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Wunstorf Sexistische Werbung sorgt für Aufregung
Umland Wunstorf Sexistische Werbung sorgt für Aufregung
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00:16 23.08.2018
„Die Frau wird auf dem Plakat auf ihren Busen reduziert“: Die Gleichstellungsbeauftragte Dorothea Diestelmeier will gegen die Werbung einer Gerüstbaufirma vorgehen.
„Die Frau wird auf dem Plakat auf ihren Busen reduziert“: Die Gleichstellungsbeauftragte Dorothea Diestelmeier will gegen die Werbung einer Gerüstbaufirma vorgehen. Quelle: Rita Nandy
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Wunstorf

Das frauenfeindliche Werbebanner der Gerüstfirma Samiez am Düendorfer Weg soll weg. Mehrere Frauen aus der Nachbarschaft haben sich bei der Gleichstellungsbeauftragten Dorothea Diestelmeier beschwert. Doch der Stadt sind die Hände gebunden. Das Plakat befindet sich auf einem Privatgrundstück.

„Die Frau wird auf dem Plakat auf ihren Busen reduziert“, ärgert sich Diestelmeier, und durch den Slogan „einfach gut gebaut“ entwürdigt, in dem der Busen mit dem Gerüst gleichgesetzt wird. Der weibliche Körper werde benutzt, um für etwas zu werben, das mit der Abbildung nichts zu tun habe. Durch die drei ausländisch aussehenden, lüstern auf den Busen starrenden (Samiez)-Mitarbeiter, von denen einem bereits der Speichel sabbernd aus dem Mund läuft, erhalte das Bild zudem eine „widerliche, beleidigende und auch vorurteilsbelastete Note.“

Dies kritisiert sie in ihrem Schreiben an den Hauseigentümer, bei dem das Gerüst steht, und bittet ihn die Firma aufzufordern, dass Banner zu entfernen. Doch zunächst ist nichts passiert. Anders als an der Lönsstraße, an dem die Hauseigentümerin sofort reagiert habe und das Plakat von der Gerüstfirma nach zwei Tagen verschwand.

Gerüstfirma bereits zweimal gerügt für Werbung

Die Gerüstfirma ist mit ihrer Werbung bereits negativ aufgefallen. Zwei Mal wurde sie vom Deutschen Werberat gerügt. Für die Firma sei ausschlaggebend, dass der Inhalt gesetzlich nicht zu beanstanden sei, hatte der Anwalt der Firma Jörg Offenhausen Anfang 2017, wie in unserer Zeitung zitiert, argumentiert. Eine neuerliche Stellungnahme hat das Unternehmen trotz mehrmaliger Nachfrage nicht abgegeben.

Es ist nicht das erste Mal, dass in Wunstorf sexistische Plakate aufgehängt werden. Ein Restaurant warb für seine Wildgerichte mit einem nackten Frauenrücken. Die Gleichstellungsbeauftragte fordert daher auf, sich an sie zu wenden, wem frauenfeindliche Werbung auffalle. Sie würde es begrüßen, wenn in einer Satzung politisch verankert wird, dass auf städtischen Flächen diskriminierende Werbung ausgeschlossen werde. In Detmold gebe es beispielsweise einen Handlungsleitfaden über den Umgang mit frauenfeindlicher Werbung.

Von Rita Nandy