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Wunstorf Landwirte leiden unter Trockenheit
Umland Wunstorf Landwirte leiden unter Trockenheit
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00:16 26.08.2018
Landwirt Heinrich Heimberg muss Kraftfutter zufüttern. Quelle: Rita Nandy
Liethe/Luthe

Eine magere Ernte und kein Futter für das Vieh: Wunstorfer Landwirte leiden unter der anhaltenden Trockenheit. Bund und Land haben finanzielle Hilfe für in ihrer Existenz bedrohten Betriebe zugesagt. „Ausgleichszahlungen machen in unseren Augen keinen Sinn, da es nie gerecht ist“, sagt Landwirtin Regina Wegener aus Liethe. Die Regionen mit guten Böden hätten zwar auch weniger Ertrag, aber lange nicht in dem Maß, wie die Regionen mit schlechten Böden. „Wir sind der Meinung, dass den viehhaltenden Betrieben geholfen werden muss, in Form von Futterbörsen und der Bereitstellung von Futtermitteln.“ Handwerksbetriebe würden auch keine Ausgleichszahlungen erhalten, wenn deren Auftragslage schlecht sei.

Die Trockenheit auf den Feldern wird derzeit deutlich sichtbar. Quelle: Rita Nandy

Auch der Luther Landwirt Heinrich Heimberg ist skeptisch, ob eine finanzielle Hilfe auch bei den Richtigen ankommt. „Es gibt tatsächlich Familien, die es sehr hart getroffen hat, aber ich weiß nicht, wie man die Betriebe finden soll. Ich könnte es auch gebrauchen, aber ich bin nicht so betroffen wie andere.“ Meistens seien es die Cleveren, die die Ausgleichszahlungen beanspruchten. Durch die positive Preisentwicklung beim Getreide sei er mit einem blauen Auge davon gekommen. Schlechter dran sind diejenigen, die für ihre Ernte Anfang des Jahres bereits Vorkontrakte abgeschlossen hätten. Der Weizenertrag im Juli sei 30 Prozent geringer gewesen. Bei Wegeners lagen die Einbußen sogar bei 50 Prozent.

Die Dürre hat den Maispflanzen zugesetzt. Quelle: Rita Nandy

Was Heimberg viel mehr trifft ist der Ausfall des Grasschnitts. Seine Reserven aus dem vergangenen Jahr sind längst an seine Tiere verfüttert. Das Problem: Was sich die Bauern derzeit händeringend wünschen, anhaltender Regen, kam 2017 zuviel vom Himmel und ließ das Gras verfaulen. Der Vorrat fiel entsprechend gering aus. Einmal habe er in diesem Jahr Gras schneiden können. Dabei sei jedoch nur ein Rundballen pro Hektar herausgekommen. „Das ist gar nichts“, sagt Heimberg, der 30 Hektar Grünland und 120 Hektar Ackerfläche sowie 150 Rinder, darunter 50 Kühe, besitzt. „Wir haben das Grünland beregnet und hoffen darauf, noch einen Schnitt machen zu können“, sagt Regina Wegener, die unter anderem für ihre Pferde und drei Rinder Grünfutter benötigt. In Liethe gebe es eine fünf Kilometer lange unterirdische Beregnungsleitung, die zusammen mit zwei weiteren Betrieben genutzt werde. Diese werde aus der Aue gespeist.

Da jedoch die Bodenfeuchte fehlt, sei derzeit auch eine Neuaussaat nicht möglich, erläutert Wegener. Das Korn könne auch bei Beregnung das Wasser nicht aufnehmen, um zu keimen. Abzuwarten sei auch, ob die Kartoffeln gerodet werden könnten. Nicht nur, dass die Pflanzen statt 20 Knollen nur zehn bis 15 angesetzt hätten, der Boden sei zudem so hart, dass sich Erdklumpen bildeten und die Kartoffeln bei der Ernte verletzt werden könnten.

Beide Höfe setzten neben der Landwirtschaft noch auf andere Erwerbsquellen. Der Liether Betrieb, der 1936 von der Familie Brammer aus Manhorn (Landkreis Celle) umgesiedelt wurde, verfügt zudem über einen Hofladen und ein Café. Der Luther Hof, der seit 1638 mit dem Namen Heimberg verbunden ist, bietet Lohndreschen an und übernimmt den Winterdienst. Und wie auch andere Klein- und Mittelständler treibt Regina Wegener die Sorge um: „Keiner möchte derjenige sein, der das Familienerbe vor die Wand gefahren hat.“ Dafür arbeiten die Landwirte hart und Heimberg hofft, dass sein Sohn, der Landwirtschaft studiert, einmal den Hof weiterführt.

Von Rita Nandy

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