Schmalspurbahnanschluss

Mit Volldampf von Braunlage zum Brocken

Im Sommer schnauft, faucht und zischt sie langsam den Berg hinauf – die Brockenbahn mit ihren alten Dampfloks und den urigen Waggons ist eine der größten Touristenattraktionen im Harz. Kinder umlagern in den Bahnhöfen die Lokomotiven, Hobbyfotografen suchen überall an der Strecke nach guten Motiven. Künftig soll auch der Westharz von der Harzer Schmalspurbahn profitieren.

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Nach den bisherigen Plänen soll die sechs Kilometer lange Trasse von Elend bis Braunlage entlang der Bundesstraße 72 führen. Drei Kilometer liegen auf niedersächsischem Gebiet, drei Kilometer auf sachsen-anhaltinischem. Entsprechend wolle man sich die geschätzten Gesamtkosten von elf Millionen Euro aufteilen, berichtete Ministeriumssprecher#Haegele. Ein Bahnhof für Braunlage soll am östlichen Ortseingang gebaut werden. Vermutlich im Jahr 2012 können die ersten Dampfloks über die neue Strecke rollen.

Braunlages Bürgermeister Stefan Grote reagiert beim Thema Brockenbahn geradezu euphorisch. „Das würde einen Schub für den Tourismus auslösen“, sagte er. „Ich hätte nie gedacht, dass die Wirtschaftsminister beider Länder so schnell und unvoreingenommen auf den Vorschlag reagieren“, sagte er. Ein grundsätzliches Problem von Braunlage würde die Bahn allerdings nicht lösen, muss Grote zugeben: die zunehmende Zahl der Senioren.

Auch der Harzer Verkehrsverband ist begeistert. Das bringe allen Orten etwas, sowohl im Ostharz als auch Braunlage, meinte die stellvertretende Geschäftsführerin des Verbandes, Carola Schmidt. „Der#Brocken ist der Höhepunkt im Harz“, sagte sie. Und mit einer besseren Verbindung zum Brocken könnte man auch mehr Besucher locken.

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1,16 Millionen Menschen sind im vergangenen Jahr mit der Harzer Schmalspurbahn unterwegs gewesen, allein rund 650.000 von ihnen sind auf den Brocken gefahren, berichtete die Pressesprecherin des Unternehmens, Heide Baumgärtner. Sie gibt zu, dass es häufiger Beschwerden über den Preis von 26 Euro für die Brockenfahrt gibt. „Damit versuchen wir den Besucherstrom zu entzerren“, erläutert Baumgärtner. Der Fahrpreis gilt von jedem Bahnhof des ganzen Netzes der Schmalspurbahn.

Auch die Naturexperten befürworten das Bahnprojekt. „Die Auswirkungen für uns sind gering“, sagte Andreas Pusch, Leiter des Nationalparks Harz. Er rechnet auch nicht mit einer Besucherflut auf dem Brocken durch den Bahnanschluss. Trotz des vielen Qualms, den die Dampflokomotiven ausstoßen, hat auch der Naturschutzverband BUND keine Einwände sagte Mandy Henning-Hahn vom BUND im Harz. Für die neue Strecke müsse ein Kompromiss zwischen touristischer Erschließung und Naturschutz gefunden werden. „Wir wollen die Brockenbahn nicht bremsen, obwohl sie nicht klimafreundlich ist“, sagte sie.

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