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Wunstorf Welle der Hilfsbereitschaft überrollt die Tafel
Umland Wunstorf

Wunstorf: Welle der Hilfsbereitschaft überrollt die Tafel in Wunstorf

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18:03 19.03.2020
Die Mitarbeiter der Wunstorfer Tafel sind vor Ort und sortieren Lebensmittel. Diese werden an Bedürftige ausgeliefert und kontaktlos übergeben. Quelle: Anke Lütjens
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Wunstorf

Bei Frank Löffler und Ursula Jungbluth vom Vorstand der Wunstorfer Tafel steht das Telefon nicht still. Pro Tag gibt es rund 100 Anrufe von Menschen, die Lebensmittel aus privater Initiative für Bedürftige spenden möchten. „Wir sind sprachlos und gerührt über diese Welle der Hilfsbereitschaft“, sagt Jungbluth. Die Tafelausgabe ist seit Sonnabend geschlossen. „Außerdem bekommen wir weniger Lebensmittel von den Märkten“, ergänzt Löffler.

Löffler, Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer wollen den Lieferdienst in jedem Fall aufrechterhalten. Rund 40 ältere, kranke und behinderte Menschen werden von der Tafel mit Lebensmitteln beliefert. Die Fahrer rufen kurz durch oder klingeln und stellen die Tüten vor die Türen. Die Übergabe muss wegen des Coronavirus kontaktlos vor sich gehen. Acht Mitarbeiter und Ehrenamtliche sind im Tafel-Laden vor Ort, sortieren die Lebensmittel, liefern sie aus und machen sauber. „Das ist anstrengend, macht aber große Freude“, sagt Jungbluth.

Neuer Übergabeschalter in Arbeit

Ein Aufruf auf Facebook und in den lokalen Medien hatte diese Welle der Spendenbereitschaft ausgelöst. „Wir hoffen, dass das anhält. Wir beabsichtigen, Tüten zu packen und sie am Montag und Dienstag, 30. und 31. März, sowie am Donnerstag, 2. April, zwischen 14.30 und 17 Uhr hier auszugeben. Dafür bauen wir einen To-Go-Schalter“, sagt Löffler. Die Tüten werden alle gleichwertig gepackt sein. Benötigt werden vor allem haltbare Waren sowie Obst und Gemüse.

Wunstorfer spenden auch Geld

An den Ausgabetagen beliefert die Tafel 700 Kunden. Viele wissen nicht, dass an diesen Tagen immer jemand vor Ort ist. „Jeder hat etwas bekommen. Das werden die Mitarbeiter auch aufrechterhalten“, sagt Löffler. Die Kunden schauen durch das Fenster und bekommen dann ihre Waren.

Der Tafel werden nicht nur Lebensmittel gespendet, sondern auch Geld. „Die Kunden hinterlegen es beispielsweise an der Kasse bei Edeka Kappe oder bei Wegeners Hofladen. Auch die Mitarbeiter des Toom-Marktes sammeln Geld“, erzählt Löffler. Dafür können wieder Lebensmittel gekauft werden.

„Großherzigkeit gibt Energie“

„Wir erfahren einen großen Zuspruch. Das ist auch für die Mitarbeiter eine neue Erfahrung“, betont der Vorsitzende. Nachbarn täten sich zusammen, Freunde und Whats-App-Gruppen, um Lebensmittel zu sammeln und zu spenden. „Ich habe mich sogar mit einer Frau auf dem Parkplatz eines Supermarktes getroffen, die ihre Spenden aus ihrem in meinen Kofferraum umgeladen hat“, sagt Löffler. Jungbluth ergänzt, dass auch Menschen, die selbst nicht viel haben, spenden. „Diese Großherzigkeit gibt uns Kraft und Energie“, sagt sie. Eine Spenderin kocht schon seit einer Woche Menüs ein, die sie der Tafel bringen will. Auch Restaurants und Caterer liefern Waren.

Vorstand ist stolz auf das Team

Mitarbeiter der Tafel haben ehrenamtlich den Lieferdienst für den Edeka-Markt Kappe übernommen. „Ältere und Kranke, die nicht rauskommen, bestellen ihre Waren im Markt. Unsere Fahrer liefern sie an die Tür“, erläutert Löffler. Er hat sein Team auf acht Helfer pro Tag beschränkt. Ansonsten sind es 60 pro Woche. „Sie sind belastbar und unkaputtbar. Darauf bin ich mega stolz“, betont der Vorsitzende. Es gäbe aber auch ausreichend personelle Reserve. Vereinsmitglieder übernehmen auch Fahrdienste, um Spenden abzuholen.

Wer spenden möchte, kann sich unter Telefon (0157) 54048971 oder (0173) 8051307 an die Tafel wenden.

Wir suchen Ihre guten Ideen

Es muss nicht alles schlimm und beängstigend sein in diesen Zeiten der Corona-Krise. Wir suchen jetzt Ihre guten Ideen und die mitmenschlichen Taten, weil wir darüber berichten wollen. Haben Sie uns etwas mitzuteilen? Dann schreiben Sie der Redaktion eine E-Mail an die Adresse wunstorf@haz.de. Sehr herzlichen Dank.

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Von Anke Lütjens

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