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Wärmeversorgung

Kupferhütte versorgt Hamburger Hafencity

Von links nach rechts: Jens Kerstan (Grüne), Jürgen Schachler (Aurubis) Peter Tschentscher (SPD), Susanna Zapreva (Enercity)  und Ulf Gehrcken (Aurubis) öffnen die Wärmeleitung  in die Hafencity.

Von links nach rechts: Jens Kerstan (Grüne), Jürgen Schachler (Aurubis) Peter Tschentscher (SPD), Susanna Zapreva (Enercity) und Ulf Gehrcken (Aurubis) öffnen die Wärmeleitung in die Hafencity.

Hamburg. Die Hamburger Hafencity wird künftig mit Abwärme aus der Kupfererzeugung versorgt. Eine 3,7 Kilometer lange Leitung mit einer Kapazität von 60 Megawatt leitet heißes Wasser aus der Produktion der Aurubis AG über die Elbe in Wohnungen und Bürogebäude auf das ehemalige Hafengebiet an der Elbe. Mit der Leitung kann der Konzern rund 160 Gigawattstunden Wärme liefern – das deckt den Bedarf von 8000 Haushalten. Das Projekt sei einzigartig in Deutschland, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) bei der Inbetriebnahme der Leitung am Montag.

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Verantwortlich für die Wärmeversorgung der Hafencity ist die Enercity Contracting Nord – eine Tochter der Stadtwerke Hannover. Aurubis und Enercity haben jeweils mehr als 20 Millionen Euro in das Projekt investiert und dafür Fördergeld der bundeseigenen Kfw-Bank und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung erhalten. Es sei das Ziel von Enercity, „die urbane Energiewende zu gestalten“, sagte Vorstandschefin Susanna Zapreva. „Wir haben die Ambition, gemeinsam mit unseren Kunden den Anteil erneuerbarer, CO2-freier Wärme auf 50 Prozent zu erhöhen.“

Die Wärme entnimmt Aurubis aus der sogenannten Kontaktanlage, in der gasförmiges Schwefeldioxid in flüssige Schwefelsäure umgewandelt wird. Diese Anlage besteht aus drei Strängen – aus jedem können etwa 160 Gigawattstunden Wärme ausgekoppelt werden, insgesamt also knapp 500 Gigawattstunden. Zur Versorgung der östlichen Hafencity reiche aber die Wärme aus einem Strang aus, hieß es. Deshalb habe man nur diesen umgebaut.

Nach Angaben der Betreiber wird durch die Nutzung der Wärme ein Ausstoß von mehr als 20.000 Tonnen Kohlendioxid im Jahr vermieden. Das entspreche den Emissionen von rund 10.000 Mittelklasse-Autos, die durchschnittlich 12.000 Kilometer pro Jahr fahren, hieß es. Das sei aber erst der Anfang, sagte Aurubis-Chef Jürgen Schachler: Würde man die dreifache Menge auskoppeln, ließen sich insgesamt etwa 140.000 Tonnen CO2 jährlich einsparen. Das entspräche fast der Menge, die sich die gesamte Hamburger Industrie in einer Selbstverpflichtung als Einsparziel ab dem Jahr 2018 gesetzt habe.

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Etwa die Hälfte der sogenannten Primärenergie in Deutschland wird derzeit für die Wärmeversorgung eingesetzt. Der Anteil der industriellen Fernwärmeeinspeisung daran liege bislang jedoch bei nur 2 Prozent, hieß es. „Industriewärme ist zukunftsweisend, weil so urbane Wärmequellen eine CO2-neutrale Energieversorgung ermöglichen“, sagte Zapreva. Aurubis nutzt Abwärme aus der Kupfererzeugung schon länger für eigene Zwecke. „Erstmals tragen wir auch außerhalb des Werksgeländes zur Energiewende bei“, sagte Konzernchef Schachler.

Von Jens Heitmann und Oliver Beckhoff

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