Laboruntersuchungen

Afrikanische Schweinepest in Niedersachsen: Hat sich die Krankheit ausgebreitet?

In einem schweinehaltenden Betrieb im Landkreis Emsland ist die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen worden.

In einem schweinehaltenden Betrieb im Landkreis Emsland ist die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen worden.

Hannover. Nach dem Nachweis der hochansteckenden Afrikanischen Schweinepest in einem Betrieb in Emsbüren im Landkreis Emsland wird nun das Ausmaß der Tierseuche untersucht. Für Montag waren Ergebnisse von Laboruntersuchungen erwartet worden. Die Proben aus einem Kontaktbetrieb sollen klären, ob sich die Krankheit weiter ausgebreitet hat. „Mit der Blutprobe gehen wir auf Nummer sicher“, sagte eine Sprecherin des Landwirtschaftministeriums.

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Hinweise, wie die Tierseuche in den Betrieb mit 280 Sauen und rund 1500 Ferkeln kam, gebe es bislang nicht. Dem Ministerium zufolge sind Veterinäre des Landkreises, des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sowie des Bundes an der Analyse beteiligt. Die Tiere des betroffenen Betriebs wurden getötet. Wie hoch der wirtschaftliche Schaden ist, war zunächst unbekannt.

Landkreis richtet Schutzzone ein

Zum Schutz vor der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest hat der Landkreis Emsland eine Allgemeinverfügung mit Einschränkungen für Schweinebetriebe erlassen. Sie tritt am Dienstag (5. Juli) in Kraft, wie eine Sprecherin am Montag mitteilte. Ziel sei, die schweinehaltenden Betriebe im Landkreis und der Region vor der Tierseuche zu schützen.

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In einem Radius von rund drei Kilometern um den betroffenen Betrieb in Emsbüren wird eine sogenannte Schutzzone festgelegt. Das Gebiet im Umkreis von zehn Kilometern um den Betrieb gilt als Überwachungszone. Dem Landkreis zufolge sind rund 182 Betriebe mit annähernd 131.000 Tieren in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim von Einschränkungen betroffen.

In beiden Sperrgebieten gelten Stallpflicht sowie ein Transport- und Beförderungsverbot für Schweine. „Die Tiere, Fleisch und Fleischerzeugnisse sowie ebenfalls Gülle einschließlich Mist und Einstreu dürfen nicht aus einem Bestand in dieser Zone verbracht werden“, so der Landkreis.

Schweinepest wird von Tier zu Tier übertragen

Die Afrikanische Schweinepest ist eine ansteckende Viruserkrankung bei Haus- und Wildschweinen, die fast immer tödlich verläuft und unheilbar ist. Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier übertragen werden oder indirekt vom Menschen über kontaminierte Gegenstände wie Kleidung und Schuhe. In der Regel geht sie mit Fieber einher, die Tiere stellen das Essen ein und sterben schnell. Für Menschen ist die Schweinepest ungefährlich.

Am Wochenende hatte das nationale Referenzlabor, das Friedrich-Loeffler-Institut, den Befund des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bestätigt. Um den betroffenen Betrieb wird eine Sperrzone eingerichtet - in dem Gebiet in den Kreisen Emsland und Grafschaft Bentheim liegen knapp 300 Schweinebetriebe. Nach Zahlen des Landwirtschaftsministeriums in Hannover vom Mai 2022 werden in Niedersachsen rund 7,3 Millionen Schweine in etwa 4400 Betrieben gehalten.

Nabu: Die Schuld liegt beim Menschen

Der Naturschutzorganisation Nabu zufolge gilt menschliches Handeln als Hauptursache für die Verbreitung der Afrikanische Schweinepest. „Diese erfolgt über Tiertransporte, die Verbreitung kontaminierter Gegenstände wie Kleidung, Geräte, Fahrzeuge sowie auch die Einführung von Lebensmitteln wie Fleisch oder Wurstwaren, deren Reste unsachgemäß entsorgt werden und in Kontakt mit Wild- oder Hausschweinen kommen“, schreibt die Organisation. Sie kritisiert, dass als Schuldige für die Verbreitung immer wieder Wildschweine genannt würden. „Dabei liegt die Schuld beim Menschen.“

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In Deutschland wurde die Afrikanische Schweinepest erstmals im September 2020 bei einem Wildschwein in Brandenburg nachgewiesen. Später wurden auch Fälle bei Wildschweinen in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern registriert. Bei gehaltenen Schweinen wurden dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bislang Ausbrüche in den Bundesländern Brandenburg (Juli 2021), Mecklenburg-Vorpommern (November 2021), Baden-Württemberg (Mai 2022) sowie nun in Niedersachsen festgestellt. Auch in Europa breitet sich die Tierseuche demnach weiter aus.

Von RND/dpa

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