Giftiger Knollenblätterpilz

Flüchtlinge nach Pilzvergiftung in Lebensgefahr

Der extrem giftige Knollenblätterpilz.

Der extrem giftige Knollenblätterpilz.

Lüneburg. Sieben Angehörige einer Flüchtlingsfamilie aus Syrien schweben nach dem Verzehr von giftigen Knollenblätterpilzen in Lebensgefahr. Die in der Samtgemeinde Gellersen untergebrachte Familie sei am vergangenen Freitag zunächst in das Klinikum Lüneburg eingeliefert worden, teilte ein Sprecher des Landkreises am Montag mit. Mittlerweile würden die Vergifteten in Hannover und Hamburg behandelt. Helfer sollten Flüchtlinge eindringlich vor dem Verzehr heimischer Pilze und Beeren warnen, hieß es. Besonders betroffen seien Flüchtlinge aus Syrien.

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Zuvor hatte es bereits eine ganze Reihe ähnlicher Fälle gegeben. Der extrem giftige Knollenblätterpilz sieht einem vor allem im Mittelmeerraum beliebten Speisepilz zum Verwechseln ähnlich. Zwei Menschen waren in der vergangenen Woche an einer Vergiftung gestorben. Anfang der Woche starb ein 16-jähriger Flüchtling aus Syrien, am Mittwoch meldete das Uniklinikum in Münster den Tod eines 44 Jahre alten Rumänen. In und um Hannover erkrankten zuletzt mehr als 30 Menschen nach dem Verzehr der Pilze, wie die Medizinische Hochschule mitteilte. Am

So können Sie den Knollenblätterpilz erkennen

Der Knollenblätterpilz ist in den Farben grün, grün-gelb oder weiß zu finden. Er wächst zwischen August und Oktober vorzugsweise in Laubwäldern. Er hat einen drei bis 15 Zentimeter breiten Hut, der schirmartig ausgebreitet ist. An der Unterseite finden sich weiße Lamellen. 

Gift-Notrufnummer: Schnelle Hilfe bei Vergiftungen gibt das Giftinformationszentrum-Nord unter der Telefonnummer (0551) 192-40.

Erste Anzeichen einer Knollenblätterpilzvergiftung sind Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Nach ein bis zwei Tagen kommt es zur Schädigung der Leber in Kombination mit Nierenfunktions- und Blutgerinnungsstörungen. Im schlimmsten Fall stellt die Leber ihre Funktion ein - dann kann nur noch eine Organtransplantation das Leben des Patienten retten. Experten der MHH raten, bereits bei den ersten Anzeichen einer Pilzvergiftung umgehend den Notarzt zu rufen. Zur Erleichterung der Diagnose sollten die Pilzreste und das Erbrochene aufgehoben werden.

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Um die Anzahl der Vergiftungen bei Flüchtlingen in der gerade gestarteten Pilzsaison so gering wie möglich zu halten, hat die MHH ein Plakat in arabischer Sprache erstellt, auf dem eindringlich vor dem Verzehr von Knollenblätterpilzen gewarnt wird.

dpa/frs/tm

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