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Kommentar zur Logistikbranche

Künstliche Intelligenz kann nicht alles auf einmal

Ein Lkw-Fahrer klettert in sein Führerhaus.

Ein Lkw-Fahrer klettert in sein Führerhaus.

Hannover. Lkw-Fahrer sind nicht zu beneiden. Die Löhne sind niedrig, das Image ist schlecht, die Verantwortung aber groß. Schließlich kann jeder Fehler am Steuer eines 40-Tonners zu furchtbaren Verkehrsunfällen führen. Als wäre das nicht genug, müssen die Fahrer mit einem ganz besonderen Makel leben: Der Hype ums autonome Fahren hat dazu geführt, dass viele glauben, der Beruf stürbe bald ganz aus. Nun stimmt angeblich also nicht einmal mehr die Perspektive – weil der Computer mutmaßlich weniger Fehler macht. Dieses Szenario verschärft das Problem des Fahrermangels, weil es den Nachwuchs abschreckt, wie die Branche nun klagt.

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Tatsächlich müssen die Lkw-Fahrer sich um ihre berufliche Zukunft wenig Sorgen machen. Das automatisierte Fahren ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Diskussion um künstliche Intelligenz manchmal irrationale Züge annimmt. In einer kontrollierten Umgebung wie einer Fabrik bringen fahrerlose Transportsysteme zwar problemlos Teile aus dem Lager zum Fließband. Doch in freier Wildbahn geht es um ganz andere Herausforderungen. Und selbst wenn Fahrzeuge auf Autobahnabschnitten allein fahren, ersetzt das den Fahrer noch lange nicht.

Seriöse Forscher zerlegen Berufe deshalb immer erst in einzelne Aufgaben, bevor sie über Automatisierbarkeit sprechen. Dieser Ansatz sollte auch die öffentliche Diskussion prägen. Dann würde deutlicher werden: Die meisten Berufe verschwinden nicht von heute auf morgen, aber sie verändern sich. Also müssen wir mehr über Aus- und Weiterbildung sprechen, statt nur über den Computer als Jobkiller.

Von Christian Wölbert

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