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Autoelektronik-Spezialist

Blaupunkt stellt Insolvenzantrag

Mit dem Modell „New Jersey 600i“ war Blaupunkt nicht mehr erfolgreich.

Mit dem Modell „New Jersey 600i“ war Blaupunkt nicht mehr erfolgreich.

Hildesheim. Ein Traditionshaus muss ins Insolvenzverfahren: Der Hildesheimer Autoelektronik-Spezialist Blaupunkt soll in den kommenden Monaten saniert und verkauft werden. Einem entsprechenden Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung hat das Amtsgericht Hildesheim bereits stattgegeben, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der Grund für den Gang zum Insolvenzrichter soll eine kurzfristig ausgefallene Kreditlinie sein. „Nach Abschluss des Sanierungsprozesses wird Blaupunkt als neu aufgestellte Unternehmensgruppe nachhaltig profitabel wirtschaften können“, sagte Geschäftsführer Lars Placke.

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Beim Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung bleibt das Management an Bord und übernimmt die Sanierung selbst. In der Regel nimmt es sich Anwälte an die Seite, die den Prozess begleiten - hier übernimmt der Hannoveraner Silvio Höfer den Job. Die Interessen der Gläubiger vertritt ein Sachwalter - im Fall Blaupunkt der hannoversche Insolvenzexperte Rainer Eckert. Während des vorläufigen Insolvenzverfahrens übernimmt die Arbeitsagentur für drei Monate die Löhne der Beschäftigten, zudem können Verträge mit Geschäftspartnern leichter gekündigt und das Unternehmen besser veräußert werden. Der Verkaufsprozess sei bereits angestoßen worden, sagte ein Blaupunkt-Sprecher. „Es gibt ernsthafte Interessenten.“

Der Insolvenzantrag bezieht sich in erster Linie auf die Blaupunkt Technology, also das alte Kerngeschäft rund um Radios, Navigationsgeräte, Lautsprecher und Verstärker für Fahrzeuge. Gefertigt werden die Produkte in Malaysia. Das Werk ist erst vor drei Jahren eröffnet worden. Das Wachstumspotenzial ist allerdings gering. Die Zeiten, in denen die Fahrer ihre Autos noch selbst mit Radios und Lautsprecher-Anlagen ausstatteten, sind lange vorbei. Heute wird das Auto gleich mit kompletter Anlage gekauft - und die besteht längst nicht mehr nur aus Autoradio und Navigationssystem, sondern ist auch mit der Autoelektronik und dem Internet vernetzt.

Blaupunkt hinkt heute einem Markt hinterher, den es einst angeführt hat. 1952 kam das erste UKW-Autoradio aus Hildesheim, 1989 das erste serienreife Navigationssystem. In besten Zeiten arbeiteten weit mehr als 10 000 Menschen in Hildesheim für Blaupunkt und die Konzernmutter Bosch. Heute sind es noch rund 3300.

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