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Trockenheit

Angst vor Dürre: Landwirte dürfen mehr Wasser zapfen

„Wir verschaffen den landwirtschaftlichen Betrieben etwas Luft“: Landwirte, die bereits jetzt ihre Kontingente ausgeschöpft haben, bekommen auf Antrag die Möglichkeit, weiter Grund- oder Oberflächenwasser für ihre Beregnungsanlagen zu nutzen.

„Wir verschaffen den landwirtschaftlichen Betrieben etwas Luft“: Landwirte, die bereits jetzt ihre Kontingente ausgeschöpft haben, bekommen auf Antrag die Möglichkeit, weiter Grund- oder Oberflächenwasser für ihre Beregnungsanlagen zu nutzen.

Hannover.Der Deutsche Wetterdienst hat bereits gewarnt: Ohne ausgiebigen Regen könnte es einen weiteren Dürresommer in Deutschland geben. Die Böden seien aktuell noch trockener als zu Beginn des Dürrejahres 2018. Die Niederschläge in den Herbst- und Wintermonaten reichten vielerorts nicht aus, die Wasserspeicher im Boden aufzufüllen. In Niedersachsen bereitet die anhaltende Trockenheit vor allem den Landwirten Probleme.

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Für die Beregnung soll mehr Wasser zur Verfügung stehen

Die Landesregierung hat jetzt reagiert. Umweltminister Olaf Lies (SPD) kündigte am Freitag an, dass mehr Wasser für die Beregnung von landwirtschaftlichen Flächen zur Verfügung stehen soll. Die Regelungen zur Entnahme seien gelockert worden. „Wir verschaffen den landwirtschaftlichen Betrieben so etwas Luft und verbessern deren Handlungsspielraum“, sagte Lies. „Für viele Landwirte wäre eine weitere Dürre wie im vergangenen Jahr existenzbedrohend“, erklärte auch Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU).

Die Entscheidung über die Wassermengen, die ein Landwirt zur Beregnung aus dem Grund- oder Oberflächenwasser entnehmen darf, liegt bei den Unteren Wasserbehörden in den Landkreisen und Städten. Pro Jahr dürfen in der Regel 80 Liter pro Quadratmeter verwendet werden. Die Wasserbehörden erhalten laut Lies jetzt einmalig und übergangsweise die Möglichkeit, den Zeitraum für die Nutzung der festgeschriebenen Wasserkontingente von zehn auf 15 Jahre zu verlängern. Landwirte, die bereits jetzt ihre Kontingente ausgeschöpft hätten, bekämen auf Antrag kurzfristig die Möglichkeit, weiter Grund- oder Oberflächenwasser für ihre Beregnungsanlagen zu nutzen.

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Lies: Landwirtschaft muss sich auf Klimawandel einstellen

„Klar ist aber auch, dass unsere Wasserressourcen begrenzt sind und wir mit der Menge auskommen müssen, die uns – insbesondere zur Sicherung der Trinkwasserversorgung – zur Verfügung steht“, betonte Lies. Ebenso müsse eine erhebliche Absenkung der Grundwasserspiegel und damit ein Rückgang der Mindestwasserführung der Bäche und Flüsse bis zum Trockenfallen vermieden werden. „Aufgrund des Klimawandels werden wir mit unseren Wasserressourcen in Zukunft noch schonender und verantwortungsvoller umgehen müssen“, sagte Lies. Darauf müsse sich auch die Landwirtschaft einstellen.

Auch Althusmann forderte ein Umdenken beim Umgang mit Wasser und regte eine Wasserstrategie für Niedersachsen an. Die Warnungen des Deutschen Wetterdiensts müsse man ernst nehmen. „Wir brauchen ein vorausschauendes Niedrigwassermanagement, mit dem wir Trockenperioden begegnen können“, sagte der CDU-Landeschef. Dafür wünsche er sich eine strategische Zusammenarbeit der zuständigen Stellen in Landesverwaltung, Kommunen und Wasserwirtschaft mit den Landwirten. „Ziel der niedersächsischen Wasserstrategie soll die gesicherte Trinkwasserversorgung auf der einen und die notwendige Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen auf der anderen Seite sein.“

Das Umweltministerium hielt der Forderung von Althusmann das im Dezember 2017 gestartete Projekt „Wasserversorgungskonzept“ entgegen. Dafür seien mehrere Arbeitsgruppen etwa zur Bewirtschaftung der Ressourcen eingerichtet worden. Damit gebe es bereits eine strategische Zusammenarbeit der zuständigen Stellen, betonte das Ministerium.

Von Marco Seng

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