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Unterrichtsversorgung

Land stellt zum Halbjahr 1250 neue Lehrer ein

Vor allem an Ober-, Haupt- und Realschulen fehlen Lehrer: Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD).

Vor allem an Ober-, Haupt- und Realschulen fehlen Lehrer: Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD).

Hannover. Zum zweiten Halbjahr will das Land 1250 neue Lehrer einstellen, in Pension gehen nur 700 Pädagogen. Bislang seien 1108 der zum 1. Februar ausgeschriebenen Stellen auch tatsächlich besetzt, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Montagabend vor Journalisten in Hannover. Zu Beginn des Schuljahres im August lag die Unterrichtsversorgung bei 99,4 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Quote somit um 0,7 Prozentpunkte verbessert. Das sei ein ordentlicher Schritt nach vorn, betonte Tonne, gleichwohl sei dies kein Grund in Jubelstürme auszubrechen.

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Am besten ist die Lage an den Gymnasien mit 102,2 Prozent. Allerdings weist der Philologenverband darauf hin, dass der rein statistische Wert die Realität an den Schulen verschleiere. Mittlerweile seien neun Fächer an den Gymnasien Mangelfächer, für die es zu wenig Pädagogen gebe, gerade in Mathematik und den anderen Naturwissenschaften falle viel Unterricht aus.

Die Grundschulen kommen auf eine Unterrichtsversorgung von 101, 7 Prozent in diesem Schuljahr, die Gesamtschulen erreichen 98,4 Prozent. Besonders schlecht sind die Förderschulen (93,4 Prozent) und die Hauptschulen (94,7) versorgt, die Realschulen sind zu 97,4, die Oberschulen zu 96,2 Prozent versorgt.

Weil es nach wie vor zuviele Gymnasiallehrer, aber zu wenig Haupt- und Realschullehrer gibt, will Tonne weiterhin, wenn Stellen nicht besetzt werden können, an den Gymnasien mehr Pädagogen einstellen als nötig. Die Schulen müssen dann wiederum Lehrkräfte an Ober-, Real- und Hauptschulen abordnen. „Es wäre fahrlässig, die Lehrer, die da sind, nicht einzustellen“, sagte der Minister. Zuletzt waren an den Gymnasien 240 Lehrer eingestellt worden, obwohl nur 150 Stellen nötig gewesen wären. Spätestens ab 2020, wenn die Gymnasien wieder komplett auf das Abitur nach 13 Jahren umgestellt haben, werden dort auch wieder mehr Lehrer benötigt.

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Wer ein Jobangebot hat, überlegt lange

Zum August werden in Niedersachsen rund 1600 Referendare fertig, davon 500 Grundschullehrer und 320 Haupt- und Realschullehrer. Damit dürfte es leichter werden, etwaige Lücken im nächsten Schuljahr zu schließen, sagte Tonne. Vor allem auf dem Lande fehlten Lehrer. Erschwerend käme hinzu, dass die Bewerber sich immer mehr Zeit ließen, sich für einen Job zu entscheiden: „Die Zögerlichkeit hat zugenommen.“

Ab Sommer 2019 sollen erstmals auch Sonderpädagogen fest an den Regelschulen eingestellt werden können, rund 400 pädagogische Mitarbeiter an Förderschulen, die auf 80-Prozent-Stellen beschäftigt sind, sollen auf Vollzeit aufstocken können.

Ende März will sich der Minister mit den Bildungsverbänden zu einem Runden Tisch treffen, um eine bessere Besoldung für Grund-, Real- und Hauptschullehrer sowie die Lehrerarbeitszeit zu diskutieren. Vor allem ältere Lehrer, Teilzeitkräfte und Schulleiter müssten entlastet werden, sagte Tonne. Für dieses Jahr kündigte er zudem die seit Langem geforderte Novelle des Kita-Gesetzes an. Es werde eine berufsbegleitende Ausbildung für Sozialassistenten geben und das Schulgeld für angehende Erzieher falle weg.

Von Saskia Döhner

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