Erste Amtshandlung: Hände desinfizieren

Was macht eine Fachkraft für Lebensmitteltechnik?

Im Labor: Die Analyse der Bitterstoffe wird vorbereitet.

Im Labor: Die Analyse der Bitterstoffe wird vorbereitet.

Oettingen. Eine saubere Sache: Nachdem Simon Hoffmann seine Arbeitskleidung angelegt hat – inklusive Haarnetz –, desinfiziert er seine Hände. „Hygiene gehört von Anfang bis Ende in meiner Schicht dazu“, sagt er. „Schließlich ist das eine der wichtigsten Voraussetzungen, um die strengen Qualitätsstandards erfüllen zu können.“

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Der 25-Jährige ist Fachkraft für Lebensmitteltechnik bei der Oettinger Brauerei. Das bayerische Familienunternehmen mit vier Standorten in Deutschland produziert unter der Marke Original Oettinger rund 40 verschiedene Biersorten, Biermischgetränke und Softdrinks. Hoffmann arbeitet in Oettingen als Betriebskontrolleur in der Qualitätssicherung: Er überwacht das Bier in seinem Herstellungsprozess, zieht sich dafür immer wieder Proben aus der Abfüllanlage, die dann im Labor untersucht werden.

„Dabei werden zum Beispiel der Alkohol- und der Schaumwert gemessen“, erklärt er. „Auch die Stammwürze, die dem Bier seinen Geschmack und Charakter verleiht, muss getestet werden.“ Ein Probierschluck gehört dabei zum Dienstalltag dazu.

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Prozesse begleiten

Vom Kartoffelchip über die Fischstäbchen bis zur Tiefkühlpizza und dem frisch Gebrauten: Heute werden immer mehr Nahrungsmittel maschinell hergestellt. Fachkräfte für Lebensmitteltechnik begleiten die verschiedenen Prozessschritte von der Rohstoffkontrolle bis zum versandfertigen Produkt. Sie sorgen dafür, dass die Qualität der Ware stimmt.

Zur Ausbildung gehört der Besuch der Berufsschule. Die Schülerinnen und Schüler lernen dort viel über Hygiene, Zusammensetzung von Lebensmitteln und Herstellung von Produkten. Wer gut in den Fächern Mathe, Physik und Chemie ist, hat bei der Ausbildung klare Vorteile.

Technisches Verständnis gefragt

„Auch technisches Verständnis sollte man für diesen Beruf haben. In der Herstellung spielen ja häufig Anlagen wie Pumpen, Mühlen und so weiter eine Rolle“, sagt Hoffmann, der privat am liebsten ein Helles trinkt. „Wichtig ist außerdem ein großes Interesse an Lebensmitteln insgesamt. Schließlich ist unser Einsatzgebiet sehr weit gefächert.“

Fachkräfte für Lebensmitteltechnik – umgangssprachlich auch FaLet genannt – arbeiten in Betrieben der Fisch-, Fleisch- oder Obst- und Gemüseverarbeitung, in industriellen Großbäckereien, in Molkereibetrieben, in Betrieben der Getränkeindustrie und in der industriellen Herstellung von Süßwaren oder Babynahrung.

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Qualitätskontrolle spielt große Rolle

„Aussehen, Geschmack und Geruch – dafür werden die Fachkräfte besonders sensibilisiert“, sagt Christian Wiechmannn, Leiter des Lebensmittelinstitut KIN, in dem sich die FaLets später zu staatlich geprüften Lebensmitteltechnikerinnen und -technikern oder IHK-Industriemeisterinnen und -meistern Lebensmittel weiterqualifizieren können. „Auch die Qualitätskontrolle ist in dieser Branche eine zentrale Aufgabe – schließlich muss das industriell gefertigte Produkt immer den gleichen hohen Standard erfüllen.“

Wiechmannn sieht die Lebensmittelbranche in Zukunft vor großen Herausforderungen. „Allein in Deutschland wollen jeden Tag 80 Millionen Menschen nicht nur ausreichend, sondern auch gesund ernährt werden. Es braucht entsprechendes fachliches Know-how, um diese hochwertigen Lebensmittel herstellen zu können.“

Steckbrief: Eine Fachkraft für Lebensmitteltechnik …

… stellt industriell gefertigte Nahrungsmittel und Getränke nach vorgegebenen Rezepturen und Prozessabläufen her.

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  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsart: Duale Ausbildung in der Industrie (geregelt durch Ausbildungsverordnung)
  • Voraussetzung: Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Azubis mit mittlerem Bildungsabschluss ein.
  • Branchen: Die Fachkräfte arbeiten in Betrieben der Fisch-, Fleisch- oder Obst- und Gemüseverarbeitung, in industriellen Großbäckereien, in Molkereibetrieben, in Betrieben der Getränkeindustrie sowie in der industriellen Herstellung zum Beispiel von Süßwaren oder Babynahrung

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