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Wunstorf Tafel-Helfer fahren für Lebensmittel bis nach Bremen
Umland Wunstorf

Wunstorf: Tafel-Helfer fahren für Lebensmittel bis nach Bremen

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13:00 29.09.2019
Das Tafelteam spricht auch gerne von der Tafelfamilie. Ein Teil der Familie hat den Tafel-Tag in Wunstorf organisiert. Quelle: Albert Tugendheim
Wunstorf

Es war ein stetes Kommen und Gehen am Sonnabendnachmittag beim Tag der Tafel. Die Organisatoren der Tafel an der Neustädter Straße hatten bereits vom frühen Morgen an die Vorbereitungen getroffen. So boten sie ihren Gästen ein reichlich bestücktes Kuchenbüfett, Kaffee, Wasser und andere Kaltgetränke – und Informationen.

Bundesweite Veranstaltung

Bundesweit war der Tag der Tafeln ausgerufen worden unter dem Motto Zeitschenken. Und Zeit nahmen sich die Wunstorfer Tafelleute. Der Vorsitzende Frank Löffler etwa wurde nicht müde, immer wieder die Arbeit der Organisation zu erläutern. Lebensmittel vor der Vernichtung bewahren und sie jenen zukommen lassen, die bedürftig sind, das ist der Sinn der inzwischen mehr als 900 Tafel in Deutschland. Seit 2006 leistet das die Tafel auch in Wunstorf. Ulla und Reimund Pätz waren an diesem Sonnabend zum ersten Mal in dem Tafel-Gebäude, das vor Jahrzehnten der Stadtbahnhof war. „Wir finden die Tafel super“, so ihr Urteil. Die Arbeit sei wertvoll, und schließlich könne jeder in die Situation geraten, Hilfe zu benötigen. Die Tafel hat den Anspruch, Ergänzungen zu bieten, nicht etwa die Komplettversorgung von Menschen zu übernehmen.

60 Helfer machen mit

Das läuft in Wunstorf. Löffler erläutert, dass nach wie vor etwa 60 Menschen ehrenamtlich, als Ein-Euro-Jobber oder aus dem Bundesfreiwilligenprogramm (Bufti) den Betrieb organisieren. Eine davon ist Kathrin Köhler. Sie ist seit Jahren dabei, mal als Ein-Euro-Jobberin, mal ehrenamtlich, und nun hofft sie nach dem neuen Teilhabechancengesetz des Bundes auf eine Förderung, um dann hauptamtlich arbeiten zu können.

Sie und die anderen Helfer unterstützen gut 800 Menschen mit ihrem Lebensmittelangebot. Einfacher wird die nach wie vor nötige Arbeit indes nicht. Die Fahrer der tafeleigenen Transporter legen immer weitere Wege zurück, um Lebensmittel zu holen. Bis nach Bremen sind sie unterwegs. Denn, so sagt Löffler, die Einzelhändler und Lebensmittelketten organisieren ihren Bedarf immer intelligenter, sodass am Ende des Tages weniger übrig bleibt.

Das führt auch dazu, dass der freitägliche Mittagstisch der Tafel am 25. Oktober letztmals angeboten wird. Die Idee war: Alles, was am Ausgabetag Donnerstag nicht abgegeben wird, wird am Freitag zum Mittagessen für alle verarbeitet. „Das war ein toller Erfolg“, sagt Ursula Jungbluth. Sie ist so etwas wie die ewige stellvertretende Vorsitzende der Tafel Wunstorf. Aber: Es bleibt halt nicht mehr viel übrig an den Donnerstagen.

Viele Unternehmen unterstützen

Zu Gast am Tag der Tafel war auch Achim Süß, bis vor fünf Jahren Vorsitzender der Tafel. Seinem Engagement verdankt die Tafel, eine von wenigen zu sein, die über ein eigenes Gebäude verfügt. „Ich freue mich unbändig zu sehen, wie die Tafel sich in den vergangenen Jahren weiter entwickelt hat“, sagt er und genießt einen Kaffee, den draußen am Kaffeemobil Julia Majewski zubereitet hat. Jakobs Café und Rösterei aus Steinhude haben das Mobil zur Verfügung gestellt. Eines von vielen Unternehmen, die die Tafel unterstützen, lobt Löffler.

Bürgermeister informiert sich

Nicht zu vergessen: Auch einen offiziellen Besuch gab es. Wunstorfs stellvertretender Bürgermeister Ulrich Troschke ließ sich ausführlich informieren. Sein Fazit: Die Tafel habe sich wunderbar entwickelt. Sie komme ohne öffentliche Zuschüsse aus und leiste hervorragende ehrenamtliche Arbeit, die bedauerlicherweise immer noch nötig sei, um Menschen zu entlasten.

Beim bundesweiten 13. Tafel-Tag hat am Sonnabend auch die Tafel Wunstorf ihre Türen geöffnet. Neben Kuchen, Kaffee und Musik gab es viele Informationen über die Arbeit der Tafel.

Von Albert Tugendheim

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