Exportchancen

Deutsche Wirtschaft hofft auf Brasilien

„Riesiger Markt“: Dietmar Sukop, Geschäftsführer der Deutschen Außenhandelskammer in Porto Alegre, Brasilien

„Riesiger Markt“: Dietmar Sukop, Geschäftsführer der Deutschen Außenhandelskammer in Porto Alegre, Brasilien

Hannover. Während die USA sich vom Welthandel stärker abschotten, hofft die deutsche Wirtschaft weiter südlich auf bessere Exportchancen. Der Handel mit Brasilien könnte in den nächsten Jahren deutlich an Fahrt gewinnen, glauben Experten. „Wir rechnen damit, dass 2019 die Verhandlungen über ein Handelsabkommen zwischen Mercosur und der EU wieder aufgenommen werden“, sagte Dietmar Sukop, Geschäftsführer der deutschen Außenhandelskammer im brasilianischen Porto Alegre, am Montag. Im Mercosur haben sich unter anderem Brasilien und Argentinien zu einem gemeinsamen Markt zusammengeschlossen.

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Brasilien schütze seine Industrie bislang mit hohen Importzöllen vor ausländischer Konkurrenz, sagte Sukop bei einem Pressetermin in der Industrie- und Handelskammer Hannover. „Das macht es schwer, Produkte in diesen riesigen Markt zu bringen.“ Viele Unternehmen aus Deutschland, auch aus Niedersachsen, hätten deshalb in den vergangenen Jahrzehnten begonnen, vor Ort in Brasilien zu produzieren.

Trump schweißt EU und Mercosur zusammen

Doch die Chancen stünden gut, dass die nächste brasilianische Regierung ein Handelsabkommen mit der EU anstrebt, in diesem Rahmen auch Zölle senkt und damit Importe erleichtert. Das gelte unabhängig davon, welcher der aktuellen Favoriten die bevorstehende Präsidentschaftswahl gewinnt, sagte Sukop. In dem Land mit mehr als 200 Millionen Einwohnern wird im Oktober gewählt. Zu Annäherung zwischen Südamerika und Europa trage auch Trumps Abschottungspolitik bei, erklärte Sukop: „Beide Seiten sehen den amerikanischen Markt als gefährdet an.“

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In Niedersachsen würden zum Beispiel Windradhersteller und Autozulieferer von einer stärkeren Öffnung des brasilianischen Marktes profitieren, sagte Tilman Brunner, Außenhandelsexperte der IHK Hannover. Brasilien könnte im Gegenzug zum Beispiel mehr Fleisch exportieren.

Von Christian Wölbert

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