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Fragen und Antworten

Lametta oder Blumenwasser? Was wirklich giftig ist

Blumenwasser ist in der Regel ungefährlich, Lametta dagegen nicht unbedingt.

Blumenwasser ist in der Regel ungefährlich, Lametta dagegen nicht unbedingt.

Göttingen.Gifte sind für Mensch und Tier schädliche, gefährliche und sogar tödliche Stoffe. Das Wort allein löst Ängste aus – und die Angst vor Vergiftungen scheint groß zu sein: Das Giftinformationszentrum Nord hat jüngst mitgeteilt, dass es im vergangenen Jahr so viele Anfragen wie noch nie seit seinem Bestehen – also seit 20 Jahren – gestellt bekommen hat. Mehr als 41.000 Mal wählten vor allem besorgte Eltern, aber auch Klinik-Ärzte und Rettungskräfte im Jahr 2017 die Telefonnummer aus Göttingen, um Rat und Hilfe zu bekommen. Rund um die Uhr ist der Giftnotruf für Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg unter (0551) 19240 mit Experten besetzt. Wir klären die häufigsten Fragen, die den Notruf erreichen.

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Ist es gefährlich, Blumenwasser zu trinken?

Außer eines schlechten Geschmacks und möglichen leichteren Magen-Darm-Beschwerden sind in diesem Fall keine weiteren Symptome zu erwarten. Aber: Wurden zusätzlich Pflanzenteile oder Düngemittel aufgenommen, sollte ein Giftinformationszentrum kontaktiert werden.

Was tun, wenn das Kind Lametta verschluckt hat?

Besteht das Lametta aus metallisiertem Kunststoff oder Alufolie, so ist eine kleine Probiermenge in der Regel unproblematisch. Lametta, das aus Stanniol besteht, kann hingegen Blei enthalten. In den Fällen, in denen Stanniollametta gegessen wurde, das Kind gehustet hat oder eine große Menge Lametta verschluckt wurde, sollte ein Giftinformationszentrum/Arzt kontaktiert werden.

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Entkalker im Wasserkocher vergessen und mitgetrunken – wie giftig ist das?

Hilfreich für die Beratung ist in diesem Fall der Produktname des verwendeten Entkalkers, anhand dessen die Experten vom Giftnotruf die jeweiligen Inhaltsstoffe und deren Konzentration in aller Regel klären können. Haben Erwachsene eine kleine Menge eines verdünnten, reizenden Entkalkers zu sich genommen, reicht es meistens, etwas Flüssigkeit nachzutrinken. Es kann zu leichten Magen-Darm-Beschwerden oder einer leichten Schleimhautreizung kommen, eine Arztbesuch ist in der Regel nicht notwendig. Wurde ein ätzendes Produkt verschluckt, kommt es zu mehr als leichten Magen-Darm-Symptomen, oder haben Säuglinge oder Kinder etwas Entkalkerflüssigkeit verschluckt, so sollte ein Arzt oder das Giftinformationszentrum kontaktiert werden.

Quecksilberthermometer zerbrochen – Vergiftungsgefahr?

Die aus einem zerbrochenen Thermometer freigesetzte Quecksilberdampfmenge ist gering, Vergiftungen sind daher sehr, sehr selten. Aber: Kinder sind besonders empfindlich. Um ein dauerhaftes Einatmen von Quecksilberdampf über Wochen oder Monate zu vermeiden, sollten Sie so viele Kügelchen wie möglich vom Boden entfernen: Größere Kügelchen können Sie aufsammeln (Pappkarten oder feinporiger Schwamm), in ein verschließbares Gefäß geben und bei einer Sammelstelle abgeben (gelegentlich nehmen auch Apotheken Quecksilberreste an). Kleinere Kügelchen können mit dem Staubsauger eingesaugt werden; der Beutel sollte anschließend ausgetauscht werden. Während und bis 15 bis 30 Minuten nach dem Saugen sollte der Raum gut gelüftet werden. Nur wenn eine größere Zahl an Kügelchen in Ritzen oder anderen schwer zugänglichen Bereichen der Wohnung verschwunden ist, ist es ratsam ein Absorptionsmittel anzuwenden. Das Mittel reagiert mit Quecksilber und verhindert so die weitere Abgabe von Quecksilberdampf.

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Das Kind hat Parfum getrunken – was ist zu tun?

Der toxikologisch relevante Inhaltsstoff ist in diesen Fällen Alkohol. Unter den Voraussetzungen, dass das Parfum in Deutschland erworben wurde, das Kind nur einen Schluck der scharf schmeckenden Flüssigkeit getrunken hat und keine Symptome zeigt, empfehlen die Gift-Experten eine häusliche Beobachtung und Maßnahmen zur Anhebung des Blutzuckers (z.B. die Gabe von gesüßter Flüssigkeit, Brot usw.). Wurde mehr als ein Schluck getrunken, zeigt das Kind Symptome oder stammt das Parfum aus dem Ausland, so sollte ein Arzt/Giftinformationszentrum kontaktiert werden.

Welche Medikamente sollten für den Vergiftungsfall zu Hause vorrätig sein?

Sofern zum Haushalt Kleinkinder gehören, halten die Gift-Experten die Bevorratung eines Präparates mit medizinischer Kohle (z. B. Kohle Pulvis oder Kohle-Tabletten verschiedener Hersteller, die vor Einnahme zerkleinert werden können) und ein entschäumendes Simethicon-Suspensions-Präparat (Sab simplex, Lefax oder Espumisan) für sinnvoll.

Von vam/RND

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