Ausgrabung in Schaumburg

3500 Jahre alter Bronze-Dolch gefunden

Mit einem Metalldetektor fand der Hobby-Schatzsucher den 3500 Jahre alten Dolch bei Stadthagen.

Mit einem Metalldetektor fand der Hobby-Schatzsucher den 3500 Jahre alten Dolch bei Stadthagen.

Stadthagen. „Für das Weserbergland ist dies ein ganz besonderer Fund“, sagte der für die Region zuständige Kommunal-Archäologe Jens Berthold. Hobby-Schatzsucher Stefan Wildhagen (35) ist seit dreieinhalb Jahren in der Gegend mit seinem Metalldetektor unterwegs - mit Erlaubnis der Behörden. Den Dolch entdeckte er im Juni auf einem Maisfeld. „Ich war auf dem Acker schon ein paar mal unterwegs, bis dahin habe ich aber eher langweilige Dinge dort gefunden“, sagte er am Dienstag. Dann aber habe der Detektor auf einmal ein vergleichsweise tiefes Signal abgegeben. „Ich habe dann mit meinem Werkzeug begonnen, zu graben. Als ich gemerkt habe, dass es grün schimmerte, bin ich vorsichtiger vorgegangen und hab dann nach einer Weile den Dolch freigelegt.“

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Bilder seines Fundes schickte Wildhagen sofort an die Experten, mit denen er in Kontakt steht, auch die genauen GPS-Koordinaten der Fundstelle. Finanziell sei der alte Dolch nicht besonders wertvoll, historisch gesehen für die Region aber schon, sagte Wildhagen. Deswegen soll die Waffe künftig im Museum in Stadthagen ausgestellt werden.

Die Suche mit einem Metalldetektor in freier Landschaft, wie der gelernte Lackierer sie als Hobby betreibt, ist genehmigungspflichtig: „Man muss beim Landesamt für Denkmalpflege Kurse machen und kann dann bei der Stadt eine Genehmigung beantragen.“ Auch die örtlichen Bauern hätten ihm erlaubt, auf ihren Feldern mit dem Detektor nach historischen Schätzen zu suchen. „85 Prozent der Dinge, die man findet, sind Müll“, sagte Wildhagen. Auch Archäologe Berthold betonte, wer ohne Genehmigung unterwegs sei, mache sich strafbar.

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Und wem gehören die wirklich wertvollen Dinge? Bei historisch bedeutsamen Funden könne das Land bestimmen, sie einzuziehen, erläuterte der Hobby-Schatzsucher. Sonst gelte die Regel, dass ein Schatz zu 50 Prozent dem Finder und zu 50 Prozent dem Eigner des Grundstückes gehöre, auf dem er entdeckt worden sei.

Für Wildhagen ist der Spaziergang mit Detektor ein alternatives Hobby zum Angeln - „da taten mir die Fische immer so leid“, sagte er. Man müsse auch bei der Schatzsuche geduldig sein, irgendwann komme ein Signal und nach einer Weile könne man ein Objekt bergen. „Der Anreiz ist derselbe“, sagte Wildhagen.

Kommunal-Archäologe Jens Berthold vermutet, dass der Dolch wohl in einem Grabhügel lag, der irgendwann untergepflügt wurde. Der Bronze-Dolch soll jetzt aufgearbeitet werden. Das genaue Alter der korrodierten Klinge lasse sich dann voraussichtlich noch besser bestimmen, sagte Berthold.

dpa

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