Kommentar zu Power-to-Gas

Der Knackpunkt ist der Wirkungsgrad

Offshore-Windparks sollen bei der Energiewende eine große Rolle spielen.

Offshore-Windparks sollen bei der Energiewende eine große Rolle spielen.

Hannover. Die Subventionen für Ökostrom sollten jeden Haushalt nur so viel kosten wie eine Kugel Eis im Monat – so hat es der grüne Bundesumweltminister Jürgen Trittin einmal versprochen. Inzwischen ist klar, dass diese Prognose der Wirklichkeit nicht standhält: Aktuellen Berechnungen zufolge wird die Energiewende bis 2025 mindestens 520 Milliarden Euro verschlingen – in Trittinscher Währung wäre das ein ganzer Eisberg pro Monat und pro Person für die nächsten sieben Jahre.

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Einer der Gründe dafür ist, dass der Ausbau der Stromnetze nicht mit dem raschen Zuwachs bei der Erzeugung erneuerbarer Energie Schritt hält. Im Norden und Osten müssen Windkraftanlagen immer wieder ihre Produktion stoppen, um das Netz nicht zu überlasten, während im Westen und Süden konventionelle Kraftwerke einspringen, um die Lücke zu schließen. Da die Ökostrom-Erzeuger für die Engpässe nichts können, werden sie für die erzwungene Flaute entschädigt, auch die anderen Kraftwerksbetreiber bekommen natürlich Geld – das treibt die Kosten in die Höhe.

Insofern liegt es nahe, nach Alternativen zur teuren „Abregelung“ der Windmühlen zu suchen. Die Elektrolyse ist eine davon: Wenn man Strom in Gas umwandelt, lässt sich die Energie speichern oder anderweitig nutzen. Das ist nicht zuletzt für die Betreiber von Gasspeichern attraktiv, deren Geschäft darunter leidet, dass die Preisunterschiede zwischen dem im Sommer importierten Gas im Vergleich zum im Winter abgegebenen Gas geschrumpft sind. Der Knackpunkt ist jedoch der Wirkungsgrad: Aus Strom Gas zu machen, mag sich noch rechnen – Gas später wieder in Strom umzuwandeln, wird sich kaum lohnen.

Von Jens Heitmann

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