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Nach Initiative der Grünen

Landtag will Plastikmüll reduzieren

Häufig bildet das meiste Strandgut angeschwemmtes Material aus Plastik. Ein immer größer werdendes Problem.

Häufig bildet das meiste Strandgut angeschwemmtes Material aus Plastik. Ein immer größer werdendes Problem.

Hannover.Niedersächsische Politiker wollen den Plastikmüll eindämmen, der sich zunehmend auch in der Nordsee findet. Dafür haben die Grünen eine umfangreiche Anfrage an die Landesregierung eingebracht, die am Mittwoch im Landtag behandelt wird. Die Regierungsfraktionen von SPD und CDU haben das Thema sofort aufgegriffen und einen Entschließungsantrag formuliert, der einen Tag später im Parlament eingebracht werden wird. Bislang unternehme die Regierung aber noch zu wenig, um das Riesenproblem anzugehen, findet die Grünen-Umweltspezialistin Imke Byl. „Einige der häufigsten Antworten der Regierung auf unsere 162 Fragen lautete: Dazu können wir nichts sagen.“

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Mikroplastik in Miesmuscheln

So bleibe die rot-schwarze Landesregierung Antworten auf die Frage schuldig, wie viel Plastikmüll jährlich an der Nordseeküste angeschwemmt werde. Man wisse allerdings, dass 88 Prozent des angeschwemmten Treibguts aus Plastik sei. In Form von Mikroplastik finde sich die gefährliche Substanz auch in Fischen, die untersucht worden seien. Auch in Miesmuscheln sowie seltenen Vögeln, die an den Küsten zuhause seien. sagte Byl. Am wirksamsten sei es, die Produktion von Plastikprodukten zu stoppen. So gehöre Mikroplastik nicht in Kosmetik oder Zahnpasta und müssten vermeidbare Umverpackungen und Kunststofffolien aus den Regalen verschwinden. Ein Unding ist in den Augen der Grünen auch der Umstand, dass in Plastik verpackte Lebensmittel geschreddert werden und anschließend sogar kompostiert werden dürften. Man könne das geschredderte Plastik, so Byl, nämlich nicht hinterher heraussortieren. Verbieten wollen die Grünen auch sogenannte Scheuerfäden aus Kunststoff, die Schleppnetze der Fischer vor Verschleiß schützen sollen. Diese roten Dolly Ropes finden sich recht häufig an niedersächsischen Stränden. Die Inselkommunen sollten für die Entsorgung von Plastikmüll nicht selbst aufkommen müssen, sondern die Erzeuger. Am besten wäre es, wenn das Land einen Fonds zur Beseitigung des Meeresmülls bilde.

Unterstützung für EU-Plan

SPD und CDU haben einen eigenen Antrag zur Bekämpfung der Müllflut eingebracht, der Bestrebungen der EU unterstützt, Einwegkunststoffartikel ganz zu verbeten und für andere spürbare Verbrauchsreduktionen über einen mehrjährigen Zeitraum. Die Nutzung von Plastikprodukten in den Landesbehörden sollte auch konsequent eingeschränkt werden, fordern SPD und CDU. „Die Wasserspender mit Plastikbechern im Landtag gehören auch abgeschafft“, findet Byl.

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Von Michael B. Berger

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