in Erinnerung geblieben sind?

Dazu zählen sicherlich die vielen Oder- und Elbe-Hochwasser der vergangenen Jahre. Aber auch die eingestürzten Gruben im Bergwerk Ronnenberg. Der Heidebrand in der Lüneburger Heide Ende der Siebziger Jahre und das Zugunglück in Eschede. In Wunstorf haben wir uns um den Brand auf dem Vion-Gelände gekümmert.

Wie verarbeitet man solche Einsätze psychisch?

Zum Glück sind wir nicht die ersten Einsatzkräfte vor Ort, außer in Eschede, da waren wir die ersten. Da habe ich dann für meine Truppe Seelsorge veranlasst und Sonderurlaub. In kleineren Fällen habe ich den vergangenen Jahren auch immer mal als Seelsorger agiert.

Was kann man jungen Leuten sagen, warum Sie sich beim THW engagieren sollten?

Das einzige, das man den Helfern bieten kann, ist ein gutes Essen. Da es ein Ehrenamt ist, bekommen sie keine finanzielle Entschädigung. Dank allein ist die Verpflegung. Die Leute, die sich bei uns engagieren, haben vor allem Spaß an der Technik und dem Miteinander – der Kameradschaft.

Reicht das aus, um Nachwuchs für die Organisation zu gewinnen?

Natürlich geht das Engagement für das Ehrenamt auch bei uns zurück. Aber mit 50 aktiven Helfern im Ortsverband und 14 in der Jugendgruppe sind wir gut aufgestellt. Zurzeit befinden sich auch noch fünf weitere Helfer in der Grundausbildung.

Aus ihrem Amt sind sie zurückgetreten, bleiben Sie dem THW dennoch erhalten?

Ja, ich wurde zum Fachberater berufen. Ich berate und unterstütze die Feuerwehr und die Behörde hinsichtlich technischer Fragen.

Von Marleen Gaida

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