Gut fürs Klima und für das Portemonnaie

Heizkosten und Energie sparen: Wie funktioniert der hydraulische Abgleich?

Ein hydraulischer Abgleich kann helfen, weniger zu frieren und trotzdem zu sparen.

Ein hydraulischer Abgleich kann helfen, weniger zu frieren und trotzdem zu sparen.

Im Wohnzimmer erwärmt sich die Heizung fix, doch im Arbeitszimmer fühlt sie sich an wie ein Eiszapfen. Wenn Heizkörper nicht gleichmäßig warm werden, kann ein hydraulischer Abgleich dieses Problem beheben. In rund 80 Prozent der Gebäude in Deutschland ist dieser noch nicht durchgeführt worden, sagt Alexander Steinfeldt von der gemeinnützigen Beratungsstelle CO2online. „Das verschwendet Energie“, erklärt er.

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Was ist ein hydraulischer Abgleich?

Nach einem hydraulischen Abgleich arbeitet die Heizung effizienter. Er bewirkt nämlich, dass durch alle Heizkörper nur genau die Wassermenge fließt, die sie benötigen, um den Raum optimal zu heizen. Beim hydraulischen Abgleich stellt ein Installateur oder eine Installateurin die Thermostate dementsprechend ein. Um exakt zu berechnen, welcher Heizkörper welche Menge an Wasser benötigt, ist eine spezielle Software nötig.

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Doch warum kommt überhaupt unterschiedlich viel und schnell Wasser in den Heizkörpern an? „Das Wasser im Heizungssystem sucht grundsätzlich den Weg mit dem geringsten Widerstand. Das heißt: Wasser fließt eher durch kurze und dicke statt durch lange und dünne Heizungsrohre“, erklärt die Verbraucherzentrale. Die Folge, wenn die Heizung nicht gut eingestellt ist: In Zimmern, die weiter vom Heizkessel weg liegen, dauert es, bis es warm wird. Solche, die nahe dem Kessel liegen, fühlen sich dagegen schnell sehr heiß an.

Und woher rührt der Name hydraulischer Abgleich? Das Fachgebiet der Hydraulik dreht sich im weitesten Sinne um Flüssigkeit und wie diese zum Übertragen von Energie genutzt werden kann. Wasserkraftwerke arbeiten hydraulisch und auch viele Heizungsanlagen. Manchmal kann man das Wasser, das durch die Rohre zwischen den Heizkörpern in der eigenen Wohnung hin und her fließt, sogar blubbern hören – was ein Zeichen dafür ist, dass ein hydraulischer Abgleich nötig sein könnte.

Warum sollte man einen hydraulischen Abgleich durchführen?

Wenn die Heizung effizienter arbeitet, hat das mehrere Vorteile. In erster Linie spart man Energie und senkt den CO₂-Ausstoß des eigenen Zuhauses. Das ist gut fürs Portemonnaie und für die Umwelt. Der Energieverbrauch sinkt laut dem Portal CO2online nach einem hydraulischen Abgleich um bis zu 15 Prozent. Ein hydraulischer Abgleich lohnt sich immer dann, wenn man baulich etwas am Haus verändert. Ein Beispiel dafür ist eine neue Dämmung. Auch bei Neubauten ist oft ein hydraulischer Abgleich nach einigen Jahren empfehlenswert.

Eine Einschränkung gibt es aber: „Ob und in welchem Maße die Vorteile tatsächlich zutreffen, hängt vom Einzelfall ab. Es kann zum Beispiel sein, dass durch den Abgleich nun endlich alle Räume gut beheizbar werden und dadurch Ihr Verbrauch sogar steigt“, schreibt die Verbraucherzentrale.

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Wie funktioniert der hydraulische Abgleich?

Um den hydraulischen Abgleich durchführen zu können, wird die Heizlast der Räume berechnet. Dafür gibt es zwei Verfahren: ein vereinfachtes (A) und ein genaueres (B). Sie unterscheiden sich stark hinsichtlich ihrer Präzision.

Nimmt eine Fachperson den hydraulischen Abgleich mit Verfahren B vor, arbeitet sie mit einer Profi-Software für Handwerkerinnen und Handwerker. In die Berechnung miteinbezogen wird nicht nur das Volumen des Raumes und die Größe der Heizkörper. Der Installateur oder die Installateurin beziehen etwa auch die Dämmung und die Größe der Fenster mit ein.

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In der Regel sind für das Durchführen eines hydraulischen Abgleichs zwei Termine erforderlich, sagt Steinfeldt von CO2online. Beim ersten Termin sammeln Installateur oder Installateurin alle für die Berechnung erforderlichen Daten. Beim zweiten Termin stellt er oder sie das Heizungssystem anhand der errechneten Werte optimal ein. Manchmal muss er oder sie Bauteile austauschen und zum Beispiel neue Thermostatventile einbauen. Insgesamt dauert ein hydraulischer Abgleich in etwa sechs und sieben Stunden.

Der Experte rät, den hydraulischen Abgleich im Sommer durchführen zu lassen: „Dann haben die meisten Firmen mehr Zeit.“ Es sei aber ebenso möglich, ihn im Winter in Auftrag zu geben. In den meisten Fällen läuft die Heizung dabei einfach weiter.

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Lohnt sich ein hydraulischer Abgleich für meine Immobilie? Das Portal CO2online bietet ein Onlinetool an, um dies zu checken. Außerdem erklärt es in Form von interaktiven Grafiken, wieso ein hydraulischer Abgleich sinnvoll ist und wie er funktioniert. Er kann übrigens auch für Fußbodenheizungen durchgeführt werden.

Kann ich einen hydraulischen Abgleich selbst machen?

Theoretisch ist das möglich. Im Internet finden sich einige Anleitungen für Heimwerkerinnen und Heimwerker. Steinfeldt rät davon aber ab. Denn wenn ein Profi den hydraulischen Abgleich vornimmt, seien die Berechnung und die Einstellungen viel präziser – und damit die Energieersparnis höher.

Gibt es auch weniger aufwendige Möglichkeiten?

Als Notlösung können der Installateur oder die Installateurin die Wassertemperatur oder den Druck der Pumpe erhöhen. „Das ist aber keine energiesparende Lösung“, warnt die Verbraucherzentrale. Außerdem entstehen so manchmal nervige Gluckergeräusche. Der hydraulische Abgleich sorgt nicht nur dafür, dass die Heizung alle Räume angenehm erwärmt, sondern spart auch Energie. Letzteres ist bei den Notlösungen nicht der Fall. Im Gegenteil, durch sie steigt der Energieverbrauch sogar eher.

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Wie hoch sind die Kosten für einen hydraulischen Abgleich?

CO2online beziffert die Kosten für einen hydraulischen Abgleich in einem Einfamilienhaus (110 Quadratmeter Wohnfläche, Baujahr 1983) auf rund 700 Euro. Besitzerinnen und Besitzer von Mehrfamilienhäusern (750 Quadratmeter Wohnfläche, Baujahr 1983) müssten knapp 2700 Euro einkalkulieren. Oft sei es zusätzlich nötig, die Heizpumpe auszutauschen. Eine neue, effizientere Heizpumpe koste zwischen 300 und 500 Euro – senke aber den Stromverbrauch.

Nach drei bis fünf Jahren habe man durch die gesparte Energie die Kosten für den hydraulischen Abgleich und die neue Heizpumpe wieder ausgeglichen.

Welche Förderung gibt es für einen hydraulischen Abgleich?

Der Staat fördert den hydraulischen Abgleich in Kombination mit der Erneuerung der Wärmepumpe. 20 Prozent der Kosten lassen sich dank der „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) sparen. Das Verfahren funktioniert so: Erst einmal online den Antrag stellen. Wird er bewilligt, lässt der Eigentümer oder die Eigentümerin den hydraulischen Abgleich durchführen. Danach die Rechnungen einreichen – erst dann wird die Förderung ausgezahlt.

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Detaillierte Informationen gibt es auf der Website des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz Bafa. Bei diesem Amt muss auch der Antrag gestellt werden.

 

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