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Wunstorf Wasserstand des Steinhuder Meeres bereitet weiter Sorgen
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Wunstorf: Wasserstand des Steinhuder Meeres bereitet weiter Sorgen

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16:15 03.10.2019
Die Vertreter der Verbände schauen sich das Schöpfwerk Hagenburg an. Quelle: privat
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Steinhude/Rehburg

Die Wassersportler und die Personenschifffahrt im Steinhuder Meer haben im zweiten Jahr in Folge unter einem zu niedrigen Wasserstand gelitten. Nun haben sich Vertreter des Kreisverbandes für Wasserwirtschaft, des Wasser- und Bodenverbandes Steinhuder Meerbruch und Vertreter der Wettfahrtvereinigung Steinhuder Meer (WVStM) zu einem Ortstermin getroffen. „Gerade bei den Einschränkungen für Wassersportler wird das Thema Trockenheit und niedriger Wasserstand deutlich und überregional wahrgenommen“, teilte Geschäftsführer Gaylord Kurre vom Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Meerbach und Führse mit.

Zuflüsse sind überwiegend trocken

Wenn es an Regen fehlt, hat der Verband, der das Meer wasserwirtschaftlich betreut, kaum Möglichkeiten einzugreifen. „Das Steinhuder Meer hat keinen markanten Zulauf. Die wenigen kleinen Zuflüsse sind inzwischen alle mehr oder weniger trocken. Der Löwenanteil der Wasserverluste ist auf Verdunstung zurückzuführen“, sagt Kurre. Schon an einem sonnigen, windigen Tag könne der Wasserspiegel bis zu sieben Millimeter sinken.

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Wasserstand darf nicht zu sehr schwanken

Problem ist, dass der Wasserstand nur um wenige Zentimeter schwanken darf. Gibt es zuviel Wasser, läuft der See über und flutet Felder. Durch die Trockenlegung liegen angrenzende Flächen inzwischen tiefer als das Meer selbst. Sinkt der Wasserspiegel zu weit ab, wird der Schlamm im Meer zum Problem für Segler und Schiffe. Kurre vergleicht es „mit einer Pfütze, die zwar zweieinhalb mal vier Meter groß ist, aber nur einen Millimeter tief.“

Erster Yachtclub kündigt Mitgliedschaft

Normalerweise sinkt der Wasserspiegel im Sommer um 20 Zentimeter und steigt im Winter wieder an. Das trockene Jahr 2018 ließ den Wasserstand aber um einen halben Meter fallen. Da die Regenmengen auch in den Wintermonaten unter dem langjährigen Durchschnitt lagen, reichte die Erholung nicht aus, um normale Werte zu erreichen. „Die Segler starten mit 20 Zentimeter unter Normal in die Saison“, sagte Friedrich Göing, Versitzender der WVStM. Inzwischen hat der See weitere 25 Zentimeter verloren. „An vielen Stellen ist Segeln gar nicht mehr möglich. Der Yachtclub Wolfsburg hat bereits seine Mitgliedschaft gekündigt“ so Göing weiter.

Segler fordern langfristige Lösung

Dem Unterhaltungsverband macht der Segler-Dachverband keinen Vorwurf. Er habe alles, was möglich war, umgesetzt. Der Vorsitzende des Seglerverbandes mahnt schnelle Hilfe und eine langfristige Lösung an. Seiner Ansicht nach sei eine umfassende Entschlammung notwendig, die deutlich über die über die bisherige Menge von 70.000 bis 100.000 Kubikmetern im Jahr hinausgehe. Dazu werden jedoch ausreichend große Polderflächen in der Nähe des Meeres benötigt. Göing appellierte an die Landwirtschaft, einem Tausch von Flächen zuzustimmen, um diese anlegen zu können. „Wir sollten alle in einem Boot sitzen“, sagte er.

Bei der Bereisung haben sich die Experten einige Punkte der Unterhaltung der Fließgewässer angeschaut wie das Schöpfwerk Hagenburg, den Winzlarer Grenzgraben und das Steinhuder Meer bei Mardorf. Auch das Ablasswerk, über das das Steinhuder Meer Wasser in den Meerbach abgibt stand auf dem Plan. Das Management des Meeres sei ihrer Ansicht nach eine Herausforderung, weil der Flachsee ökologisch wie ökonomisch gleichermaßen wichtig ist.

Zum Weiterlesen:

Trocknet das Steinhuder Meer aus?

Steinhuder Meer: Wohin mit dem Schlamm?

Von Anke Lütjens

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