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Zu wenig Sauerstoff

Tote Fische in der Elbe - Umweltbehörde erreichen dramatische Bilder

Die Umweltverbände BUND, Nabu und WWF schlagen mit Blick auf zahlreiche tote Fische in der Elbe Alarm.

Die Umweltverbände BUND, Nabu und WWF schlagen mit Blick auf zahlreiche tote Fische in der Elbe Alarm.

Hamburg. Der Fund zahlreicher toter Fische in der Elbe, die wegen des niedrigen Sauerstoffgehalts im Wasser verendet sind, hat auch die Hamburger Umweltbehörde alarmiert. Ein Sprecher der Behörde von Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) teilte mit, es hätten sie „dramatische Bilder von toten Fischen in der Elbe“ erreicht.

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Niedrige Sauerstoffwerte im Bereich der Hamburger Tideelbe träten zwar jedes Jahr im Sommer auf. Und normalerweise schaffe nachlaufendes, sauerstoffhaltiges Wasser aus dem Mittelauf der Elbe Linderung. „Doch das ist dieses Jahr anders, denn auch im nachlaufenden Wasser sind die Sauerstoffwerte sehr niedrig.“ Man arbeite mit Hochdruck daran, die Gründe dafür herauszufinden – „noch sind sie unbekannt“.

Umweltverbände: Für Fische „absolut tödliche Situation“

Die Umweltverbände BUND, Nabu und WWF hatten zuvor Alarm geschlagen und von einem dramatischen Fischsterben gesprochen. Demnach ist im gesamten Hafenbereich sowie bis Wedel und weit hinter die Bunthäuser Spitze die Sauerstoffkonzentration auf Werte von unter zwei Milligramm pro Liter abgesunken - „eine für die Elbfische absolut tödliche Situation“. Die Verbände fürchten, dass langfristig deshalb ein gesamtes Ökosystem sterben werde.

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Die Verbände fürchten, dass langfristig deshalb ein gesamtes Ökosystem sterben werde. „Seit Jahren wird der Nachwuchs der ehemals in Massen vorkommenden Stinte im Sommer von den schlechten Sauerstoffwerten in der Elbe vernichtet - jetzt trifft es verstärkt auch die Altfische und weitere Fischarten.“ So würden auch Flundern, Schollen, Rapfen und Finten in Massen verenden.

Umweltschützer geben Elbvertiefung eine Mitschuld

Die Umweltschützer sind davon überzeugt, dass die Elbvertiefung die Situation in der Elbe noch verschlimmert. So wirbele beispielsweise das Injektionsschiff „Akke“ im Auftrag der Hamburg Port Authority (HPA) Schlick in der Flusssohle auf, damit er von der Strömung weggespült wird.

Ein toter Fisch treibt im Wasser. Die Umweltverbände BUND, Nabu und WWF schlagen mit Blick auf zahlreiche tote Fische in der Elbe Alarm. Wegen des aktuell zu geringen Sauerstoffs im Wasser der Elbe setze derzeit ein dramatisches Fischsterben ein.

Ein toter Fisch treibt im Wasser. Die Umweltverbände BUND, Nabu und WWF schlagen mit Blick auf zahlreiche tote Fische in der Elbe Alarm. Wegen des aktuell zu geringen Sauerstoffs im Wasser der Elbe setze derzeit ein dramatisches Fischsterben ein.

„In der ohnehin bereits trüben Suppe der Elbe ist das der Todesstoß für vieles, was in der Elbe noch lebt. Die Akke muss jetzt sofort an die Kette und auch die ab Juli grundsätzlich wieder erlaubten Baggerarbeiten müssen bis auf weiteres ausgesetzt werden“, forderten die Umweltverbände.

Hafenbehörde weißt Schuld von sich

Die HPA wies die Vorwürfe zurück. Die Baggerungen seien auf die nautisch unbedingt erforderlichen Bereiche begrenzt und würden mit modernsten und schonenden Methoden durchgeführt, teilte die HPA auf dpa-Anfrage mit. „Die HPA setzt lediglich Geräte ein, die zwar Sedimente aus dem Fluss holen, diese aber nicht aufwirbeln“. Dazu gehörten Saugbagger, die die Sedimente direkt vom Grund des Flusses absaugten, ohne sie aufzuwirbeln.

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Diese Sedimente würden in Gebiete außerhalb des Hafens gebracht, an denen es keine Probleme mit dem Sauerstoffgehalt gebe, hieß es weiter. Bei besonders sandigen Untergründen könne die HPA ganzjährig auch Wasserinjektionsgeräte einsetzen. Da es sich um Sand handele, würden dadurch keine feinen Sedimente in der Wassersäule verteilt. „Zum aktuellen Zeitpunkt findet keine Wasserinjektion statt.“

Von RND/dpa

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