Elbquerung

Fünf Stunden Wartezeit für Elbfähre Glückstadt–Wischhafen? Derzeit keine Seltenheit

Eine der vier Autofähren der Reederei FRS Elbfähre fährt auf der Elbe vor dem Glückstädter Anleger der Fähre Glückstadt-Wischhafen. Die Schlange der wartenden Autos ist in diesem Sommer besonders lang.

Eine der vier Autofähren der Reederei FRS Elbfähre fährt auf der Elbe vor dem Glückstädter Anleger der Fähre Glückstadt-Wischhafen. Die Schlange der wartenden Autos ist in diesem Sommer besonders lang.

Glückstadt/Wischhafen. Reisende, die mit der Elbfähre zwischen Schleswig-Holstein und Niedersachsen unterwegs sind, brauchen in diesem Sommer besonders viel Geduld. Die Wartezeiten an der Fähre zwischen Glückstadt und Wischhafen sind häufig länger als in den vergangenen Jahren. „Wir führen da keine detaillierten Statistiken, aber ja: Es ist länger und es ist häufiger“, sagte Tim Kunstmann, Geschäftsführer der Reederei FRS Elbfähre. „Wir hatten an einem der vergangenen Wochenenden bis zu fünf Stunden Wartezeit, was einen neuen Rekord darstellt.“ Selbst Mitarbeiter, die seit den 1980er Jahren bei der Reederei tätig seien, könnten sich an solche Wartezeiten nicht erinnern. Zuvor haben Medien berichtet.

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Auch früher habe es Wartezeiten gegeben, „aber das was wir derzeit erleben, hat einen Umfang, den wir vorher nicht kannten“, sagte Kunstmann. Gründe seien unter anderem die Sperrung des Elbtunnels mitten in der Ferienzeit, aber auch An- und Abreise zu Deichbrand- und Wacken-Festival. Das große Hauptproblem sei aber die Elbvertiefung, sagte Kunstmann. Diese habe „einen signifikanten Einfluss auf unsere Fährlinie“.

Was hilft? Ein Ausbaggern der Elbe – oder ein neuer Fähranleger

Durch die höhere Fließgeschwindigkeit im Fahrwasser der Elbe wird mehr Sediment mit der Flut eingetragen, ein Teil bleibt bei ablaufendem Wasser zurück. „Dies betrifft dann alle Seitenarme der Elbe und bei uns besonders den Anleger in Wischhafen.“ Daher gebe es derzeit auch häufig werktags Wartezeiten. Diese seien dann nicht mehr der hohen Nachfrage geschuldet, sondern resultierten eher daraus, „dass wir unsere Fähren zum Teil nur bis 50 Prozent beladen können“. Bei Niedrigwasser gibt es demnach nahezu täglich Probleme und die Fähren fahren sich fast täglich fest.

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Um das Problem kurzfristig in den Griff zu bekommen, wäre nach Ansicht Kunstmanns ein stärkeres Ausbaggern in der Süderelbe bei Wischhafen nötig. „Durch die Elbvertiefung lagern sich mehr Sedimente ab, so dass hier stärkere Baggermaßnahmen als in der Vergangenheit notwendig sind.“ Perspektivisch wünscht sich Kunstmann Unterstützung aus der Politik bei der Umsetzung des Mobilitätskonzepts der Reederei, das unter anderem eine Verlegung des Anlegers in Wischhafen bedeutet. „Dies würde dazu führen, dass wir vollkommen unabhängig von den Wasserständen sind.“ Das Konzept sieht zudem einen Ausbau der Fährlinienkapazität auf bis zu 600 Prozent und eine Verkürzung der Überfahrzeit von 25 bis 30 auf 14 Minuten vor. Eingesetzt werden sollen Elektrofähren mit größerer Kapazität. Die Reederei sieht ihre Pläne auch als Alternative zur festen Elbquerung im Zuge der A20.

Von RND/dpa

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