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Wunstorf Zehn Jahre nach dem ersten Spatenstich: Fliegerhorst bleibt Baustelle
Umland Wunstorf

Wunstorf: Zehn Jahre nach Spatenstich: Fliegerhorst bleibt Baustelle

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19:00 23.08.2019
Zufrieden mit dem bisher Erreichten sind Sven Beyer (von links) und Roland Radrich vom LTG 62, Kirsten Höpfinger und Peter Bröker vom Staatlichen Baumanagement und Georg Meyermann von der Assmann-Gruppe, die als Projektsteuerer mitwirkt. Quelle: Sven Sokoll
Wunstorf

Den Spaten von der Auftaktfeier am 4. September 2009 hält das Staatliche Baumanagement Weser-Leine in Ehren: Er hängt im Besprechungsraum seines Gebäudes auf dem Fliegerhorst Wunstorf. Dort haben die Verantwortlichen am Freitag –fast genau zehn Jahre nach dem Start – eine Zwischenbilanz gezogen. Denn Baustellen werden auch in den nächsten Jahren weiter das Bild des Fliegerhorstes prägen. Von 550 Millionen Euro, die nach heutigem Stand insgesamt in den Standort fließen sollen, sind bisher 340 Millionen Euro für 60 Projekte ausgegeben worden. „Es war eine wahnsinnige Herausforderung“, sagt Amtsleiter Peter Bröker.

Heute sind die Hauptnutzer vom Wandel beeindruckt: „Es ist gewaltig, was hier bei laufendem Betrieb geleistet wurde. Es sind moderne Arbeitsplätze geschaffen worden, die die Motivation der Beschäftigten steigern“, sagte Roland Radrich, stellvertretender Kommodore des Lufttransportgeschwaders 62. Neun große Projekte waren bereits bis Ende 2014 notwendig, um die ersten neuen Flugzeuge des Typs Airbus A400M überhaupt auf dem Fliegerhorst betreiben zu können.

Erst 30, dann 40 Maschinen des Typs A400M

Als besondere Schwierigkeit kam hinzu, dass die Planungsgrundlage sich erheblich geändert hat: Eigentlich sollte ein Kontingent von 30 Flugzeugen in Wunstorf stationiert werden, weil ein zweiter A400M-Verband für die Bundeswehr vorgesehen war. Drei Jahre nach dem ersten Spatenstich kam es anders –Deutschland sollte nur noch 40 Maschinen fliegen, aber alle stationiert auf dem Fliegerhorst Wunstorf.

Das hat sich mittlerweile erneut geändert, weil 13 Maschinen, die eigentlich weiterverkauft werden sollten, nun auch von der Luftwaffe geflogen werden sollen, und zwar vom Fliegerhorst Lechfeld in Bayern aus. Die Einheit wird auch zum LTG 62 gehören, die Planungen für Wunstorf ändert das aber nicht. Hier hat die Bundeswehr mittlerweile die 31. Maschine übernommen.

Start- und Landebahn war größter Posten

Mittlerweile ist schon ein Drittel des Fliegerhorstes umgekrempelt worden. Von den weitgehend fertiggestellten Projekten ist der Bau der um 650 Meter verlängerten Start- und Landebahn mit 74,8 Millionen Euro der größte Posten gewesen. Die Abstellflächen und Rollwege mussten für 66,8 Millionen Euro erneuert werden. Die Instandsetzungshalle für 45,7 Millionen Euro ist seit 2017 fertig. Mit einer Länge von 200 Metern ist die Wasch- und Wartungshalle aber das größte der neuen Gebäude. Das Projekt für 38,4 Millionen Euro konnte Ende 2016 abgeschlossen werden. „Durch genaue Gestaltungsvorgaben ist ein recht harmonisches Bild entstanden“, sagte Bröker zufrieden.

Als ein besonders wichtiges Element des neuen Fliegerhorstes sieht das Baumanagement die neue Ausbildungsanlage mit Simulator, die schon seit Dezember 2014 fertig ist ist. Hier bahnen sich aber schon die nächsten Veränderungen an. Beim Bau war schon eine Halle für einen zweiten Simulator vorgesehen, der nun demnächst tatsächlich aufgestellt werden kann. Und nördlich des Ausbildungszentrums wird schon das nächste Baufeld vorbereitet. Dort soll die Ausbildungswerkstatt einen Neubau für 20,2 Millionen Euro bekommen, weil künftig neben Fluggerätemechanikern und Systemelektronikern auch Fluggeräteelektroniker als dritter Beruf ausgebildet werden.

Gebäude für Mediziner sind bald fertig

Derzeit sind die Handwerker noch im Sanitätsversorgungszentrum aktiv, das aber schon in drei Wochen übergeben werden soll. Dafür wurden 6,8 Millionen Euro ausgegeben. Anfang nächsten Jahres soll der kombinierte Bau für den Fliegerarzt und die MedEvac-Rüstsätze fertig werden. Mit diesen kann das Flugzeug in einefliegende Intensivstation umgewandelt werden. Eine Dauerafgabe ist und bleibt der Ausbau der Infrastruktur –beispielsweise die Netze für Wärmeversorgung, Wasser und IT für insgesamt 54 Millionen Euro.

Die Wünsche der Bundeswehr kommen damit aber noch nicht zu einem Ende. Die teuersten, die derzeit für die nächsten Jahre in der Planung sind, sind ein neues Treibstofflager für 26,7 Millionen Euro. Das Volumen von 2700 Kubikmetern soll den gestiegenen Bedarf decken. Auch der Tower entspricht nicht mehr den modernen Anforderungen und soll durch einen Neubau für 15 Millionen Euro ersetzt werden. Dabei wird die Zentrale des Flugbetriebs aber Teil eines neuen Flugsicherungsgebäudes. Und die neue Feuerwache, die seit 2013 genutzt wird, hat sich durch zusätzliche Fahrzeuge und Personal bereits als zu klein erwiesen und soll noch einmal eine Erweiterung bekommen.

Auch nach zehn Jahren wird weiter auf dem Fliegerhorst gebaut.

Von Sven Sokoll

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