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Landwirtschaft

Fiskus soll bei Schutz gegen Dürre helfen

Im Sommer 2018 stehen am Rande eines abgeernteten Maisfeldes noch ein paar vertrocknete Pflanzen.

Im Sommer 2018 stehen am Rande eines abgeernteten Maisfeldes noch ein paar vertrocknete Pflanzen.

Hannover. Wegen einer neuerlich drohenden Dürre drängen die Bundesländer und die Assekuranz auf eine staatlich subventionierte Versicherung für Landwirte. Mit einer Initiative im Bundesrat will Bayern eine Mehrgefahrenversicherung vorantreiben, die Schutz gegen unterschiedliche Naturrisiken bietet. Nach dem Vorbild Österreichs solle der Fiskus die Hälfte der Kosten übernehmen, sagte Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU): „Die Erfahrung aus anderen Ländern zeigt, dass eine breite Absicherung von Risiken wie etwa Dürre nur dann zu erreichen ist, wenn die Prämien für die Bauern bezahlbar bleiben.“

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Die Versicherungswirtschaft wirbt schon länger für diese Idee. Der Klimawandel führe zu steigenden Temperaturen und zum vermehrten Auftreten extremer Wetterereignisse, heißt es in einem Positionspapier des Branchenverbandes GDV. Zwischen 1990 und 2013 sei es dadurch in Deutschland zu Ernteschäden von durchschnittlich 510 Millionen Euro gekommen – die Spanne reiche von 90 Millionen bis 2,3 Milliarden Euro. Bisher habe die Politik versucht, bereits entstandene Schäden durch finanzielle Hilfen auszugleichen. „Hier ist ein Paradigmenwechel erforderlich“, heißt es beim GDV.

Das sieht die niedersächsische Landesregierung ähnlich. „Wir müssen weg von Adhoc-Lösungen, hin zu einer externen Risikovorsorge bei extremen Wetterereignissen“, sagte Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU). Sie und ihre Amtskollegen haben den Bund bereits im Herbst beauftragt, konkrete Varianten für verschiedene Versicherungen vorzulegen. Ob Niedersachsen die bayerischen Initiative unterstütze, sei noch offen, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Nach Einschätzung der Vereinigten Hagelversicherung sind bundesweit weniger als 50.000 Hektar gegen Trockenheit versichert – das entspricht knapp 0,2 Prozent der Anbaufläche. Die Kosten einer Mehrgefahrenversicherung taxiert das Unternehmen auf etwa 75 Euro pro Hektar. Wenn hierzulande die Ernte auf der Hälfte der Anbaufläche per Police abgesichert würde, müssten die Bauern dafür an die 400 Millionen Euro im Jahr aufwenden, sagte Vorstandschef Rainer Langner. Nach dem Vorbild Österreichs müsste deutsche Fiskus dann bis zu 200 Millionen Euro übernehmen. Das sei eine faire Lösung: „Die Folgen des Klimawandels zu bewältigen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

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Von Jens Heitmann

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