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Razzia

Hunderte Polizisten durchsuchen Wohnungen in Nienburg

Symbolfoto

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Nienburg. Unter dem Schutz von Spezialeinheiten aus fast ganz Deutschland haben Hunderte Polizisten in Niedersachsen Wohnungen und Häuser von zwei rivalisierenden Großfamilien durchsucht. Sie rückten am Mittwochmorgen gegen vier Uhr an, um 23 Objekte in Nienburg und Umgebung zu durchsuchen. Dort hatten sich die beiden Großfamilien im Juli auf offener Straße eine Auseinandersetzung mit Verletzten geliefert. Die Durchsuchung war wochenlang vorbereitet worden.

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Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Verden wurden zahlreiche Waffen und waffenähnliche Gegenstände beschlagnahmt. Festnahmen habe es nicht gegeben, sagte Sprecher Martin Schanz. Bei der Aktion war nach Angaben des niedersächsischen Innenministeriums auch die Spezialeinheit GSG 9 der Bundespolizei beteiligt

Polizei suchte Waffen und Tatwerkzeuge

Hintergrund der Durchsuchungen ist nach Angaben der Behörden eine schon länger anhaltende Fehde zwischen den polizeibekannten Großfamilien, die seit langem in Nienburg leben. Ende Juli hatte die Auseinandersetzung einen vorläufigen Höhepunkt. Zwischen 40 und 50 zum Teil bewaffnete Beteiligte lieferten sich Auseinandersetzungen auf einer Straße. Zwei Männer wurden schwer verletzt. Es seien auch Schüsse gefallen, sagte der Polizeisprecher.

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Die Durchsuchungen sollten jetzt vor allem dazu dienen, Waffen und andere Tatwerkzeuge aufzuspüren. Wegen der Vielzahl der durchsuchten Objekte und zur Eigensicherung der Beamten seien dazu zahlreiche Spezialeinheiten angefordert und eingesetzt worden, sagte der Sprecher der Verdener Staatsanwaltschaft, Martin Schanz. Es habe bei der Aktion zum Glück aber keine Zwischenfälle gegeben. Viele Mitglieder beider Familien seien durch Gewalt- und Eigentumsdelikte aufgefallen, sagte ein Polizeisprecher.

Es gab zwei Schwerverletzte

Zum Hintergrund der Fehde machten die Behörden keine Angaben. Sicher ist aber, dass es bei der Konfrontation zwei Schwerverletzte gegeben hatte. Die beiden 31 und 41 Jahre waren ins Krankenhaus gebracht werden. Die Verletzungen seien möglicherweise durch einen Zusammenprall mit einem Auto entstanden, hieß es. Anwohner gaben zudem an, sie hätten Schüsse gehört. Die Polizei hatte damals starke Kräfte zusammengezogen, um weitere Ausschreitungen zu verhindern.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt seither gegen 29 Beschuldigte im Alter zwischen 17 und 61 Jahren unter anderem wegen versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung und schweren Landfriedensbruchs.

Spezialeinheiten aus 13 Bundesländern

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) sagte am Mittwoch zu der Polizeiaktion: „Das rechtswidrige Agieren krimineller Gruppen wird im Ansatz unterbunden. Wer deutsche Gesetze und Normen ignoriert und das Recht in die eigenen Hände nimmt, bekommt eine klare Antwort des Rechtsstaats.“ Die Spezialeinheiten stammten aus 13 Bundesländern.

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Von RND/dpa

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