Gärtner und Rosen

Die große Liebe

Moden machen auch vor dem Gartenzaun nicht Halt. Manche zwischenzeitlich verschmähte Blume wie die Dahlie könnte ein Lied davon singen. Die Königin der Rabatte kann darüber nur lächeln, aus der Mode gekommen ist sie nie. Erste Darstellungen von Rosenblüten fand man schon auf einem Grabstein des 5. Jahrhunderts und es ist nicht bekannt, dass das Pflanzen einer Rose seitdem jemals verpönt gewesen wäre. Das liegt sicher auch an der großen Vielfalt, in der die Rose gezüchtet wird. Zwar sind derzeit die einst beliebten, langgestielten Teehybriden, die auch Edelrosen genannt werden, weniger gefragt. Doch dafür werden nostalgisch wirkende Sorten in Pastellfarben mit intensivem Duft und üppigen Blütenbüscheln umso häufiger gepflanzt.

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Robuste Sorten bleiben

Diese Neugewichtung an Sympathien innerhalb der eigenen Familie dürfte das Image der stolzen Rose nicht wirklich berühren. Auch die Tatsache, dass die Pflanzung und Pflege einer Rose nahezu immer von lästigen Kratzern an Armen und Händen begleitet wird, hat ihrer Beliebtheit nicht geschadet. Viel schmerzhafter sind für Rosenliebhaber hingegen die gefürchteten Rosenkrankheiten. Allen voran Pilzinfektionen wie Sternrußtau, Rosenrost oder Mehltau. Bis vor rund 30 Jahren wurde mit dem Rosenstock häufig auch gleich das passende Spritzmittel gekauft. Das änderte sich ab Mitte der 1980er-Jahre, als neben der Optik auch Kriterien wie die Resistenz gegen Krankheiten verstärkt in den Mittelpunkt der Züchtungsziele rückten. Eine wunderschöne, aber anfällige Sorte hat heute auf dem Markt keine Chance mehr.

Ruhm ist vergänglich

Bei richtiger Standortwahl und Pflege gedeihen diese neuen, resistenten Züchtungen mittlerweile auch ohne Pflanzenschutzmittel und großen Aufwand. Gepflanzt wird die Rose an einem sonnigen und luftigen Standort. Je schneller die Blätter nach einem Regenschauer wieder abtrocknen, desto besser trotzen sie den Pilzkrankheiten. Zur sommerlichen Pflege gehört neben dem Abschneiden verwelkter Blüten die Versorgung mit Nährstoffen, denn Rosen haben großen Appetit. Nach der ersten Düngergabe im Frühjahr wird die Pflanze direkt nach der Hauptblüte im Juni noch einmal mit einem organischen Rosendünger versorgt. Diese Extraportion Fürsorge danken die zweimalblühenden Sorten, die im Fachhandel „remontierend“ genannt werden, mit einer üppigen Nachblüte.

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Damit robuste Rosensorten auch für Einsteiger ganz einfach zu erkennen sind, gibt es das ADR-Label der Allgemeinen Deutschen Rosenneuheitenprüfung. Sorten, die dieses Gütesiegel tragen, haben sich bewährt und entwickeln sich meist zum Verkaufsschlager. Die Sichtung gilt als härteste Rosenprüfung der Welt und unterzieht die Neuheiten über drei Jahre hinweg einer strengen Beobachtung im Hinblick auf Winterhärte, Blattgesundheit und Blütenqualität. Die getesteten Rosen werden an elf unterschiedlichen Standorten ohne Pflanzenschutzmittel kultiviert. Die gute Nachricht: Den ausgezeichneten Schönheiten sieht man ihre Robustheit nicht an. Prämierte Sorten wie ‚Souvenir de Baden Baden’ oder ‚Sommerwind’ erinnern an Alte Rosen, sind aber für Anfänger geeignet.

Allerdings: Dieser Ruhm ist zuweilen vergänglich. Selbst der im Jahr 1983 zur „Weltrose“ gewählten Sorte ,Schneewittchen’ wurde das ADR-Prädikat vor elf Jahren entzogen, weil sich einige Neuheiten als noch widerstandsfähiger entpuppten. Eine echte Diva wie die Rose ist sich eben selbst die größte Konkurrentin.

Die richtige Pflege

Auswahl: Beim Kauf achten Hobbygärtner am besten darauf, dass die Rose einen kräftigen Wuchs hat: Die stabilsten Triebe sollten unten fingerdick sein. Dünne und weiche Äste, die angebunden werden müssen, weisen auf mindere Qualität hin.

Düngen: Rosen haben großen Hunger – und sie mögen es, im Laufe der Jahres unterschiedlich gedüngt zu werden. Im Frühjahr bietet es sich an, sie ordentlich mit Kompost zu versorgen. Wer sie ziehen möchte, muss sie deshalb mit ausreichend Nährstoffen versorgen. Gut sind außerdem organische Dünger wie Hornspäne.

Gießen: Auch beim Wässern braucht die Rose viel Aufmerksamkeit: Der Hobbygärtner gießt am besten so viel, dass das Wasser bis zu den Wurzeln in den unteren Erdschichten durchdringt.

Standort: Rosen brauchen einen Platz, an dem mindestens vier Stunden am Tag die Sonne scheint und auch mal der Wind weht. Die Wurzeln benötigen Platz: Sie können bis zu zweieinhalb Meter in die Tiefe reichen.

Schneiden: Der Hauptschnitt geschieht im Frühjahr nach dem letzten Frost. Grundsätzlich gilt: Vergreiste Triebe und „Querschläger“ werden tief abgeschnitten. Junge Triebe dagegen werden auf drei bis fünf Augen gekürzt. Der Schnitt erfolgt jeweils einen halben Zentimeter über einem kräftigen, nach außen stehenden Auge mit schräger Schnittführung – dann wächst die Pflanze nach außen und nimmt jungen Trieben nicht das Licht. Im Sommer werden die Pflanzen noch einmal ausgeputzt und welke Blüten entfernt. Sollte der ganze Blütenstand welk sein, bis auf den nächsten kräftigen Seitentrieb stutzen.

Krankheiten: Feuchtigkeit ist die Basis für zahlreiche Pilzkrankheiten. Echter Mehltau ist leicht zu erkennen. Der Pilz legt sich als weißer, mehlartiger Belag auf die Knospen, Blätter und Triebspitzen. Rosenrost bildet gelb-orangefarbene Flecken an der Oberseite der Blätter und orangefarbene, später braunschwarze Pusteln an der Blattunterseite. Als besonders aggressiv gilt Sternrußtau. Die Symptome sind violettschwarze, sternförmige Flecken, deren Ränder gefranst sind. Befallene Rosenblätter sollten früh entfernt werden. Beim Mehltau ist es sinnvoll, befallene Triebspitzen zurückzuschneiden.

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